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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-03-01 · Heft 3 (1.3.1889) · p. Seite 69

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 3 (1.3.1889)
Date
1889-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
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69 wonach russische Uuterthanen nur einen dreimonatlichen Aufenthalt in Palästina nehmen durften aufgehoben. — In Uaugasaki in Japan starb Herr Moritz Diamant, der ein hervorragendes Reimtalent besaß und von einem unzähmbaren Wandertriebe beseelt war. In Jerusalem war er Vorsteher der österreichisch-ungarischen Gemeinde. Er unternahm Reisen nach Persien, Ehina und Indien. — In ZraMville (Kongo) ist der Schiffslieutenant Gabriel Mir, ein Sohn der berühmten Rachel, im Alter von 41 Jahren gestorben. — Herr Joseph E. D. Esra ist znin Sheriff (Richter) von Ealcntta ernannt worden. — Der Bischof von Ealrutta Herr Dr. Johnson sagte in einer Predigt über die Inden. Wie ein Wahrzeichen der grauen Vorzeit steht die zersprengte Heerde inmitten feindlicher Nationen. Wir Christen können von den Inden Vieles lernen. Sie waren es, die zuerst den Lichtblitz der göttlichen Wahrheit in die nachterfüllte Welt warfen und ihnen verdanken >vir es in erster Linie, wenn uns jetzt die enge Pforte offen steht, die zum Tempel der Wahrheit und der höchsten Erkenntnis führt. Alle Ableugnungen und Verdrehungen vermögen an dieser theologischeir Thatsache nicht zu rütteln. Lieben rvir also die Inden als unsere Brüder, tragen wir ihnen nicht solche Vergehen »ach, die sie gar nicht begangen haben! Neben >vir Toleranz im Sinne unseres heiligen Glaubens, der jeden Haß als gottlos verwirft! Meferate und Mitteilungen. Tausend Jahre Geschichte aus dem Leben des jüdischen Kolbes in nachbiblischer Zeit. I. Hand, das zweite jüdische Staatsleben. Geschichtlich dargestellt von D. Löwy, emerit. Prediger. (Wien 1888. Im Selbstverläge des Verfassers IX. Porzellangasse 38). In ebenso klarer als schwungvoller Darstellung wird' uns in diesem Werke, das zugleich von der Begeisterung des Verfassers für seinen Stoff Zeugnis giebt, eine ebenso inhaltsals folgenreiche Periode der jüdischen Geschichte vor Augen geführt. Das Buch eignet sich ganz besonders für Hans und Schule, da die meisten derartigen Schriften, die wir besitzen, au einer abschreckenden Trockenheit und Unklarheit leiden Der Verfasser hat es verstanden, den richtigen Ton anzuschlagen und durch seine lichtvolle Schilderung das Interesse für die jüdische Geschichte zn beleben. Wir empfehlen hiermit dieses Buch besonders für Konfirmanden und wünschen, daß unsere junge Herren- und Damenwelt dieses Buch zur Hand nehme und eifrig darin lese. Ihre Liebe zum Judentum wird dadurch wachsen und sie mit jener Selbstachtung ausrüsten, die die beste Waffe ist im Kampfe gegen unsere Feinde von innen und außen. — Bon der „Zeitschrift für die Geschichte der Inden in Deutschland" (Herausgeber: Di'. Ludwig Geiger) ist bereits vor längerer Zeit ein Doppelheft lBd. 2, H. 2 u. 3) ausgegeben worden. Auf eine Abhandlung von I. Aronius über den Prömonstratenser Hermann, der von jüdischen Eltern abstanlinte (12. Jahrdt.), folgt eine Mitteilnng Mir Rosenbergs über eine Sammlung deutscher Volks- und Gesellschaftslieder in hebräischen Lettern, die, nachdem die alte jüdische Litteratnr nur wenig derartiges aufznweisen hat, ein vorwiegendes Interesse in Anspruch uiinmt. In Geiger's trefflicher Arbeit „Die Juden und die deutsche Litteratnr" werden besonders Stellen aus Schriften des 16. Jhdts.

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