Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1889)
- Date
- 1889-05-01
- Page
- Seite 116 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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116 „Weft-London-Synagoge britischer Juden" gewesen sei. Sie gehörte zu den gebildesten Damen ihrer Zeit und war nicht nur mit der englischen, sondern auch mit der kontinentalen Litteratur vertraut. Viele jüd. Institute half sie errichten, von denen die großartige Kleinkinderbewahr-Anstalt, das jüd. Taubstummen- Jnstitut und die Normal- oder Musterschule für isr. Lehrer beinahe einzig und allein ihre Hauptschöpfungen sind. — In Eambridgr wurde die Fertigstellung der neunten Ausgabe der „Encyklopädia Brittanica" durch die Teilnehmer an dieser Arbeit gefeiert. Herr H. Dloch hielt die Begrüßungsrede und teilte mit, daß an 5000 Exemplare von der letzten Ausgabe abgesetzt wurden. — In Strand wurde durch Herrn Oberrabbiner Dr. H. Adler eine Synagoge eingeweiht. — Am 19. Februar starb in Kam Krin; Karlmrini, der letzte Sproß dieses Adelsgeschlechtes. Er hinterläßt eine große Bibliothek, die auch sehr wertvolle hebräische Handschriften befinden und jeden Donnerstag für das Publikum geöffnet ist. — In Kam starb am 7. März Herr Giaromo Alatri. Er war ein ausgezeichnetes Mitglied der Gemeinde, der würdige Sohn seines greisen Vaters Samuele Alatri. Der Verstorbene hatte auch große Verdienste um das „Collegium rabbinicum“. — Die „heilige Säule" (la sancte colonne) aus dem Jerusalemischen Tempel, die bisher im Hauptschiffe der Vatikanischen Basilika in Kam stand, wurde nach der Kapelle „della Pieta“ überführt, wo sie in isolirter Stellung besser gesehen werden kann. — In Kam soll ein jüdisches Museum errichtet werden, worin alle für die jüdische Kultur wichtigen Dokumente, Gegenstände, Bücher rcunter sorgfältiger Obhut verwahrt werden sollen. — Eine prächtige Synagoge, die nunmehr zu den schönsten in Italien gehört, hat die jüdische Gemeinde der Stadt Arqui erbaut und zwar mit Hilfe einer großartigen Beisteuer, welche ihr der Bürgermeister Guiseppe Saracco, gleichzeitig Minister der öffentlichen Arbeiten, bewilligt hat. Auf der Sammelliste des Banfonds findet man übrigens auch den Namen der Königin Margherita, die immer eine offene Hand hat, wenn es gilt, unseren Glaubensgenossen eine fromme Zuwendung zu machen. — Wie die „Tribuna" hervorhebt, hat sich bei den letzten Arbeiter-Unruhen in Kom kein einziger Jude beteiligt, was bei der großen Anzahl jüdischer Arbeiter und bei ihreni Elend umsomehr auffiel. — Frau Kachel Kertolara in Mailand, die Witwe des bekannten Großindustriellen Domenrio Morando, hinterließ den verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten der Stadt Mailand 500,000 Lire. Alle italienischen Blätter feiern den Edelmut der Verblichenen. — Auf Antrag des Ministerpräsidenten hat der König dem Oberrabbiner von Asti, Professor D. Terracmi, dem ältesten der italienischen Rabbiner, das Offizierkreuz der Corona d’Italia verliehen. — Eine erfreuliche Nachricht kommt aus Acqui, wo die katholische „Congregazione della carita“ aus eigenem Antriebe beschlossen hat, das Andenken des verstorbenen jüdischen Wohlthäters Ottolenghi durch die Aufstellung seiner Büste zu ehren. Der berühmte Bildhauer Distolfi wurde eigens nach dort berufen, um die Todtenmaske abzunehmen und danach die Büste zu entwerfen. — Herr I. G. Asroli, Professor der orientalischen Sprachen an der Akademie in Mailand, wurde von König Humbrrt zum Senator ernannt. — Der Abgeordnete Maurogonato wurde wieder zum Vicepräsidenten der Italienischen Kammer gewählt. — Der Bericht über die Ausstellung in Hologna weist eine große Anzahl Glaubensgenossen nach, welche bei dieser Gelegenheit durch goldene und silberne Medaillen, Ehrenpreise, Ehrendiplome und ehrenhafte Erwähnung ausgezeichnet wurden. — In Livorno starb der durch seinen großen Reichtum bekannte G. Salomon. Er hat große Summen letztwillig für wohlthätige Zwecke