Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 11 (1891)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1891)
- Date
- 1891-12-01
- Page
- Seite 279 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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279 in anderweitigen Schriften so sehr zerstreut, daß sie nicht allen gegenwärtig sein können, die sich mit der Auslegung eines der Bücher beschäftigen. Eine solche Uebersichtlichkeit, ohne weitlänfigen, kritischen Apparat gewährt auch den Nutzen, daß eine glückliche Korrektur sofort als Vergleichungspnnkt für ähnliche Textverderbnis dienen kann. Ans dieser Rücksicht hat es Verfasser unternoniinen, eine verbesserte Ausgabe des Bibeltextes zu veranstalte», teils ans Grund der bereits .gewonnenen glücklichen Resultate, teils auch ans dem eigener Forschung. Die Zahl der von ihm emendierten Stellen vermehren die von seinen Vorgängern um viele Hunderte. Er hat dabei kritische Hilfsmittel airgewendet, welche diese nicht gekannt oder übersehen haben. Nur solche Verbesserungen sind indessen aufgenominen, die entweder ans sicheren Belegen beruhen oder derart sind, daß sie sich auf den ersten Blick als richtig empfehlen und von den Fachmännern ohne weiteres gebilligt werden dürften. Die rveniger sicheren Korrekturen sind durch beigefügte Fragezeichen kenntlich gemacht und nur als der Erwägung wert hingestellt/ Der Verfasser hat es vorgezogen, der Methode der Masora zu folgen, nämlich den Text in seiner überkommenen Gestalt zu lassen und die Verbesserungen in lateinischen Fußnoten anzngeben. — Ein verbesserter Bibeltext tvird erst eine allgemein verständliche Uebersetzung in moderne Sprachen ermöglichen, indem das Anstößige und Widersinnige, das sich in der Uebersetzung noch greller macht und gebildete Leser abschreckt, größtenteils beseitigt ist. Die Reden der Propheten, die Ergüsse der Psalmisten, die Lehrsentenzen des Spruchbuches, die Wechselreden des Buches Hiob und überhaupt die poetischen und didaktischen Partien der Bibel werden dadurch besser gewürdigt werden können. W onalsschau. In Sreslau wurde Herr Dr. Gnttmann, bisher in Hildesheim, zum Rabbiner gewählt. Derselbe ist durch seine Arbeiten ans dem Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie vortheilhaft bekannt. — Nach Alzey wurde Herr Dr. Levi als Rabbiner berufen. — In Hamburg wurde am 23. September eine neue Synagoge an der Elleruthorbrücke in feierlicher Weise eingeweiht. Auch in Kitschenwalde und in Ingweiler fanden Synagogen-Einweihungen statt. — Am 19. September wurde in Dückeburg das 25jährige Bestehen der dortigen Synagoge gefeiert. Die Festrede hielt Herr Lehrer I. Donwitt, dessen 25jähriges Jubiläum zu seiner Ueberraschnng mitgefeiert wurde. — In Ingelheim wurde das fünfzigjährige Bestehen der dortigen Synagoge feierlich begangen. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Griinfeld aus Bingen. — Man schreibt »ns: Das 50jährige Amtsjubiläum des Lehrers und Predigers Herrn W. Dlumenfeld (geboren am 21. December 1821 in Schwerte a. d. K., in Wen, wurde in höchst solenner Weise am 26. und 27. September begangen. — An Stelle des verstorbenen Rabbiners Dr. Oppenheim fnngirte während der hohen Feiertage Herr Dr. Armand Kaminka, ein Hörer der Berliner Hochschule, als Rabbinatsverweser und Prediger in Morn. — In Altona ist Herr Ed. Durkes aus Wien an Stelle des zuni Rabbiner in Pinne gewählten Dr. Schlesinger, zum Hülfs-Klausrabbiner ernannt worden. — In Areslau wurde ein jüdisches Mädchenheim eröffnet. — Man berichtet: Die Württembergische Residenz