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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-05-01 · Heft 5 (1.5.1889) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 5 (1.5.1889)
Date
1889-05-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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120 sprach mit höchster Verachtung von den Juden alseiner ganz jungen Secte und sagte geradezu: die samaritanische Religion sei die einzig wahre und jede andere ein schnöder Irrwahn " Sollen denn die wenigen Saniaritaner wirklich so verbohrt sein? wir glauben es nicht. — In einem Aufsatze, überschrieben: „Der Monotheismus der Judentums und der trinitarische Gottesbegriff der Christen von D. Herm. Schmidt" (Nathanael Jahrg. V. Nr. I. S. 2) heißt es: Israel ist darum auch das Volk der Geschichte in der alten Welt, wie kein anderes. Die Idee der Weltgeschichte konnte nur auf israelitischem Boden erwachsen. Ein Herodot, ein Thukydides, mag in seiner Weise dem Gedanken moderner Geschichtschreibung sich mehr nähern als die schlichten Erzählungen der Genesis und der älteren Propheten; wir mögen Sallust und Tacitus bewundern auch um des sittlichen Pathos willen, das sie durchweht, — aber wo ist unter den Schriftstellern der alten Welt einer, der wie die prophetische Geschichtschreibung des Alten Testanients es wagen konnte, das Auge auf alle Völker der Welt zu richten, sie alle als Mittel für einen großen weltunifaffenden Plan anzusehen und in allem Geschehen in der Welt Aeußerungen eines unveränderlichen übermächtigen Gotteswillens zu erkennen, der sein Ziel durch alle scheinbaren Hindernisse hindurch zu erreichen weiß? Als das Volk der Offenbarung ist Israel das Volk der Geschichte, und als das Volk geschichtlicher Offenbarung das einzige in der alten Welt, in welchem der Monotheismus wirklich religiöse Bedeutung hatte. Hier allein konnte der Monotheismus wirklich die Versuchung zu polytheistischer Verkehrung überwinden.— „Heidentum und Kabbala auf gemeinschaftliche Prinzipien zurückgeführt" von vr. S. Rubin. (Wien, 1888, Selbstverlag Schiffamts gaffe.) Zu diesem hebräisch geschriebenen, 182 Seiten umfassenden Werke führt der gelehrte Verfasser in ebenso klarer wie überraschender Weise den Nachweis, wie die Kabbala auf die Mythologie der alten Völker zurückznführen sei und wie ihre Grundgedanken den Anschauungen der Babylonier, Aegypter, Kananiter und Griechen und deren philosophischen Weltanschauungen entnommen seien. Herr Dr. Rubin beherrscht den kabbalistischen Stoff und die Mythologieen der verschiedensten Völker in seltener Weise und gelangt zu überraschenden Resultaten, die es wohl verdienen, daß sie in deutscher Sprache weiteren Kreisen zugänglich gemacht wurden.*) Es würde die Grenzen unseres Blattes überschreiten, wollten wir durch Anführung von einzelnen Beispielen unser so günstiges Urteil über das Buch belegen. Der Verfasser wirft in seinem Werke Helle Streiflichter auf Bibel- Talmud- und Soharstellen und ist unbefangen und objektiv genug, sich an der Forschung nicht durch traditionelle Voreingenommenheit beengen zu lassen. Sein Werk bildet einen überaus wichtigen Beitrag zur Geschichte der Religion bei den verschiedenen Völkern. *) Geschichte des Aberglaubens von vi. S. Rubin. Deutsch von I. Stern. (Leipzig, E. Thiele.) Inhalt: Berthold Auerbach als Jude. Von Rechtsanwalt Emil Lehmann in Dresden. (Schluß). — Der politische und religiöse Charakter des Flavius Josephus. Bortrag von Dr. Adolf Rosenzweig in Berlin. (Schluß.) — Mendelssohn-Stiftung in Leipzig. — Moses Mendelssohn in Frankfurt a. M. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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