Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-06-01 · Heft 6 (1.6.1889) · p. Seite 136

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 6 (1.6.1889)
Date
1889-06-01
Page
Seite 136 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969768-2969775--2605-2972794
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

136 wie Herr Alfieri in einer Sitzung des „Vereins für die Geschichte Berlins" mitteilte, ein schildförmiger Kon in erhabener gothischer Minuske olstein gefunden, der die Inschrift „Judeorum" 1 des ausgehenden 13. Jahrhunderts trägt. — Es ist bekannt, daß unzählige Juden ihren Namen von Städten abgeleitet haben, aus denen sie aus gewandert waren, um sich in anderen Gemeinden niederzulassen; daher die Oppenheimer, Hainburger, Prager rc. Weniger bekannt ist es, daß auch das Haus Rothschild auf diese Weise zu seinem Namen gekommen. Es stammt nämlich aus der Stadt Koeslrilde oder Rothschild in Dänemark, wo sich die weltberühmte Gruft der Könige von Dänemark befindet, welche Klopstock als „Rothschildsgräber" besang. — In Düsseldorf wurde der verlängerten Rethelstraße der Name „Meudelssohnstraße" beigelegt. — Es ist uns zugegangen: Bericht über die Wirksamkeit des Vereins zur Verbreitung und Förderung der Sandwerke unter den Juden. Sitz des Vereins: Düsseldorf. Es wurde im anzen für 97 Lehrlinge gesorgt, von welchen einige ganz oder teilweise die Kosten getragen haben. Trotzdem daß der Verein sich einer größeren Teilnahme zn erfreuen hat, indem die Zahl der Vereinsmitglieder von 1082 auf 1414 und die Zahl der dem Vereine angehörenden Gemeinden von 144 auf 176 gestiegen ist, mußten doch 18 Gesuche vorläufig unberücksichtigt bleiben. Die Jahreseinnahme des Vereins betrug Mk. 11,633.07. Möge der Verein sich der wärmsten Teilnahme auch fürderhin zu erfreuen Haben, damit er eine ungehemmte weite reiche segensreiche Wirksamkeit zu entfalten in der Lage sei! — Nach den in Daris erscheinenden „Archives Judaiques" giebt es auf der ganzen Erde 6300000 Juden. In Europa leben 5 4M 000 Juden, in Asien 30 0M, in Afrika 3b 0M und in Amerika 250000. Die Zahl der Juden in Australien ist nicht gan^ Mer, -rrber man darf wohl annehmen, daß sse nicht bedeutend ist. Soweit es Europa betrifft, leben die meisten Juden in Rußland und zwar 2552000, wovon 768 500 auf das ehemalige Königreich Polen entfallen. In Oestreich sind 16440M Juden, von welchen allein in Galizien 688 0M; in Deutschland 5620M, in Rumänien 263 M0, in der Türkei 105 M0, in den Niederlanden 82 0M, in Frankreich 63 0M und in Italien 40 M0. In Palästina beträgt die Zahl der jüdischen Einwohner 25 M0. — Die jüdische Gemeinde Sraeh in der Provinz Posen hat zu bestehen aufgehört. Das Gemeindevermögen Mk. 37M fiel der Nachbargemeinde Tirschtiegel zu. Die Synagoge und das Gemeindehaus werden in den Besitz der Stadt übergehen, welche hiefür für die Instandhaltung des jüdischen Friedhofes zu sorgen hat. — Die israelitische Gemeinde in Gumbinnen feierte am 16. März das 25 jährige Bestehen der neuen Synagoge. — Im „Brüder-Verein" in Dresden hielt Herr Rabbiner Di-. Winter einen Vortrag über die Euphrat-Länder. — Nach dem Jahresbericht des „Mädchenstiftes" in Frankfurt a. W. pro 1888 belief sich die Anzahl der Pfleglinge wie bisher auf 24, welche Zahl wegen der räumlichen Verhältnisse nicht überschritten werden kann. Aus Frankfurt waren 6, aus der Provinz Hessen-Nassau 6, aus dem Grotzherzogtum Hessen 3, aus Baden 2 u. s. w. Elternlos waren 6, ohne Vater 12, ohne Mutter 2. Zwei Zöglinge bilden sich am Seminar der Elisabethenschule als Lehrerinnen aus, eine ist Lehrerin an der Schule des Frauenbildungsvereins, zwei bilden sich im Di-. Hoch'schen Konservatorium aus, neun widmen ich gewerblichen Fächern. Der Gesundheitszustand war im abgelaufenen Jahre ehr günstig. Die Jahresrechnung schließt mit einer Mehr-Einnahme von Mk. 053.10 ab. An Geschenken für den Kapitalfond gingen Mk. 30M, an Gechenken für den Betrieb Mark 3518.20, an Mitgliederbeiträgen Mk. 3848, an

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.