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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1891-12-01 · Heft 12 (1.12.1891) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 12 (1.12.1891)
Date
1891-12-01
Page
Seite 280 (sequence 16)
Language
German
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280 Stuttgart richtet eine Berufsfeuerwehr ein. Für dieselbe ist von 23 Bewerbern, Herr Kauffmann Druno Jacoby ans Stendal zum Brandmeister gewählt worden. — Man schreibt uns: Die Aönigl. Regierung zu Gaffel hat sich veranlaßt gesehen, an sämmtliche Kreisschul-Jnspectoren und Stadtschul-Jnspectoren eine Verfügung zu richten, wonach es den Lehrern zur Pflicht gemacht wird, daß sie dein für die Schnlzucht schädlichen Treiben mancher christlichen Schüler, welche israelitische Erwachsene und Kinder öffentlich in ihrer Eigenschaft als Juden geschniäht und verhöhnt haben, überall mit Entschiedenheit entgegentreten. Zugleich sollen die Lehrer bei maßvoller Zurückhaltung im öffentlichen Leben, mit dem eigenen Beispiele christlicher Dnldsanikeit gegen Andersglaubende der ihnen anvertranteu Schuljugend vorangehen. — Am 2. Oktober starb in Sreslau im hohen Alter Herr Dr. G. I. Magnus, Professor für semitische Sprachen und die rabbinische Litteratur an der Universität daselbst. Viele Rabbinen die in Breslau ihre Ausbildung am Seminare genossen, verdanken ihm wertvolle Anregungen und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. — In Gotha wurde ein jüdischer Grabstein bei Gelegenheit der Beseitigung einer Gartenmauer, aus dem Jahre 1405 aufgefunden. — In einer Sitzung des fortschrittlichen Vereins vor dem Halleschen Thor in Derlin beleuchtete Lic. Gräbner in etwa l^stündigem Vortrage in fesselnder und objektiv sachlicher Weise den Antisemitismus und wies auf das Ungerechte und Gemeingefährliche hin, welches der Antisemitismus in sich schließe und im Gefolge habe. — Der Deutsch- Israelitische Gemeindebund versendet No- 31 seiner „Mittheilungen", welchen als interessante Beilage eine hebräische Uebersetzung der bekannten 15 „Grundsätze der jüdischen Sittenlehre" beigegeben ist. Die Uebersetzung ist nach Entwürfen der Herren Lector Weiß inWien und Dr. Mandelkern in Leipzig von Herrn Professor Lazarus redigirt worden. — In „Uathanaet" (Jahrg. VII No. 5) befindet sich ein Aufsatz: die Geschichte der Juden in England vom Jahre 1216—1290 und die damaligen Bemühungen auf dem Gebiete der Judenmission von Ködert Gelfert cand. theol. — Die ägyptische Abteilung der königlichen Museen in Kertin hat von dem Fabrikbesitzer Herr» Julius Jsaac in Berlin ein geschichtlich sehr bemerkenswertes Denkmal zum Geschenk erhalten. Es ist dies ein großer Alabasterblock in Form eines heiligen Schreins, in dem einst die Gefäße mit den Eingeweiden des Königs Scheschonk I. (um 930 v. Ehr.) aufbewahrt wurden. Auf dem dachartigen Deckel des Schreines ruht ein teilweise im Relife gearbeiteter Geier. Auf den Seiten des Unterteils sind die Göttinnen Isis und Nephthys dargestellt, die mit ihren Flügeln den heiligen Inhalt des Schreines beschützen. Auf der Vorderseite steht außerdem noch der Name des Königs. Scheschonk I. ist eine auch in der Bibel erwähnte historische Persönlichkeit. Dort heißt er Schischak und ist derselbe, der im fünften Jahre des Königs Nehabeam nach Palästina zog, Jerusalem eroberte und von da die Schätze des Tempels und Palastes, namentlich die von Salomo gestifteten goldenen Schilde, mit sich wegführte. Der Schrein ist in dem „Saale des neuen Reichs" in dem ägyptischen Museum zur Anfstellnng gelangt. — In Derlin fand auf Einladung des geschäftsführenden Ausschusses des Central-Comitees für die Russischen Inden eine Versammlung von Vertrauensmännern der bedeutendsten jüdischen Gemeinden des In- und Auslandes statt. — Man berichtet uns: Bei den in den Synagogen Württembergs gehaltenen Tranergottesdiensten für den höchstseligen König Kart wurde auf Anordnung der israelitischen Oberkirchenbehörde über den Text „Auf dem Pfade der Gerechtigkeit ist Leben und der Wandel

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