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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-04-01 · Heft 4 (1.4.1889) · p. Seite 89

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 4 (1.4.1889)
Date
1889-04-01
Page
Seite 89 (sequence 17)
Language
German
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89 16,699.95 Mark verausgabt. Der Effectenbestand beträgt 29,017.13 Mark. — Es ist uns zugegangen: Achtzehnter Jahresbericht des isr. Unterstützungs- Vereins zu Wiesbaden für das Jahr 1888. Der Verein zählt jetzt 163 Mitglieder mit 2400 Beiträgen und erhielt im abgelaufenen Jahr nach einer letztwilligen Bestimmung des verstorbenen Herrn Adolf Schwerin 2000 Mark. Die Eingänge mit 6632.08 Mk. wurden verausgabt. — Im Budgetentwurf für die israelitische Gemeinde in Hamburg für 1888/89 fttto die Ausgaben auf 98,677 Mark 70 Pfa. festgesetzt. — In der jüdischen Gemeinde in Köln giebk es 1257 steuerpflichtige Mitglieder. — In Stuttgart lebten im Jahre 1789 nach dem Berichte in einer Urkunde nur fünf jüdische Familien. — Im Verein für die Geschichte Kerlins hat Herr Kloch am 27. Oktober eine von ihm angefertigte Miniatur-Medaille vorgelegt, die auf der einen Seite das Bild Kaiser Friedrichs und auf der andern eine hebräische und deutsche Inschrift trägt. Dieselbe wird nicht vervielfältigt werden. — In Karlsruhe ist ein Könnt« zusammengetreten, um einen Verein für jüdische Geschichte und Litteratur ins Leben zu rufen. — Die Freiherrlich Earl v. Kothschild'sche öffentliche Bibliothek in Frankfurt a. ft., welche zum Andenken an den am 16. Okt. 1886 verstorbenen Hreiherrn Karl von Rotschild von dessen Gemahlin und deren Töchter gegründet wurde und deren Benutzung jeder anständigen erwachsenen Person gestattet ist, soll dem Zwecke ernster Belehrung und wissenschaftlicher Arbeit dienen, hauptsächlich in den Fächern der Altertumskunde und Kunstgeschichte aller Zeiten und Völker, der deutschen, französischen und englischen Philologie, der jüdischen Theologie und der Handelswissenschaften. Die Benutzungsordnung enthält 43 Paragraphen. — Der jüngst in Hamburg verstorbene Herr D. Jonas bestimmte letztwillig 10,5000 M. zur Unterstützung der Familien von Sträflingen während der Haft und für freigewordene Sträflinge zu ihrer eigenen Aufrichtung. Die Stiftung macht keinen Unterschied in den Konfessionen. — Der „Verein zur Erziehung armer Waisen und Kinder dürftiger Eltern israelitischer Konfession" in Mannheim hat im Jahre 1887/88 23,221 Mark eingenommen und verausgabt. — In Sieaburg wird im April eine Lehrer-Präparanden-Anstalt eröffnet. Neben Herr M. Fleisch- Hacker, dem Leiter des Instituts werden noch drei Lehrer an derselben wirken. Ausgenommen werden Zöglinge nach zurückgelegtem 14. Lebensjahre. In Siegburg ist ein Gymnasium und ein Lehrerseminar. — Kn der internationalen Ausstellung in München erregte das Bild „Uriel Acosta und Spinoza" von S. Kirpnberg Aufsehen wegen des gedankenreichen Ausdrucks, den der Künstler seinen Gestalten zu geben verstand. Spinoza gleicht im Bilde dem Lichtstrahl, der das tiefe Leid durchbricht, von welchem die Züge Uriels umzogen sind. Derselbe Maler hat auch ein Bild „Talmudstudien" ausgestellt, .in welchem sich ein Stück Kulturgeschichte der Juden in Polen abspiegelt. Seine früheren Arbeiten auf diesem Gebiete erhalten dadurch eine wertvolle Bereicherung. — In der „Illustrierten Familienzeitung" Nr. 19 findet sich ein Holzschnitt nach dem Gemälde „Hiob und seine Freunde" von Mar Michael. Der Künstler hat den Moment gewählt, in welchem Hiob am Ende seiner Verteidigung spricht: „Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt." Die Gestalten auf dem Bilde find dem Maler trefflich gelungen, besonders die des greisen Hiob. Rührend ist der Ausdruck in seinem Antlitz, da er von seinem früheren Glauben spricht, seinen unsträflichen Wandel, seine schwere Heimsuchung schildert und schließlich in die Worte ausbricht: „Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebet." — Der Maler Alerander Hihari ein Jude aus Ungarn wurde in München in seinem Atelier 8

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