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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-09-01 · Heft 9 (1.9.1889) · p. Seite 206

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 9 (1.9.1889)
Date
1889-09-01
Page
Seite 206 (sequence 14)
Language
German
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206 Hessische Landesrabbiner Dr. Julius Landsberger in Darmstadt seinen siebzigsten Geburtstag. Der Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. M. ernannte den um das Judentum und seine Wissenschaft hochverdienten Mann aus diesem Anlasse zu seinem Ehrenmitgliede. — Aus Dessau berichtet man: Die Ausarbeitung der Entwürfe zu dem Denkmal, welches Moses Mendelssohn in seiner Vaterstadt errichtet werden soll, ist so weit gediehen, daß die Ausführung des gewählten Entwurfs bereits dem Bildhauer Hofmeister in Kerlin iibertragen wurde. Das Denkmal soll seinen Platz in den Anlagen ain Bahnhof erhalten und spätestens im Herbst 1890 enthüllt werden. Der Entwurf zeigt auf einem gefälligen Grundriß Treppen, welche die Brustmauer eines Bassins tragen, auf dessen Mitte das Denkmal, auf Felsen ruhend, emporstrebt. Ein reich geziertes Postament trägt die Büste Mendelssohns in Lebensgröße. Ihm zur Seite sitzt die „Philosophie", den Blick sinnend in die Ferne gerichtet. Die drei anderen Seiten des Postaments werden von einer großen, phantastisch geformten Muschel ilmspannt, in welche sich aus Bärenköpfen Wasser ergießt. — Der Stadtrat zu Worms hat beschlossen, einer neuen Straße, welche indie „Jndengasse" mündet, den Namen „Raschistraße" zu erteile». — Am 9. und 10. Juni tagte in Dortmund die 34. Jahresversammlung des Vereins israelitischer Lehrer Rheinlands und Westfalens. In erster Reihe wurde der Kassenbericht erstattet, der einen Vermögensbestand von 68 000 Mk.., nachwies. Den übrigen Teil des ersten Tages füllten die Beratungen über Änderung des Statuts aus. Am zweiten Tage hielt Herr Lehrer Mandel-Linz einen längeren fachkundigen Vortrag über die Möglichkeit, in einer einklassigen Schule alle Abteilungen gleichzeitig mündlich und schriftlich zweckmäßig zu beschäftigen, der sehr beifällig ausgenommen wurde. Sehr interessant und gehaltvoll war der Vortrag von Herrn Cohen- Rees über „Schülerbibliotheken". — Am 18. Juli starb in Nürnberg der Landtagsabgeordnete und Justizrat Wolf Frankenburger. Seine Güte und Liebenswürdigkeit, seine edle Begeisterung für Freiheit, Volksrecht und Vaterland nicht minder wie seine ausgezeichneten Eigenschaften als Politiker und Jurist werden den Verlust des vortrefflichen Mannes die weitesten Kreise mit tiefem Schmerze empfinden lassen. Die Beerdigung hat am 21. Juli unter großer Beteiligung stattgefunden. Den Reigen der Reden eröffnete der Rabbiner Hr. Dr. Ziemlich, dessen tiefempfundene gehaltvolle Worte uns gedruckt vorliegen. Ihm folgte Herr Biirgermeister Frhr. v. Stromer, der im Aufträge Sr. k. Hoheit des Prinz-Regenten einen von München gesandten Kranz als Anerkennung des Wirkens Frankenbnrger's auf dessen Grab niederlegte. Außerdenl wurden noch zahllose Blumenspenden niedergelegt. — Am 11. Juni starb in Straßburg Herr Dr. A. Singer, Rabbiner von Huchsmeiler. — In Wiesbaden starb am 5- August Fanny Lemald, die bekannte Romanschriftstellerin. Sie wurde am 24. März 1811 in Königsberg von israelitischen Eltern geboren und trat in ihrem 17. Lebensjahre zur evangelischen Kirche über. — In Wildbad wurde eine Synagoge durch Herrn Dr. Mannheimer aus Karlsruhe eingeweiht. — In Kollendorf fand die Grundsteinlegung zu einer neuen Synagoge durch den Oberrabbiner von Trier statt. Herr Herm. Levy hat den Bauplatz dazu geschenkt. — In Teterow wurde am 15. Juni in der Synagoge zum Andenken an Kaiser Friedrich eine schwarze Marmortafel enthüllt, auf welcher die Worte seines Erlasses eingraviert sind: Ich will, daß der seit Jahrhunderten in Meinem Hause heilig gehaltene Grundsatz der religiösen Duldung allen Unterthanen welcher Religionsgemeinschaft sie auch angehören zum Schutze gereiche. — Am 17. Juni Vor-

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