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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-05-01 · Heft 5 (1.5.1889) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 5 (1.5.1889)
Date
1889-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 ausgesetzt. —■ Der bekannte Tondichter Herr Baron Alberti Franchetti hat dem Musikverein in Venedig eine Orgel zum Geschenke gemacht. — Am 10. Februar starb in Amsterdam Herr K. I. Kies im Alter von 84 Jahren. Er war über ein halbes Jahrhundert Vorsteher des Waisenhauses. Auch als Rechnungsführer des Rabbiuerseminars und Mitglied des Kirchenrates wirkte er segensvoll. Sein Begräbnis gab Zeugnis von der Liebe und Verehrung, die er genossen. — Der Stadtrat von Rotterdam hat für das Jahr 1889 dem jüdischen Armenverein 9700 fl. zugewiesen. — Das Organ der Holländischen Gesetzgebung „Hot Weekblad vom het Recht“, dessen erster Herausgeber Herr A. de Pinto war, ist in seinen 51. Jahrgang getreten. — Durch Kabinetsordre vom 14. Februar verlieh König Wilhelm der Niederlande Herrn Joseph .Heinrich Tereira de Mattos, dem Abkömmling einer einflußreichen venetianifch-jüdifchen Familie, den Titel eines Baron, nur ihn „für die großen Verdienste zu belohnen, die er sich um die Hebung der niederländischen Landwirtschaft erworben hat.“ Gleichzeitig ernannte er Prof. Aster zum ersten Rat im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten und zum Inspektor der Rheinschifffahrt. - In Stockholm starb Herr vr. Arel Kamm, einer der bedeutendsten Aerzte der Stadt, welcher weit über die Grenze» Schwedens einen gefeierten Namen besaß, nach kurzer Krankheit. Derselbe hat sich um seine Glaubensgenieinschaft dadurch große Verdienste erworben, daß er als einer der eifrigsten, unermüdlichsten Vorkämpfer für die Aufnahme und die Gleichberechtigung der Juden in Schweden thätig war- — Herr G. Kosenberg, Kantor in Stockholm, erfreute sich einer ehrenvollen Berufung. Er wurde als Lehrer der deutschen Sprache an der Königl. Kriegsschule angestellt, trotzdem sich nicht weniger als 12 Bewerber mit guten Zeugnissen um dieses Amt beworben hatten. — Am 15. April begieng der bekannte Schriftsteller Herr vr. Lemisohn in Stockholm seinen siebenzigsten Geburtstag. Er stammt aus Schwersenz. Von 1849—1852 war er Rabbiner in Frankfurt a. d. G. und von 1852—1859 Prediger in Worms. Von 1859—1883 war er Rabbiner in Stockholm. Er trat, durch Kämpfe in der Gemeinde veranlaßt, freiwillig von seinem Amte zurück. Sehr geschätzt ist sein Werk „Die Zoologie des Talmud“, über die Alerander v. Humboldt seiner Zeit an den Verfasser schrieb: Wir haben keine Arbeit, die man der Ihrigen gleichsetzen kann, sie erweltert die Geschichte der Zoologie früherer Jahrhunderte. - Die Zahl der in Schmede« ansässigen Juden beläuft sich auf etwa 3000. Davon leben in der Hauptstadt Stockholm bei einer Gesammtbevölkerung von 230000 nahezu 1200. Neben Stockholm giebt es nur noch eine nennenswerte jüdische Gemeinde, die in Gothenburg. Beide Gemeinden erhalten sich aus eigenen Hilfsquellen, der Staat beteiligt sich nicht an ihren Ausgaben; der Rabbiner und die übrigen Gemeindebeamten werden von den betreffenden Gemeinden besoldet; dagegen sind die schwedischen Juden nicht verpflichtet, ihrerseits zu den Ausgaben der Kirchen und lutherischen Schulen beizutragen. Es giebt schwedische Juden in allen Klassen der Gesellschaft, auch eine kleine Zahl von Staatsbeamten. Die Fabrikstadt Uorköping hat seit 40 Jahren eine Synagoge und einen Rabbiner; die Gemeinde-Ausgaben werden entweder von dort wohnenden Fabrikanten oder von Mitgliedern bestritte», welche Norköping verlassen haben, um sich in der Hauptstadt niederzulassen. Außer in den drei genannten Orten wohnen Glaubensgenossen noch in Hrondsmack, Malmö, Misby (bei Gothenburg) und Karlsström. — In Bukarest starb der durch seine Wohlthätigkeit bekannte Banquier Herr Emannrl Kosenthal. An seinem Leichenbegängnisse beteiligten sich Minister und der

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