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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-07-01 · Heft 7 (1.7.1889) · p. Seite 154

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 7 (1.7.1889)
Date
1889-07-01
Page
Seite 154 (sequence 10)
Language
German
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154 gangene Sünden Strafen und Leiden auferlege, doch aber dabei in Güte verfahre. Und ein solches Verfahren werde dadurch ermöglicht, daß die Fülle des Thuns berücksichtigt werde, dadurch, daß die Frommen und Gerechten für ihre geringen Sünden schon im Diesseits leiden, um ihren vollen Lohn für die guten Werke und die frommen Gesinnungen im Jenseits und in der zukünftigen Welt in Empfang zu nehmen, während die Gottlosen und Frevler für die geringen guten Werke ihren Lohn schon in dieser Welt erhalten, um in der Zukunft des Heils verlustig zu gehen, (jer. Sota 4 Ende Taanith 14 a, M. Makk. 1, 7, M 99er. Rabb. 33, A. Geiger, Jüd. Zeztsch. 6, 31 ff.). 16. „Er pflegte zu sagen: Alles ist auf Unterpfand gegeben, und ein Netz ist ausgebreitet über alle Lebenden; die Bude ist geöffnet, und der Krämer leiht; die Tafel ist offen und die Hand schreibt; und jeder, welcher borgen will, kommt und borgt. Die Einnehmer gehen beständig Tag für Tag umher und fordern von den Menschen ein mit und ohne sein Wissen, da sie Etwas habeu, worauf sie sich stützen; das Gericht ist ein Gericht der Wahrheit und Alles ist bereit zur Mahlzeit". R. Akiba bietet uns hier im Bilde die Ausführung des zweiten Gedankens im vorhergehenden Spruche: Gott läßt keine Tugend unbelohnt, keinen Sünde unbestraft, und indem er als Zeit der Vergeltung sich bald das Diesseits, bald das Jenseits ausersieht, wird das Gottesgericht immer ein Gericht der Warheit und Gerechtigkeit (vgl. Mechilta Exod. 14, 28, Rosenthal, a. a. O., 98, 126 ff.) 17. „Rabbi Elasar, der Sohn des Asarja, sagt: Wenn nicht Lehre, so nicht Weltart, wenn nicht Weltart, so nicht Lehre; wenn nicht Weisheit, so nicht Ehrfurcht, wenn nicht Ehrfurcht, so nicht Weisheit; wenn nicht Wissen, so nicht Vernunft, wenn nicht Vernunft, so nicht Wissen; wenn nicht Nahrung, so nicht Lehre, wenn nicht Lehre, so nicht Nahrung. — Er pflegte zu sagen: Weffen Wissen seine Thaten überwiegt, — wem ist er vergleichbar? einem Baume, dessen Zweige zahlreich, dessen Wurzeln gering sind, sodaß der anstürmende Wind ihn entwurzelt und umwirft (auf sein Antlitz schleudert), denn es heißt (Jirm. 17, 6): . . Er ist wie ein nackter Strauch in der Steppe und gewahrt nicht, wenn Gutes kommt; und er weilet in ausgebrannten Gegenden in der Wüste auf salzigem Boden, der nicht bewohnt wird"; aber wessen Werke zahlreicher sind , als-sein Wissen, — wem ist er vergleichbar? einem Baume, dessen Zweige gering, dessen Wurzeln zahlreich sind, sodaß, selbst wenn alle Weltstürme auf ihn eindringen, sie ihn nicht von der Stelle rücken, denn es heißt (Jirm. 17, 8): . . Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Flusse hin seine Wurzeln strecket; er gewahrt nicht, wenn Hitze kommt, sondern grün bleibt sein Blatt, und im Jahre der Dürre ist er nicht besorgt und hört nicht auf, Früchte zu tragen". Die bedeutendsten Zeitgenossen des wegen seines Reichtums und seiner aristokratischen Herkunft (zehntes Glied seit Esra) zum Nachfolger Gamliels II. in Tabun berufenen Elasar b. Asarja waren R. Elieser b. Hyrkan und R. Josua b. Chananja, ja letzterer scheint nicht nur durch sein Wissen, sondern auch durch seine Thaten Alle überragt zu haben, obgleich er das niedere Handwerk der Nadelverfertigung betrieb und damit seine Familie ernährte. Darum hat R. Elasar — wie uns scheint — mit dem zweiten Teile dieses Spruches dem R. Josua, welchem er aus anderen Gründen bei der Wahl vorgezogen wurde, selbst das Lob gesprochen. Denn dieser Teil charakterisiert R. Elieser

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