Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1889)
- Date
- 1889-11-01
- Page
- Seite 257 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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257 das Essen, — da sein Schnabel, der lang, — in alle Tiefen drang. — So vergalt dem Fuchse sein Gebühren, — er lohnt' ihm durch gleiches Verfahren. — Diese Fabel geißelt den, der auf Ränke sinnt — allerlei Täuschungen spinnt, — seinen Nächsten zu betrügen — welcher redlich und fern von Lügen — bei ihm weilt voll Zuversicht — und seinem Thun mißtrauet nicht. — Dem Weg, den jener ihm gezeigt, — wird auch dieser bald geneigt. — Die Geistesmächtigen werden berückt, — ihr Herz wirk dumm, wie vom Fett erstickt. — Wer Unheil schmiedet zu des Nächsten Jammer, — der schwingt der eigenen Zerstörung Hammer. — Wonaisschau. Herr Marcus Hirsch hat am 12. September sein Amt als Oberrabbiner von Hamburg angetreten. — In Uordhausen wurde Herr Dr. Schönberger, bisher in PafemalK, zum Rabbiner gewählt' — Am 7. September feierte Herr Lehrer I. Löbenftein in Durgkunstadt sein 25jähriges Jubiläum. Er wurde aus diesem Anlasse zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. — Am 5. September wurde in Lista das fünfundzwanzigjährige Amtsjubiläuni des Herrn Rabbiner Dr. Daeck begangen. Beim Gottesdienst hielt Herr Dr. Kippner aus Glogau die Festrede. — Eine der ältesten Personen dürfte wohl die im Hospitale zu Metz befindliche Wittwe Lewy sein, die das stattliche Alter von 108 Jahren aufweist. Ihren Geburtsschein kann sie allerdings nicht mehr beibringen, dagegen beweist sich ihr Alter aus dem Heiratsakte, ausgenommen in Waldwies (Lothringen) im Jahre 1815. Damals war die Braut bereits 34 Jahre alt. — In Gran; starb am 15. Sept. Herr Dr. Julius Jacobson, Professor an der Universität in Königsberg. — Auf dem Friedhofe Schönhauser Allee in Kerlin wurde neben dem Grabe des sel. Dr. Holdheim dessen Frau, die jüngst verstorben, beigesetzt. — In Dresden starb Herr Prof. Dr. Hermann Langer, früher Musikdirektor an der Universität in Leipzig. Er war ein Gegner der antisemitischen Bewegung. Er sagte: es ist kein christliches Gefühl, diese Abneigung gegen die Juden, es ist ein reiner Aberglaube! Es kränkt mich lebhaft, wie diese sogenannte Judenfeindschaft die Quelle großer ernstlicher Zerwürfnisse geworden! — Am 30. August wurde in Uehlseld die neuerbaute Synagoge durch Herrn Rabbiner Dr. Ueubürger aus Fürth eingeweiht. — Am 8. September waren es 175 Jahre, seitdem die „alte Synagoge" der jüdischen Gemeinde in der Heydereuter Gasse in Derlin feierlich eingeweiht wurde. — Am 11. August hat der Vorstand der israelitischen Gemeinde in Herrnstadt den Beschluß gefaßt, daß die dortige jüdische Schuljugend in der christlich-evangelischen Lehre ihren Religionsunterricht erhalten soll. Ein solcher Beschluß steht wohl einzig da und gibt einen traurigen Beitrag zur Geschichte der Vorstandswirthschaft. — Die jüngst ausgegebeuen Mitteilungen vom deutsch-israelitischen Gemeindebunde enthalten einen Bericht der Abtheilung für Handwerk, der besondere Beachtung verdient, indem er über die wichtigsten Institute, Stiftungen und Einrichtungen auf diesem Gebiete ausführliche sachliche Mitteilungen enthält. — Im „Israelit und Jeschurun" Nr. 72 heißt es: „Das Judentum der Reform ist eben kein Judentum. Es ist eine Anmaßung, wenn die Reform sich als jüdische Religion ausgibt." Welch' eine Verblendung! — In Leipzig sollte zu Ehren des um die Kirchenmusik verdienten Komponisten Wendrlssohn-Kartholdy in 22