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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-09-01 · Heft 9 (1.9.1889) · p. Seite 207

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 9 (1.9.1889)
Date
1889-09-01
Page
Seite 207 (sequence 15)
Language
German
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207 mittags empfing König Albert u. a. in Dresden den Rabbiner Herrn I)i'- Winter und die drei Vorstände der israelitischen Gemeinde, Banqnier Sondi, Rechtsanwalt Emil Lehmann und Generalkonsul Wankiewicz, welche außer einer kostbaren Adresse eine Stiftung von 15OO0Mk. für das Karola-Krankenhaus überreichten. Am 16. Juni, Vormittags 9 Uhr, fand in der festlich geschmückten Synagoge in Dresden ein Festgottesdienst zur 8OOjährigen Wettin-Jubelfeier statt. Auch in den andern Synagogen des Landes wurden aus diesem Anlasse Festgottesdienste abgehalten. — Am 1. Juni wurde in Leipzig der erste Jugendgottesdieust in der Hauptsynagoge abgehalten. — Die israelitische Gemeinde in Leipzig zählt 1059 steuerpflichtige Mitglieder, welche 33,269 Mk. Kultussteuer zahlen. — Der zweihundertjährige Gedenktag der Zerstörung der Stadt Worms durch die Franzosen wurde auch in der dortigen Synagoge am 31. Mai durch einen feierlichen Gottesdienst begangen. — Von Dr. Levy's „Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch" ist nach 13 Jahren die letzte Lieferung erschienen. Einen Index zu den Bibelversen und den Stellen aus den Talmuden und Midraschim hiezu hat Herr Prof. Dr. Wünsche verfaßt. — Das Baruch-Auerbach'sche Waisenhaus in Serlin unter Leitung des Herrn Dr. A. Strelih hat im abgelaufenen Jahre 76 Zöglinge gezählt. Einnahmen und Ausgaben beliefen sich auf ca. 45000 Mk. Das Reichenheim'sche Waisenhaus unter Leitung des Herrn Dr. Iutrosinsky wurde von 67 Kindern besucht. Es wurden ca. 50000 Mk eingenommen. — Herr Julius Eunom in Kerlin hat anläßlich seines sechzigsten Geburtstages dem Vorstande der jüdischen Gemeinde 15000 Mk. zur Verwendung für wohlthätige Zwecke überwiesen. — Über eine Stiftung der Familie Sonn in Frankfurt a. W. wird berichtet: Wie bekannt, hat Herr Philipp K. Sonn schon vor längerer Zeit zwei Grundstücke am Kugelbergweg erworben zur Erbauung eines Versorgungshauses für alte erwerbsunfähige oder sieche Leute der Gemeinde Eronberg, und zwar zum Andenken an dessen verstorbene Eltern Saruch Sonn und Setty Sonn, geb. Schuster. Der Kostenvoranschlag für das Gebäude ist auf 40000 Mk. norniirt. Dem Gemeinderat wurde durch Herrn Bürgermeister Jamin ferner die Mitteilung gemacht, daß die Familie Bonn zur Bestreitung der jährlichen Ausgaben dieser Stiftung 100000 Mk. bei einem Bankhause in Frankfurt a. M. deponirte. Der Gemeinderat hat einstimmig sich für Annahme der Stiftung erklärt und dabei beschlossen, daß eine besondere Deputation der genannten Familie den Dank der Gemeinde für dieses hochherzige Geschenk aussprechen sollte. — Man berichtet uns: Am 6. Juni beging die unter Leitung des Herrn Rabbiner Dr. P. Umstadt stehende „Hebräische Unterrichtsanstalt" in Sreslau im Anschluß an die Prüfung der Zöglinge die Feier ihres fünfnndzwanzigjährigen Bestehens, zu welcher sich im Saale der städtischen katholischen höheren Bürgerschule die Schulkommission, der Vorstand des Jugendgottesdienstes, Deputierte von Synagogen und Korporationen eingefunden hatten. Nachdem von den 7 Knabeuklassen 4 Klassen durch 4 Lehrer geprüft waren, schloß hieran der Dirigent der Anstalt, Herr Dr. P. Neustadt, die Festrede, in der er der Geschichte der Jubelanstalt Worte der Erinnerung weihte- Hervorgehoben zu werden verdient, daß es dem rastlosen Eifer des Leiters der Anstalt gelungen ist, dieselbe aus kleinen Anfängen in dem verflossenen Zeiträume zu einer zehn'klassigeu Schule (7 Knaben- und 3 Mädchenklassen) zu erheben, an welcher 5 Lehrer und 2 Lehrerinnen wirken, während durch Unterrichtslokale in drei Stadtteilen den Schülern Ersparnis an Weg und Zeit für ihre Schularbeit gewährt wird. Endlich wird auch der besonders gepflegte Jugendgottesdieust noch in diesem Jahre in einer bereits im

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