Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1889)
- Date
- 1889-08-01
- Page
- Seite 188 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Die männlichen und weiblichen Personennamen in der Bibel sollen die Zahl 1500 überschreiten. Derselbe Herr hielt auch im „Jew-College" einen Vortrag über „das Glas bei den Hebräern". — In der Bibliothek des Vatikans in Kom befindet sich eine hebräische Bibel, welche in gewissem Sinne das teuerste Buch der Welt genannt werden kann. Im Jahre 1512 wollten die reichen Juden von Venedig Papst Julius II. das Buch für soviel Geld abkaufen, als es wiegt. Da die hebräische Bibel 325 Pfd. wiegt, und so groß und umfangreich ist, daß zwei Mann daran zu tragen haben, so hätte sie das Sümmchen von Vs Million Franken gekostet. Doch Papst Julius II., trotzdem er in großer Geldverlegenheit war, ging auf den Handel nicht ein. — Herr Prof. Schiller-Skinesty in Eambridge veröffentlicht inr „Jew-Messeng" eine Biographie des kürzlich in Mantua verstorbenen Herrn vr. Alfred Edersheim, der Lektor an der Universität in Grford gewesen und über die Septuaginta Vorträge hielt. Derselbe stammte von jüdischen Eltern aus Mähren und trat zuni Christentum über. — Herr Baron Henry de Worms ist zum Mitgliede der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in London ernannt worden. — Am 19. Mai fand in Kamsgate die feierliche Einführung des neugewählten Docenten am Judith-College Herrn Dr. Hirschfeld in Gegenwart des Vorstandes und der Vorsteher der sephardischenGemeinde von London statt. — Der in Cambridge jüngst verstorbene Professor Wright, der Arabisch und Syrisch an der dortigen Universität gelehrt, war auch ein tüchtiger Kenner der hebräischen Litteratur. Zur Zeit als die Tisza-Eszlarer Verhandlungen weithin ihre Schatten warfen, schrieb er einen Artikel gegen die Blutbeschuldigung in der „Nineteenth Century". — In $om starb am 20. Mai der Ehrenpräsident der dortigen jüdischen Gemeinde, Herr Samuele Alatri, im Alter von 84 Jahren. Er war Mitglied des Parlamentes, des Magistrates und vieler humanitären Anstalten und Institutionen. An seinem Grabe sprachen der Präses der israelitischeil Gemeinde Gav. Gsdra und Prof. Ehrenreich warme Worte verdienten Nachrufes. — Se. Majestät König Humbert hat noch vor seiner Abreise nach Berlin aus eigener Initiative den Commandeur Giaromo Walvano, früheren Generaldirektor des auswärtigen Amts und jetzigen Plenipotentär-Ministers z. D., zum Staatsrat ernannt und ihm das Ernennungsdiplom selbst überreicht. — In Livorno verstarb in vorgerücktem Alter der berühmte jüdische Tragöde Wttorio Denedetti, ein Freund Guerrazsis, welcher ihn als den bedeutendsten Deklaniator Italiens bezeichnete. Benedetti verfaßte außer verschiedenen Dramen, die als klassisch gelten, auch die populären Canzone dell’ esule (Lieder eines Verbannten), die ihin im Sturme alle Herzen eroberten. — Frau Kachel Dertolara hat 500000 Lire an verschiedene Wohlthätigkeits-Jnstitute der Stadt Mailand vermacht. — Der katholische Wohlthätigkeitsverein in Arqui ehrt das Andenken des jüdischen Philosophen Gttolenghi durch Aufstellung seiner Büste im Vereinslokal. — Die Synagoge in Livorno wird laut Beschluß des dortigen Vorstandes vom 5. Mai mit elektrischem Lichte versehen. Es ist dies wohl die erste Synagoge, die diese neue Beleuchtungsart einführt. — In Floren; wird ein neuer Rabbiner gewählt. — In Kam soll eine neue große Synagoge erbaut werden. 900 OM Lire sind bereits durch Zeichnungen gesichert und die Baupläne fertiggestellt. — In Stockholm wurde ein Landstreicher Namens Kohnberg eingefangen, der nach seiner Angabe dreimal zum Christentum übergetreten, wofür er immer je 15 Kronen erhielt! — In Amsterdam feierte Herr K. Groen sein 50jähriges Amtsjubiläum als Kantor der deutsch-jüdischen Gemeinde-— In einzelnen Teilen Spaniens besteht leider noch immer der barbarische Brauch,