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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-06-01 · Heft 6 (1.6.1889) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 6 (1.6.1889)
Date
1889-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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137 Pflegegeldern Mk. 5850 ein. Die Verwaltungskosten beziffern sich auf Mark 1827.54, die HaushaltunHskosten auf Mk. 13200. — Der „Almosenkasten der Israelitischen Gemeinde" tn Frankfurt a. M. erhielt 1887 an Spenden zur Verteilung Mk. 28242, an Beiträgen der Mitglieder Mk. 11756, an Einkünften aus Legaten und Geschenken Mk. 4037, und zahlte Quartalspenden M. 30371, an monatlichen und sofortigen Spenden M. 32,793 an 451 Familien und einzelne Bedürftige. Außerdem wurden aus dem Extrareservefonds des Herrn G. Speyer am 6. Februar 1888 an 305 Familien Mk. 4620 und für Rechnung der M. S. Hecht'schen Stiftungsadministration Mk. 777 verteilt. In Folge der Verminderung der Einnahmen mußte die Summe von fast Mk. 5000 aus dem Reservefonds entnommen werden, um das entstandene Defizit zu decken. Herr G. Speyer ist ans der Verwaltung geschieden und hat bei dieser Gelegenheit den Extrareservefonds durch eine Spende von Mk. 5000 ergänzt. — Der Verein zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Schulmädchen in Frankfurt a. W. versorgte im verflossenen Jahre 149 Mädchen. An Geschenken gingen demselben Mark 1220 zu, das Vermögen beträgt 7600 Mk. — Der Verein für Gesundheitspflege schwacher israelitischer Kinder zu Hamburg hat im verflossenen Jahre 73 Pfleglinge teils in Sommerkolonieen auf dem Lande untergebracht, teils Unterstützungen nach ärztlicher Vorschrift durch Verabfolgung von Wein, Fleisch und anderen kräftigen Nahrungsmitteln gewährt. Ein edler Menschenfreund hat dem Verein ein Kapital von 30000 Mk. geschenkt. — Die Kaiserin Friedrich hat dem unter ihrem hohen Protektorate stehenden Auerbach'schen Waisenhause in Serliu das Bild ihres hochseligen Gemahls geschenkt. — Kaiserin August« hat der jüd. Altersversorgungs-Anstalt zu Herlin 500 Mark überwiesen. — Aus Württemberg schreibt uns Herr Oberlehrer Alexander Elsässer: Herr Bezirksrabbiner Dr. Engelbert in Heilbronn hat auf sein Ansuchen zur Herstellung seiner geschwächten Gesundheit einen einjährigen Urlaub von der K. israel. Oberkirchenbehörde erhalten; als Rabbinatsverweser wurde vom 1. April ab der Rabbinatskandidat Dr. Herthold Einstein, ein Württemberger, Breslauer Seminarist, bestellt. — In Schwäbisch Gmünd, früher freie Reichsstadt, aus der die Juden im Mittelalter vertrieben wurden und deren Weichbild bis 1806, wo die Stadt dem Königreich Württemberg einverleibt wurde, kein Jude betreten durfte, hat sich eine israelitische Kultusgemeinde, noch privatim, gegründet. — Die Rabbinate Kuttenhausen und Freudenthal sind noch nicht wiederbesetzt und ist deren Wiederbesetzung überhaupt zweifelhaft. Freudenthal war früher das einzige Rabbinat im Herzogtum Württemberg und eine der ältesten jüdischen Gemeinden in Süddeutschland. — In Württemberg trägt der Staat zur israelitischen Centralkirchenkasse 27 500 Mk. bei. — Unter den Verunglückten der deutschen Marine bei dem Sturm von Apia befanden sich auch israelitische Unterthanen. — Die Schülerwerkstätte in der israelitischen Elementarschule zu Köln und der Handfertigkeits-Unterricht daselbst unter Leitung des Herrn A. Goldschmidt haben nach kurzer Zeit günstige Erfolge zu verzeichnen. — Am 30. März starb in Patscha der Rabbiner Herr M. K. Schwarz. Herr Oberrabbiner Dr. Ueumann aus Gr. Kaniza hielt im Tempel am Sarge eine ergreifende Rede. — In Wien starb am 14. April Herr Universitäts-Dozent Dr. Ludwig Fürth, ein durch sein humanes edles Wirken ausgezeichneter Mann. Er stammt aus Amschelberg in Böhmen und entfaltete als Mitglied des Vorstandes der israel. Kultusgemeinde und der österreichischen isr. Allianz eine eifrige, ersprießliche Thätigkeit. Am 18. April fand sein Begräbnis unter großer Beteiligung statt. Herr Prediger Dr. Iellinek widmete ihm einen 12

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