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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-05-01 · Heft 5 (1.5.1889) · p. Seite 118

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 5 (1.5.1889)
Date
1889-05-01
Page
Seite 118 (sequence 22)
Language
German
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118 Senatspräsident. Am Friedhöfe widmete der Herr Bürgermeister Kache Proto« popeskn dem Dahingeschiedenen ehrende Worte des Nachrufes. — Der Thoraschreiber- Kerl in Kukarest hat ein interessantes Kunstwerk, eine Thora, vollendet, deren Buchstaben so klein sind, daß sie nur mit Hilfe eines Vergrößerungsglases gelesen werden können. — In Gdessa wurde am 11. Januar Herr Salomo« Srodsky zu Grabe getragen. Der Verstorbene war 31 Jahre alt und besaß ein Vermögen von 8000000 Rubel. Er hat in letzter Zeit die Institutionen der jüdischen Genieinde reich beschenkt. Daselbst starb auch der Generalkonsul von Dänemark, Herr S. Hurwitz, ein durch seine Wohlthätigkeit und Wirksamkeit in allen Kreisen der Bevölkerung hochgeschätzter Mann. An seinem Leichenbegängnisse nahmen die Spitzen der Behörden Teil. Weserale und Willeitungen. Von den auf den verstorbenen Samson Raphael Hirsch gehaltenen Gedenkreden sind uns zugegangen: 1) „Worte bei der zu Ablauf der Scheloschim zu Ehren Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Samson Raphael Hirsch von dem Verein „Mekor Chajim" in der Aula der Israelitischen Religionsgesellschaft veranstalteten Gedächtnisfeier, gesprochen von Direktor Dr. Wendel Hirsch." (Frankfurt a. M., Verlag von I. Kauffmann 1889.) Manche Ueberschwänglichkeit in dieser Gedenkrede kann man wohl dem Sohne zu Gute halten und wollen wir darum mit derselben nicht zu strenge ins Gericht gehen. Jedoch verwahren muß man sich dagegen mit Bezug auf Deuteronomium 34,10. wenn Herr Dr. Hirsch 3) sagt „ist mit dem Heimgegangenen uns etwa nicht ein Mosche Rabenu von dannen geschieden"? oder wenn er (S. 26) Jesaia zur Vergleichung heranzieht. Hirsch mit seinem antiprophetischen gesetzlich verknöchertem Judentum und Jesaia! Herr Direktor Hirsch scheint diesen Propheten nur als Stylisten aufzufassen. Was der Redner von dem bahnbrechenden Sprachforscher, dem Begründer einer in Wahrheit jüdischen Philosophie oder gar von seiner Talmudkenntnis ausspricht, die wenig bekannt geworden, bedarf sehr der Einschränkung und Berichtigung. 2) „Die vier Münzen, Rede zum Gedächtnis an Samson Raphael Hirsch, gehalten im Vereine „Liwjath Chen“ zu Frankfurt a. M. von Dr. A. Suhbach, 18. Schewat 5649 (20. Januar 1889). (Frankfurt a. M., Verlag von I. Kauffmann, 1889.) Wenn Herr Dr. Sulzbach die Reform mit Einsargung des Judentums (S. 5) bezeichnet, so zeigt dies, daß er von der Geschichte und Entwicklung des Judentums so viel versteht, wie ein Blinder von Farben, und daß man seinem Urteile überhaupt keinen Wert zuzuerkennen hat. Hirsch wirkte ja selbst unter dem Banner dieser Richtung, denn Chor in der Synagoge, deutsche Predigt daselbst, unverheiratete Lehrer an einer Mädchenschule, entgegen den Bestimmungen des Schulchan-Aruch und noch vieles Andere zeigen, daß er mit der Altorthodoxie gebrochen und sich gleichfalls auf den Bahnen der Reform bewegt hat. Herr Dr. Sulzbach wird unbewußt selbst von diesem Resormgeiste angeweht, wenn er (S. 14 und 15) meint, „das Wort des göttlichen Gesetzes wurde nicht geistig erfaßt, man nahm die Satzungen hin, als ob das ganze Judentum in Beten und Fasten bestehe, darum wendeten sich viele von dieser, wie sie es auffaßten, Abstinenzlehre ab. Jetzt erkannte man, daß die Thoragesetze nicht Ertötung des Fleisches predigen." Wir fügen dem hinzu: man erkannte sogar in pseudoorthodoxen Kreisen, daß sie Belebung des

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