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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-05-01 · Heft 5 (1.5.1889) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 5 (1.5.1889)
Date
1889-05-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
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Fleisches uub Ertötung des Geistes predigen. — Es ist uns zugegaugen: „Rede bei der Trauerfeier für Seine k. und k. Hoheit den hochseligen Kronprinzen Erzherzog Rudolf, am 5. Februar 1889 um 6 Uhr Abends in der Synagoge zu Iglau gehalten und auf Verlangen veröffentlicht von vr. I. Jarob Unger, Rabbiner." (Iglau, Verlag von Anton Bayer, 1889.) Von dem Text „Ich suche den Liebling meiner Seele, suche, ihn unablässig — ach ich finde ihn nimmermehr" (Hoheslied 3, I.) ausgehend, schildert der Redner die Verdienste des Fürsten um die Wissenschaft, bezugnehmend auf das Werk, in welchem dieser seine Orientreise beschrieb und auf „die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild" von welchem Werke bereits 77 Hefte erschienen sind. Es sind ergreifende, aus der Tiefe der Empfindung gesprochene Worte, in welchen der Redner den großen Verlust beklagt, den die Juden besonders erlitten, da er ein Fürst gewesen, voll dem sie stolz und zukunftsfroh sprechen konnten: In seinem Schatten werden wir dereinst ruhig und unbehelligt leben können. — Es liegt uns vor: „Klage-Eiche. Gedächtnisrede, anläßlich des schmerzlichen Hinscheidens Sr. k. und k. Hoheit des hochseligen Kronprinzen Erzherzog Rudolf. Gehalten von I. H. Schwär;, Rabbiner und Prediger in Gablonz a. U." (Selbstverlag des Verfassers.) Anknüpfend an Klagelieder 5, 15 und Jes. 58, 8 schildert der Redner in dieser herrlich ausgestatteten Rede mit gemütreichen Worten den Verlust, den das Vaterland erlitten und spendet zum Schluffe trostreiche Worte der Ergebung. — Bon Gh. D. Kippe'« „Bibliographisches Lexikon der gefaulten jüdischen Litteratur der Gegenwart" ist die zweite Lieferung des zweiten Bandes erschienen. (Wien 1889, Verlag von CH.D.LiPPe's Buchhandlung, II. Praterstraße 13. Preis Mk. 1,40.) Es ist ein anerkennenswertes Verdienst des Herrn Lippe, uns in Bezug auf jüdische Litteraten und ans die jüdische Litteratur durch sein Werk genau zu unterrichten, wozu er als Buchhändler und tüchtiger Bibliograph sich sehr eignet. Das Unternehmen verdient die wirksamste Unterstützung. — Herr Salomo« Levy schreibt uns: In unseren „Monatsblättern" sagt Berthold Auerbach von Moritz Hartinan Folgendes: Eine fein gebildete Natur. Nur that mir immer wehe, daß er den Juden so verhehlte-Darauf möchte ich Ihnen mitteilen, was Moritz Hartmann in seinen „Erinnerungen" selbst erzählt. Hartmann fuhr einmal von Amsterdam mit einer ihm befreundeten Familie nach einem benachbarten Orte, respektive er ritt neben der in einer Equipage fahrenden Gesellschaft her. Dort angelangt kehrten sie Alle in einem Wirtschaftsgarten ein und hier hörte Hartmann ein Geräusch wie Klagegesang, Gebetmurmeln u. s. w. Er erkundigte sich beim Wirt darnach. Darauf erfuhr er, daß eine am Platze spielende Cirkus-Gesellschaft das Vorabendbebet des „langen Tages" abhalte. Er hatte nichts Eiligeres zu thun, als in die zum Gebetsal eingerichtete Scheune zu gehen. Hier stellte er sich scheu zu einer dem Gebet folgenden Cirkusdame, welche sich ihm als Miß Arabella vorstellte, die in Wahrheit Jettchen Mannheimer hieß und aus Paderborn stammte. Die wehmütige Erzählung ihrer Lebensgeschichte und seine eigenen Jugenderinnerungen (er wurde, 9 Jahre alt, von seinem Vater in die Kirche geführt und dorten getauft) stinimten den Dichter derart, daß er sich, unter Entschuldigungen bei seiner Gesellschaft, sofort nach Amsterdam in die Synagoge begab, wie er selbst sagte. — In dem Buche „Ein halbes Jahrhundert, Erinnerungen und Aufzeichnungen von Adolf Friedrich Graf von Schab" Band I. S. 273 wird mitgeteilt: „In Nablus, dem alten Sichem, besuchten wir die Kirche der Samaritaner, welche uralte Gemeinschaft hier ihren Sitz hat. Ihr Priester, ein würdiger Greis, mit langwallendem weiße» Bart,

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