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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-04-01 · Heft 4 (1.4.1889) · p. Seite 88

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 4 (1.4.1889)
Date
1889-04-01
Page
Seite 88 (sequence 16)
Language
German
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88 noch jungen Mannes verdient um so mehr Anerkennung, als sonst keiner der am Ufer stehenden Kameraden des Ertrinkenden es wagte, sein Leben auf's Spiel zu setzen und denselben dem tückischen Elemente zu entreißen." — In Wiirchurg hat der Cand. med. Herr Dh. Mün; bei einem ausgebrochenen Brande mit eigener Lebensgefahr ein vier Monate altes christliches Kind gerettet. — Am 20. Februar feierte Herr Kudolf Lömenstein, der gemütvolle Dichter von Kinderliedern und Begründer des „Kladderadatsch" seinen siebzigsten Geburtstag. Sein Vater führte ihn in Kresla« im Jahre 1828 der reformnten Kirche zu. — Nach den statistischen Ergebnissen giebt es in Preußen unter 91 über hundert Jahre alten Personen 7 Juden. — An die Zweite Kammer der Stände in Darmstadt ist die Bitte ergangen um Befürwortung eines an das Großherzogl. Ministerium des Innern und der Justiz gerichteten Gesuches der Vorstände israelitischer Religionsgemeinden des Landes wegen Gewährung eines Staatsbeitrages zur Bestreitung ihrer Kultuskosten. In dem Gesuche heißt es: Zu den Kultuskosten der beiden christlichen Kirchen, der evangelischen wie der der katholischen, werden aus allgemeinen Staatsmitteln sehr erhebliche ständige Beiträge geleistet, welche in jüngster Zeit für die erstere noch erhöht worden sind, wie auch seitens der katholischen Kirche eine Erhöhung des ihr seither zugewiesenen Betrages angestrebt wird. Während zu diesen staatlichen Leistungen die israelitischen Landesangehörigen ihren Steuerkapitalien entsprechend mit beitragen, entbehrt der israelitische Kultus staatlicherseits einer jeden Unterstützung, die Kosten desselben werden vielmehr in ihrer ganzen Höhe ausschließlich durch die Bekenner der israelitischen Religion aufgebracht. Es wird nun weiter ausgeführt, daß in Bayern, Württemberg, Baden und in den Reichslanden Elsaß-Lothringen die israelitischen Gemeinden aus allgemeinen Landesmitteln Zuschüsse zu ihreu Kultuskosten erhalten. Nach der Zählung vom 1. December 1880 belief sich die Zahl der Israeliten im Großherzogtum Hessen auf 26,746, d. i. auf 10,000 Einwohner 285,7 der israelitischen Konfession. Diese 26,746 israel. Landesangehörigen bringen für ihre Kultuskosten 210,540 Mark oder 8 Mark 6 Pfg. pro Kopf auf. — Die israelitische Schule in Aachen bezog auf Grund des Gesetzes vom 23. Juli 1847 betreffend die Verhältnisse der Juden bisher einen Zuschuß von 3000 Mark aus der Stadtkasse. Dieser Zuschuß ist jetzt auf Antrag der Synagogen-Gemeinde von der Stadtverordneten-Versammlnng auf 4000 Mk. erhöht worden und zwar mit Rücksicht darauf, daß die Israeliten einen verhältnißmäßig sehr großen Teil der Kommunalsteuern aufbringen. Ob man das nicht auch anderwärts geltend machen könnte? — Es ist erschienen: Mitteilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde No. 21. Dieselben enthalten einen ausführlichen Bericht über die Verhandlungen des am 20. Februar 1888 in Berlin abgehaltenen Gemeindetages und Mitteilungen aus dem Burean. In den Ausschuß des Gemeindebundes ist für Frankfurt a. M. Herr Wilhelm M. Frist eingetreten. Seitdem Erscheinen des letzten Berichtes haben 29 Gemeinden mit einer Seelenzahl von 8878 ihren Beitritt erklärt. Ausgetreten ist Kruchsal. Die Herxheimer-Stiftung hat von dem verstorbenen Herrn Adolph Schwerin in Wiesbaden 1000 Mark erhalten und der D.-J. Gemeinde-Bund ein Legat von 10,000 Mark. Von dem feel. Herrn Hermann Hirsch in Derlin erhielt der Bund eine letztwillige Zuwendung von 2000 Mk. — Der „Verein zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer in Hannover" hat nach seinem neuesten Jahresbericht im abgelaufenen Jahre 17,269.69 Mark eingenommen und

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