Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1889)
- Date
- 1889-09-01
- Page
- Seite 214 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Rev. W. Mendelssohn, dessen Vater ein Großneffe Moses Mendelssohns war. Er war Prediger und Vorsänger. — Die Juden aus Galizien in Uem-Uork haben Herrn Moses Kappaport aus Lisenrz als Oberrabbiner berufen. — Fräulein Annis Hlida Abrahams in Uem-Nork wurde aus nahezu 2000 Schülern der Normalschule gewählt, den Präsidenten Harrison im Namen der Stadt zu begrüßen. Weserale uub Mitteilungen. „Das Auch der Religionen, nach christlichen und jüdischen Quellen bearbeitet von A. Franz." (Stuttgart, Pfautsch 1889.) Der Hauptinhalt dieses Buches besteht in einer populären Darstellung der Lehre und Geschichte des Judentums, von den anderen Religionssystenien wird nur eine summarische Uebersicht gegeben. Auch in elfterer wird einesteils zu viel, andrerseits zu wenig geboten. So will es uns durchaus nicht einleuchten, daß das Passahfest uns dazu ermahnen will, auf den Namen Israels stolz zu sein (S. 52). Eine solche Mahnung findet sich weder in der Bibel noch im Talmud und ist am wenigsten mit dem genannten Feste in Verbindung zu bringen, das uns nur an Gottes erlösende Gnadenthaten erinnern will. Es wäre sehr bedenklich, "wenn solcher Stolz, der durch die eigene That nicht gerechtfertigt wird, als Ersatz und Surrogat für die entschwundene religiöse Gesinnung, die vor allem Demut, Gottesverehrung, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit fordert, dienen sollte. Allerdings dürfen wir darauf stolz sein, daß die Vorbilder und Lehrer der Menschheit, Propheten und Psalmisten, aus dem Stanime Israels hervorgegangen sind, aber nur dann wenn deren Lehre und Geistesvermächtnis zum vollen Besitze und leitenden Lebensgesetze der gesamten Glaubensgemeinde geworden ist. Leerer Stammesstolz ist unseren Vätern fremd gewesen und wir haben keine Ursache, aus demselben eine Tugend zu machen. — „Die Entstehung des DolKes Israel und seine nationale Organisation von Earl Heinrich Eorniil, Professor in Königsberg." lHamburg, Verlagsanstalt und Druckerei A.-G.) Der Verfasser, ein gelehrter Bibelforscher, führt uns in vorliegender Schrift auf Grundlage historisch-kritischer Betrachtung in klarer Ueberschau die Hauptmomente der ältesten Geschichte Israels vor. Er steht, wie er selbst sagt, auch den sagenhaft klingenden Berichten nicht skeptisch gegenüber, da, wie leicht einzusehen ist, auch in solchen positive geschichtliche Erinnerungen enthalten sind. Die Wahrheit der biblischen Berichte hat durch die moderne Kritik nur erneute Bestätigung gefunden, wenn auch Einzelnes durch dieselbe eine von der herkömmlichen Auffassung abweichende, mehr dem historischen Sinne entsprechende Deutung erfahren hat. Die Behauptung des Verfassers (S. 29), daß die Geschichte Israels nach dem Tode David's eine „fortgesetzte Tragödie" sei, dürfte manchem berechtigten Widerspruche begegnen. Die gleich darauf folgende Glanzperiode der salomonischen Regierung ist doch wahrlich nicht tragödisch; Israel hat auch in den späteren Jahrhunderten noch manche Zeit des Aufschwungs erlebt. Auch bei der Bezeichnung „Der Sohn Davids nach dem Fleische" läßt der Verfasser die kritischen Bedenke», die derselben entgegenstehen, unbeachtet. — „Jüdisch-Deutsche Volkslieder aus Galizien und Rußland, herausgegeben von vr. Gustav Hermann Dalman, Lieentiat der Theologie" (Leipzig, Centralbureau der Institute