Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 eines Hauses oder bei andern Verschüttungen am Sabbat, wo ein Menschenleben bedroht ist, sich sofort an die Wegräuninng des Schuttes und Einsturzes machen soll; H ferner darf bei gefährlichen Kranken jedes Sabbatgesetz iibertreten werden. "> Einem von Heißhunger Befallenen sollen Speisen am Versöhnungstage auch von den verbotenen gereicht werden, ") sagt der Kranke am Versöhnungstage, ich muß essen und der Arzt verneint es,' oder der Arzt behauptet, er müsse etwas genießen und der Kranke stellt es in Abrede, so soll in beiden Fällen dem Kranken Essen verabreicht werden. ’j Von den Speisegesetzen ist das Militär zur Zeit des Krieges in Gegenden dispensirt, wo cs keine erlaubten Speisen gibt. Ä) Am Sabbat erlaubte man Berechnungen von Hnmanitätssachen, sowie deren Besprechung vorzunehmen. ") Von R. Simon b. Gamliel 1. wird erzählt, daß er zur Zeit der Theurung eine Frau, die schuldig war, ein Opfer fünfmal zu bringen, nur zur Darbringung eines Opfers verpflichtet erklärte, sodaß sie von vier Opfern dispensirt wurdet) W o n a t s s ch a u. In Wilitsch in Schlesien wurde ein Mendelssohn-Verein ins Leben gerufen, in dem auch Vorträge zur Belehrung über das Judentum gehalten werden. Auch Nichtjuden nehmen an den Sitzungen teil. — Am 15. Oktober wurde in Frankfurt a. W. die zum Andenken an den am 16. Oktober 1886 verstorbenen Freiherrn Carl von Rothschild errichtete Kranken-Anstalt „Earolinnm" eröffnet. — Am 21. Oktober hielt der Ausschuß des Deutsch-Israelitischen Gemeindebnndes in Derlin eine Sitzung ab, in welcher der Beschluß gefaßt tvurde, auf Beantragung von Seiten des Euratoriums des Waisenhauses zu Dinslaken der Fürsorge für verwahrloste jüdische Kinder thatkräftige Förderung angedeihen zu lassen. — Die Kerliner Malerakademie hat, wie der „Graschdanin" meldet, den berühmten Bildhauer Herrn Professor Antokolsky zu ihrem beständigen Ehrenmitgliede erwählt. — Im Vereine für Geschichte und Altertumskunde in Frankfurt a. W. hielt Herr Stadtbaninspektor Koch einen Vortrag über „die Baugeschichte und Umbau des Leinwandhanses." Der Name kommt darnach bereits vor dem Jahre 1400 vor. Das ans rotem Sandstein und Basalt erbaute Haus erstand in dem damaligen Judenguartier an der Stelle, wo ehedem die Synagoge gestanden, tvenn auch die Kontinuität mit dieser nicht erweislich ist. Die damalige Jndengasse diente noch nicht als Ghetto, das erst seit 1463 vorkommt. — In Dreslan starb in der Nacht vom 2. zum 3. November Herr Rabbiner Dr. Manuel Io>4, geboren am 10. Oktober 1826 zu Kirnbnnm, früher Lehrer im jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau. Seine schriftstellerische Thätigkeit war hauptsächlich der jüdischen Religionsphilosophie zugewendet. Bei dem Leichenbegängnisse, das am 6. November unter ungemein großer Beteiligung stattfand, sprachen am Sarge in der Synagoge die Herren Dr. Knollrr und Dr. Ziemlich und am Friedhofe die Herren Rabbiner Dr. Kosrnthal, Dr. Waybanm, Dr. Vogelstein, Seminarist Dr. Iarob und Rabbiner Dr. Eckstein. — Am 13. November starb in Gber-Ingrlheim der dortige Cantor und Lehrer an der Cominunalschnle Herr Iofef Klingenstein, ein durch die Gründung der „Achawa" um die jüdischen Lehrer in Deutschland verdienter Mann. Er war früher Redaeteur des 0 Schulchan Aruch Orach chaim 3^9 2) das. 3ü8. ■’) Joma 83 a. 4) das. 5) Maimonides h. metachim 8, 1. 0 Kethudoth S- 5 a. und Orach chaim 39V. 7) Kerithoth S. 8 a.