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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-11-01 · Heft 11 (1.11.1889) · p. Seite 258

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 11 (1.11.1889)
Date
1889-11-01
Page
Seite 258 (sequence 18)
Language
German
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258 der Thomaskirche ein Mendelssohn-Fenster gestiftet werden. Der Reformverein agitirt dagegen, obschon man in derselben Kirche nicht ansteht, den „Paulus" von Mendelssohn und seine Psalmenkompositionen aufzuführen. Felix Mendelssohn war getauft. — Die Königliche Nationalgallerie in Derlin erwarb eine Bleistiftzeichnung Skhadow's „Josef im Gefängniß." — Wie Moses Mendelssohn in Dessau, so wird jetzt auch seinem Enkel, dem Componisten Felir Mendelssohn in Leipzig, der Stätte seines langjährigen, einflußreichen Wirkens, vor der Hauptfront des neuen Gewandhauses ein Denkmal errichtet werden, nachdem die städtischen Behörden beschlossen haben, die noch fehlende Summe von 5000 Mk. zu der veranschlagten Gesammtsumme von 25,000 Mark beisteuern zu wollen. Mit der Ausführung des Denkmals ist der Bildhauer Werner Stein beauftragt worden. — Ein Kapital von 120,000 Mark ist dem Oberbürgernieister Friedensburg von Dreslau von einem Bürger übergeben worden, dessen Name erst nach seinem Tode bekannt werden soll. Die Zinsen dieser in 3^/s proz. schlesischen Pfandbriefen bestehenden Stiftung sollen „arme Personen, vorzugsweise des Arbeiter-, Handwerker- und Kleingewerbestandes, ohne Unterschied des Glaubens, die seit mindestens 10 Jahren in Breslau wohnhaft sind mtb keine regelmäßigen Unterstützungen aus den Mitteln der öffentlichen Arnienpflege empfangen, in Nothlagen erhalten, damit sie wieder fähig werden können, sich selbst durch redliche Arbeit zu ernähren, insofern sie nicht Alter oder Krankheit daran hindern." Die Beihilfen sollen nicht unter 30 Mk. und nicht über 200 Mk. betragen. Nach dem Tode des Stifters, der sich die Vertheilung der Zinsen bei seinen Lebzeiten vorbehält, wird ein Kuratorium von fünf Männern, von denen mindestens zwei jüdischen Glaubens sein müssen, die Berwaltung der Stiftung leiten. — Fräulein Koretius I, die Leiterin einer höheren Töchterschule in Kerlin, hat die Aufnahme jüdischer Schülerinnen abgelehnt, weil sie von Seiten christlicher Eltern mißfällige Aeußerungen über die bedeutende Zahl jüdischer Schülerinnen in ihrem Institute entgegennehmen mußte. Die Sache kani bereits in der städtischen Schuldeputation zur Sprache. — Herr Prediger Uetersen au der Johanneskirche zu Flensburg, ein Hauptführer der christlich-socialen Partei und Antisemit ersten Grades, ist flüchtig geworden, wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit. Der Staatsanwalt hat bereits einen Steckbrief hinter dem flüchtigen Prediger erlassen. — In Kisber sagte Se. Majestät Kaiser Fran; Josef zu einer Deputation des katholischen Klerus: Er hoffe, die Geistlichkeit werde stets Treue für den Thron und das Vaterland zeigen und brüderliche Eintracht unter den Bewohnern aller Confessionen eifrig pflegen. — Der ungarische Unterrichtsminister Graf Albin Gssby besuchte jüngst das Landesrabbiner-Seminar in Budapest und die Landes-Lehrerpräparandie. — Se. Majestät der König von Schweden hat dem Kenner der arabischen Litteratur Herrn Ur. Goldfleher, Sekretär der israelitischen Gemeinde in Kudapest, die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft anläßlich des achten Orientalisten-Congresses in Stockholm verliehen. — Am 8. September fand in der Seitenstätten-Snnagoge in Wien eine Gedächtnisfeier für die im Jahre 1878 in der Schlacht bei Doboj in Bosnien gefallenen jüdischen Krieger statt. — In Jaroslau wurde der Oberlieutenant Adolf Donat am 14. September das Opfer eines Attentats. Herr Rabbiner F. Waldberg widmete beim Begräbnisse dem Dahingeschiedenen einen ergreifenden Nachruf. — In Wien wurde in feierlicher Weise die Schlußsteinlegung des neuerbauten israelitischen Gotteshauses auf dem Alsergrund (Müllnergasse Nr. 21) eingefügt. Herr Prediger Di-. Jellinek hielt aus diesem Anläße eine Ansprache. Herr Ritter v. Gutmann hat für das Gottes-

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