Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1889)
- Date
- 1889-08-01
- Page
- Seite 184 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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is4 Bibliothek und das Mobiliar repräsentieren einen Wert von ca. Mk. 9000. Eingenommen und verausgabt wurde, vom 1. April 1888 bis 1. April 1889 Mk. 64001.43. Der D.-J.-G.-B. zählte am 1. April 1889, 399 Gemeinden, darunter fast sämtliche Großgemeinden Deutschlands zu ordentlichen Mitgliedern. Die umfangreiche Bibliothek des Bundes ist durch Eröffnung eines Lesezimmers täglich, außer Sonnabend von 10—2 Uhr, weiteren Kreisen zugänglich gemacht. — In Kerlin sollen gegenwärtig 90000 jüdische Seelen leben. — In Kerlin soll eine jüdische Studenten-Verbindung ins Leben gerufen werden zur Wahrung der Würde des Judentums gegen antisemitische Verbindungen und zum Zwecke der Erstarkung des jüdischen Bewußtseins. — Herr Liibl Iarobsohn in Frankfurt a. M. hat beschlossen, in Karlsbad ein Asyl für polnische Juden, wo sie Wohnung, Verpflegung, Kurmittel, ärztliche Behandlung und Bekleidung erhalten sollen, zu errichten. Es ist eine kulturhistorische That, die der edle Spender übt, indem er die Ablegung des polnischen Kaftans für die Aufnahme zur Bedingung macht. — Das Curatorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Kerlin hat den siebenten Bericht veröffentlicht. Am Ende des Schuljahres befanden sich in derselben 26 Hörer. Das Examen bestand Herr Dr. Halglicht. An Honoraren wurden verausgabt Mk. 9500. Die Einnahmen betrugen Mk. 18 564. Die Stipendien-Kasse verfügte über Mk. 5320. Voran geht dem Berichte eine gründliche wissenschaftliche Abhandlung von dem Dozenten Herrn Dr. Ioel Müller. — Am 26. Mai hielt Herr I. Stern anläßlich des Freidenker- Kongresses in Ehemnitz einen Vortrag über „Heinrich Heine als Freidenker". — Der „Uaphtali-Epstein-Verein" zur Unterstiitzung kranker Lehrer und Lehrerwitwen versendet seinen Rechenschaftsbericht für 1888. In demselben wird bedauert, daß die Einnahmen zurückgegangen. Es kamen nur Mk. 1400 gegen 1490 im Jahre 1887 zur Verteilung. Die 13. ordentliche Generalversammlung des Vereins fand am 9. Juni in Karlsruhe statt.— Der Kartonagenarbeiter Julius Stein von Köln schwindelte in Kasel einem Geistlichen vor, er wolle von der mosaischen zur christlichen Religion übertreten, worauf der Pastor den Menschen in sein Haus aufnahm und ihm Kost, Logis, Kleider und Wäsche schenkte. Eines Tages verschwand der Schwindler, dem Geistlichen unterschlug er 100 Fr. und dem Sohne desselben eine Uhr. In Köln wurde der Ausreißer festgenommen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Daß man sich doch in christlichen Kreisen um solche Seelen reißt! — Das alte Hlankenfeld'sche Haus (Spandauerstraße No. 49) in Herlin beginnt seit dem Abbruch interessante geschichtliche Reste zu liefern. In erster Reihe sind es frühgothische Architekturen. An den Gewölben hat man ferner Spuren einer ehenialigen Bemalung gefunden. Besonders belehrend über die alten Berliner Verhältnisse verspricht endlich ein Fund jüdischer Steuer- Quittungen und Synagogen-Rechnungen in hebräischer Schrift, aber in deutscher Sprache zu werden. Wahrscheinlich befand sich hier eine Zeit lang eine Privatsynagoge, da die Juden bis 1714 in Berlin kein öffentliches Gotteshaus hatten. — Der Vorstand des „Vereins zur Förderung der jüdischen Litteratur" in Glogau hat an den D.-J.-G.-Bund zu Serlin den Antrag gerichtet, die Herstellung jüdischer Schulbibiotheken, sich zur Aufgabe zu stellen, pnd ihm zu diesem Zwecke entsprechende Vorschläge unterbreitet. — Der „Verein zur Unterstützung israelitischer Seminaristen im Großherzogtum Hessen" (Sitz des Vorstandes: Main;) versendet wiederholt Aufforderungen zur Anmeldung von Jünglingen, welche sich dem Lehrberufe widmen wollen. Solche können von genannten« Vereine die Mittel zur vollkoinmenen Ausbildung erhalten, wem« sie in einer Lehrer-