Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 des Glückes und der Macht keine» Boden in seiner Mitte haben sollte. Der Weihe des Heiligtums ist nur zn bald wieder die Entweihung desselben gefolgt und zwar nicht durch die Feinde, sondern durch Israel selbst. Ehannka konnte daher von den Frommen und Gvttvertranenden nicht mit frendigein Herzen begangen werden; sie sahen zwar, daß Israel noch immer durch Thaten der Macht und der Freiheit sich Ansehen zn verschaffen verstand, aber es war nicht mehr der Geist Gottes, der dieselbe durchwehte und in ihnen fvrtwirkte. Nur in dem Lichte, das ihnen als ein Sinnbild dieses Geistes erschien, der einst die Makkabäer beseelte, und nur in dem immer wachsenden und fortschreitenden Lichte erblickten die Besserdenkenden das Wahrzeichen der Erlösung Israels, die Bürgschaft seines dereinstige» Heiles. Auch wir wollen daher dieses Licht der Geistesweihe, das Licht der Religion, das uns durch die Trnbnis des Lebens leitet, »ns erhalten und immer von Nenein entzünden. In mattein Glanze und gedämpftem Scheine strahlt es ja noch in dem heutigen Israel fort, aber doch nicht so, daß unser ganzes Leben und Wirken von ihm erhellt wird. Die einen wollen es nicht offen hinansstrahlen lassen, die anderen hinwiederum können den starken Qualm nicht entbehren, der den Lichtkern uindnnkelt, und wollen, daß das schwache Licht nur im Verborgenen einen matten Schimmer verbreite; das aber suchen beide zn verhüten, daß dieses Licht nntergehe oder daß es andrerseits zn viel Oel verbrauche. Es soll nicht ganz ansgelöscht werden, denn man kann nicht wissen, ob es nicht von außen her etwas zu finster wird; da könnte es ja nötig werden, daß man die Religionsflamnie wieder aufdreht. Aber wo diese Notwendigkeit nicht vorhanden ist, da soll sie nur recht niedrig brennen und dnrchaus nicht mehr Nährstoff verzehren, als erforderlich ist, dainit sie nicht ganz verglimme. Freigebig, verschwenderisch ist inan nach allen Richtungen hin; gilt es aber die R'eligivn, die Wahrheit, die Erkenntnis und das innere Geistesleben, die Lehre und Wissenschaft des Jndenlnms zn schützen und zn erhalten, steht Israel mit leeren Händen da und ist arm bis zur Verzweiflung. Wenigstens werden wir in unseren Tagen die goldgießenden Röhren, die nach dem Worte des Propheten in de» Leuchter der Religion einmünden sollen, vergeblich zu entdecken suchen. Das soll aber nicht so bleiben. Das Geisteslicht inüssen wir in Israel in vollem Glanze ivieder erstrahlen lassen, die heiligen Quellen der Religion nnd der Erkenntnis öffnen, damit ihre erquickenden Heilesströme über die verödeten Gefilde Israels sich ergießen, nnd die Weihe des Geistes vereinen mit der Weihe der That, dann wird wieder das Heiligtum Gottes in unserer Mitte sich anferbauen, der Name Israels von Glanz und Ruhm ninlenchtet, der Name Gottes geheiligt und verherrlicht sein von uns und von aller Menschheit. GhanuKa und Weihnachten. Bekanntlich werden Weihnachten weder bei allen Völkern, noch in allen Evnfessionen in gleicher Weise gefeiert. Schon dieser Umstand drängt zn der Frage, wie es denn damit im Urchristentum mtb in den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche gehalten worden sei. Es steht historisch fest, daß die