Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1889)
- Date
- 1889-11-01
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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246 bände) und seine „Zeitung für deutsche Sprache" über Europa hinaus gekannt ist, wurde den 12. November 1819 zu Strelitz in Mecklenburg, der früher« herzoglichen Residenz, geboren. Sein Vater war der biedere Kaufmann Hendel Sanders, und seine Mutter, die bald nach seiner Geburt starb, war eine geborne Schäfer; beide gehörten alten, achtbaren Familien der Stadt Strelitz an. So war unser Daniel gleich nach seinem Eintritt ins Leben mutterlos. Zum Glücke erfreute er sich eines Vaters, der in edler, fürsorglicher Wachsamkeit dem Kinde die Süßigkeit der Mutterliebe möglichst zu ersetze» suchte und mit väterlicher Hingebung die Erziehung und Heranbildung des Knaben besorgte. Pietätsvoll hören wir ihn später von seinem Vater sprechen: „Kannte doch die ganze Stadt ihn als bieder und rechtschaffen — niilde, freigebig gegen Notleidende, nach Kräften hilfsbereit gegen Alle in allen Lagen. Ich bin auf meinen Lebenswegen sehr vielen begegnet, die nieinen Vater an Gaben des Geistes und an geistiger Ausbildung weit, weit überragt haben, aber keinem einzigen, der ihn an Herzensbildung, an Wohlwollen gegen alle Menschen, an Bieder- und Gradsinu übertroffen hätte." (Nord und Süd, 1888, Breslau S 166). Aus seiner im Jahre 1868 herausgegebenen Gedichtsammlung: „Die heitere Kinderwelt" ersehen wir, daß unser Daniel eine heitere, glückliche Kindheit genoß, in der der Sinn für Einfachheit und Natürlichkeit geweckt wurde, aus der sich bei ihm der Hang für Poesie, besonders für Volkspoesie schnell entwickelte. Seine erste Bildungsstätte war die damals sehr besuchte, jüdische öffentliche Freischule seiner Vaterstadt. Von den damaligen tüchtigen Lehrkräften an derselben nennen wir den Direktor Dr. Lehfeldt, der später mit seinem- Schwager vr. Moritz Veit Begründer der Veit'schen Verlagsbuchhandlung in Berlin wurde, und Joseph Zedner, nachmaligen Bibliothekar am „Britischen Museum" in London; beiden Männern verdankte er die Grundlage seines Wissens, besonders die Anregung zu seinem Vorwärtsstreben. Mit vieler Verehrung und Dankbarkeit hing er noch später an Letzterem, dem er die schon genannte Schrift: „Heitere Kinderwelt" widmete. Wir lesen dort auf dem Widmungsblatt: „Ich weiß, du denkst gern früherer „Zeit, wo du warst mein Führer „Und Lehrer liebevoll. „Der Zeit wird dich gemahnen „Dies Buch, trügt nicht mein Ahnen. „Nimm's als des Dankes Zoll! „Du weißt, mein theurer Zedner, „Daß ich kein Phrasenredner, „Kein Freund von Worten bin. „Laß schweigend mich dir reichen „Dies kleine Dankeszeichen, „Und nimm es freundlich hin! An einer andern Stelle (Nord und Süd S. 167) spricht er von beiden: „Ich bewundere noch heute den erzieherischen Scharfblick meiner beiden Lehrer, die trotz meiner oben erwähnten Flüchtigkeit und des Mangels an dem zum erfolgreichen Studium so unumgänglich notwendigen, ernsten und ausdauernden Fleiße, mich dennoch meinem Vater wiederholt als zum Studium geeignet und berufen bezeichnet haben." Zu Ostern 1832 verließen diese beiden Lehrer die Schule in Strelitz. Unser Daniel hatte schon bas zwölfte Jahr zurückgelegt, er sollte nun das Gymnasium in Neu-Strelitz besuchen. Sein Vater bestimmte ihn