Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 „Israelitischer Lehrer" und des „Synodalblatt." Bei seinem Leichenbegängnisse am 16. November sprachen die Herren Rabbiner Dr. Griinfeld, Ad. fehlet, Rabbiner Dr. Sülfeld und Lehrer Wnrr Worte ehrenden Nachrufes. — In Zeuthen starb Herr Mose« Guttmann, ein durch talmndisches Wissen und herrliche Tugenden ausgezeichneter Man». Sein Sohn ist Herr Landrabbiner Dr. Guttmann in Hildesheim, durch seine Schriften ans dem Gebiete der jüdischen Religions- Philosophie vorteilhaft bekannt. — Am 26. September starb in Zerlin Herr Dr. Mar Heiinoch. Er war seit 1885 Redaeteur des „Jahrbuchs für die Fortschritte der Mathematik." — Der verstorbene Ingenieur Herr Abraham Strauß in Dürkheim hat letztwillig mit einem Kapital von 20,000 Mark eine Landesstiftnng gegründet zur technischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Ausbildung würdiger, bedürftiger und talentvoller Sohne oder Tochter von Bahnwärtern und Wechselwärtern bei den bayerische» Staatseisenbahnen und Straßenwärtern der bayerischen Staatsstraßen. — Nach Gnesen wurde Herr Dr. Jarobsohn als Rabbiner berufen. — Mit der Bearbeitung von Znnz' „Gottesdienstlichen Borträgen," dieses Fnndamentalwerkes der modernen jüdischen Litteratur, das Gefrörer das bedeutendste Werk eines Inden seit Barnch Spinoza nannte, wurde Herr Rabbiner Dr. A. Zriill in Frankfurt a. W. betraut. Das Werk wird in zwei Bänden im Verlage der bewährten Buchhandlung von I. Kau ff mann in Frankfurt a. M. erscheinen. — Lessing's „Methan" ist durch Herrn I. I. Linehci in der Jargonsprache bearbeitet erschienen. — Man schreibt uns: Ans die schriftliche und mündliche Vorstellung der Deputation der israelitischen Gemeinden der Prouinzialhanptstädte des Großherzogtums Hessen bei Sr. Hoheit dem Großherzoge ist folgende Antwort an Herrn Rabbiner Dr. Salfeld in Winiil gelangt: „Ans die von Euer Wohlgebvren und mehreren anderen Deputirten der israelitischen Gemeinden zu Darmstadt, Gießen und Mainz mündlich und schriftlich an Seine Königl. Hoheit de» Großherzog gerichtete Vorstellung in Betreff der antisemitischen Bewegung in dem Großherzvgtnnie habe ich Euer Wohlgeboren in Allerhöchstem Aufträge Nachstehendes z» eröffnen. Von den seit ewiger Zeit in mehreren Teilen des Großherzogtums stattfindenden, von außen hereingetragenen, gehässigen Anfeindungen Allerhöchst Ihrer israelitischen Unterthanen haben Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit Bedauern Kenntnis genominen; Seine Königliche Hoheit mißbilligen dieselben auf das Ernstlichste und erwarten von dem sonst gesunden und christlichen Sinne der beteiligten Kreise ein baldiges Aufhören jener gehässigen Angriffe, wozu übrigens wesentlich mitbeitragen wird, wenn der sittlich höher stehende Theit der israelitischen Bevölkerung es sich nach Kräften angelegen sein laßt, den Ursachen zu Klagen über die Handlungsweise mancher seiner Glaubensgenossen nachzusorschen itnd mit den geeigneten Mitteln abzuhelfen. In den ihnen verfassungsmäßig tind gesetzlich zustehenden Rechten werden nach dem Willen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Allerhöchstderen israelitische Unterthanen ebenso geschützt werden, wie diejenigen anderer Bekenntnisse. Darmstadt, den 1. November 1890." Es ist außer Zweifel, daß die Stellung der Großherzoge von Hessen und Baden zur antisemitischen Bewegung und der Erlaß des Hessischen Obereonsistoriums, in dem die Unchristlichkeit derselben dargethan Ivird, wesentlich mit dazu beigetragen haben, daß die Entlassung Stöckers ans seinem Amte als Hofprediger endlich erfolgt ist. Hoffen ivir, daß man in maßgebenden kirchlichen Kreisen den thörichten Gedanken anfgeben wird, man belebe das Christentum, wenn »tan das Judentum bekämpfe. Ein Baltin kann nicht gedeihen, wenn mail das Wurzel- 2*