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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-12-01 · Heft 12 (1.12.1891) · p. Seite 287

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 12 (1.12.1891)
Date
1891-12-01
Page
Seite 287 (sequence 23)
Language
German
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287 Zierde der Stadt ist. — Anfang Juli brachen in Paramaribo Unruhen aus, die ihren Grund darin hatten, daß der Gouverneur, Jonkheer Lohman, ein bekannter Antisemit, eine offizielle Feier aus' Anlaß des 50. Jahrestages der Eröffnung des Parlamentes nicht gestatten wollte. Der aufgeregte Pöbel wendete sich schließlich gegen die Häuser und Läden der Juden, deren mehrere einen bedeutenden Schaden erlitten. Durch fast zwei Tage befand sich die ganze Stadt in der Gewalt der Excedenten. Weferale und Mitteilungen. Guellenschristen;ur Geschichte des Unterrichtes und der Erstehung bei den deutschen Inden. Von den ältesten Zeiten bis auf Mendelssohn von Dr. W. Güdemann, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (Berlin A. Hofmann & Eomp. 1891. Preis 12 Mk.) Der um die Erforschung der Geschichte des jüdischen Unterrichtswesens sehr verdiente Verfasser bietet im vorliegenden Werke Auszüge aus Quellenschriften, gedruckten und handschriftlichen, aus denen man über die Erziehungsweise der Juden in Deutschland vielfache Belehrung erhält. Nach den Ausführungen des gelehrten Verfassers giebt es bis zu der spanisch-arabischen Litteratur weder eine größere Schrift noch eine Abhandlung, welche sich ausschließlich und eigentlich mit dem Erziehungs- und Unterrichtswesen beschäftigt. Zumeist sind es Moralschriften, Testamente und Gemeindebücher, die in vorliegendem Werke ganz und auszüglich niitgeteilt werden, welche Helle Streiflichter auf die Juden in Deutschland nach besagter Richtung hin werfen. Es ist ein Vorzug dieses Buches, daß selbst Laien daraus reiche Belehrung gewinnen können, auch in Bezug auf andere kulturhistorische äußerst interessante Gegenstände. Wir lassen hier einige Stellen folgen. Im „Buche der Frommen" heißt es: „Wer auf Zins (wohlverstanden: nicht auf Wucher) leiht, Gold beschneidet, Gewicht und Maas fälscht oder sonstwie betrügt, der wird zu Grunde gehen (S. 10). In demselben Buche befinden sich auch Bestimmungen zum Schütze der Thiere. So z. B. (S. 12). Die versündigen sich, die Katzen bei den Ohren zupfen um sie miauen zu lassen, und Gott wird einst von denen Rechenschaft verlangen, die Pferde mit Sporen stacheln. Im Bezug auf das Gebet heißt es (S. 13): „Man soll nur in derjenigen Sprache beten, die man versteht. Das Gebet erfordert Andacht, die ohne Verständnis dessen, was man betet nicht möglich ist. Wir sehen Rabbi Jehuda b. Samuel aus Regensburg im dreizehnten Jahrhundert nahm schon damals einen Standpunkt ein, den man heute noch unter den Juden nicht erreicht hat. Ascher ben Jechiel (starb 1327) schreibt (S. 22): Thue ab die Stütze, welche die Menschen reichen, mache Gold nicht zu deiner Lebenshoffnung. — Gieb leichter Geld als Worte von dir. Auf der Straße soll man dich nicht hören, schreie nicht einem Viehe gleich, sondern sprich anständig. Sei aufrichtig und wahr gegen Jedermann, auch gegen Nichtjuden. R. Jehuda b. Ascher (st. 1349) sagt in seinem Testamente: „Hütet euch vor Klatsch, das Beste ist Schweigen (S. 27). Jacob b. Ascher (st. 1340) sagt: Loben dich die Menschen, so halte ihr Lob für Tadel, tadeln sie dich so halte ihren Tadel für Lob und prüfe und bessere dich" (S. 23). Im kleinen Buche der Frommen heißt es: „Schlage und quäle nicht weder Vieh noch Wild, noch Geflügel, noch Gewürm —-(öte keine Fliege und keine-iWespe, selbst nicht eine Ameise noch eine Mücke (S. 37). Er schreibt auch übe gegen ihn (den Nichtjuden) keinerlei Betrug und Lug, denn das ist eine schwerere Sünde, als Schweinefleisch essen (S. 39). In dem Werke „Derech Hachajim"

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