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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-08-01 · Heft 8 (1.8.1889) · p. Seite 185

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 8 (1.8.1889)
Date
1889-08-01
Page
Seite 185 (sequence 17)
Language
German
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185 bildungsanstalt des Landes Aufnahme finden. — In der Provinz Westpreußen soll ein israelitisches Waisenhaus ins Leben gerufen werden. — Die jüdische Bevölkerung im Großherzogtum Luxemburg beträgt 866 Seelen unter 1100 Protestanten und 200000 Katholiken. — Die Unterstützungskasse des Vereins israel. Lehrer in Schlesien und Kosen hielt am 10. Juni in Hreslau ihre elfte ordentliche Generalversammlung ab. - Frau Adelheid Emanuel, langjährige Vorsteherin des Frauen-Vereins in Eöln hat dein Verein ein bedeutendes Legat vermacht, dessen Zinsen für die Ausstattung armer jüdischer Bräute verwendet werden sollen. — Nach dem jüngst erschienenen Verwaltungsberichte der israel. Gemeinde in Dresden für 1888 zählt dieselbe 464 stimmberechtigte Mitglieder. — In der „Hazephira" Nr. 113 findet sich ein hebräisches Gedicht „die deutschen Juden", in welchem gegen die Orthodoxen auch in Frankfurt a. M. und in Main; heftig losgezogen wird. Ihre Frömmigkeit wird als eine thö richte bezeichnet, sie werden „Dornenaufbewahrer" genannt, ihre Unwissenheit wird gegeißelt, sie beten und verstehen den Inhalt nicht und gar die lächerlichen Figuren, ihre inkonsequenten Rabbinen! — Wie schwunghaft die antisemitische Verhetzung von Leipzig aus im gesamten Reiche betrieben wird, erhellt am besten aus folgenden verbürgten Zahlen: Die Geschäftsstelle der „Antisemitichen Vereinigung" hat in den Jahren 1886—1888 an Vh Million verschiedene Flugblätter, 60000 „brennende Fragen", 15000 antisemitische Kalender und 7000 solcher Katechismen verbreitet! — Der berühmte Homöopath Hahnemann äußerte sich in einem Briefe an seinen Freund Moses Philipps in Dessau, einen hervorragenden Gelehrten auf dem Gebiete der Naturwissenschaften: Euer Gott, Eure Religion ist eine Säule, deren Fundament auf Felsen steht, das weder irgend ein Zeitalter noch eine Erscheinung vernichten könnte. In der Weltgeschichte wird Euer Glaube der große Markstein bleiben, der den höheren Geist und das reinere Streben einer kommenden Zeit versinnlicht. Moses bester Freund! sei stolz, daß dich die Vorsehung gewürdigt ein Jude zu sein. Dein Volk, ich glaube fest daran, ist einer großen Bestiminung unterworfen — und alle Feinde, die durch Jahrtausende das Häuflein Juden vernichten wollten, vernichteten sich selbst. — Zum Prediger der Tempelgemeinde in Prag wurde unser geschätzter Mitarbeiter Herr vr. Gelbhaus, bisher Rabbiner in Uordhausen gewählt. — In Eperies wurde bei der orthodoxen israelitischen Gemeinde Herr K. Koth, ein Kaufmann aus Altendorf, zum Rabbiner erwählt. — Man schreibt uns: Am 28. Mai trat Herr I)r. Steinher;, früher in U.-Atäd, die Oberrabbinerstelle in Stuhl-Weißenburg, welche 15 Jahre vakant war, an. Besondere Verdienste um das Aufblühen der Gemeinde hat sich der Präses Herr S. L. Wertheim erworben, welcher seit einem Vierteljahrhunderte an der Spitze der Gemeinde steht, von jüdischen wie nichtjüdischen Mitbürgern verdiente Hochachtung und Verehrung genießend und dem seine hochsinnige Gattin, die Präsidentin des „Kreuzervereins", die an Wohlthun ihre Freude findet, würdig zur Seite steht. Neben ihm wirkt in gleich ausgezeichneter Weise Herr Advokat llr. Perl. Möge es dem Herrn Oberrabbiner gelingen, das religiöse Leben einem verjüngenden Aufschwünge entgegenzuführen. — In Lemberg starb am U. Mai Herr Kultusrat Emanuel Fraenkel, der Vizepräsident des Vereins „Schoiner Israel" und Redakteur des „Lemberger Israelit". — Man berichtet: In Andrichau starb am 25. April der verdiente langjährige Vorsteher der israel. Gemeinde und Gemeinderat der Stadt, Herr Moritz Unger. Am 27. April wurde er unter großer Beteiligung der gesamten Bevölkerung zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Glaser aus Hiala 16

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