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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-03-01 · Heft 3 (1.3.1889) · p. Seite 68

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 3 (1.3.1889)
Date
1889-03-01
Page
Seite 68 (sequence 20)
Language
German
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68 lobend vermerkt zu werden. — Die wegen Aufhetzung gegen die russische Kirche und wegen Verleitung zu einer strafbaren Handlung, bem Abfalle vom russischen Glauben, zu Zuchthaus und Verbannung verurteilten Eltern und neun Verwandte der Leysakow geb. Wün;es, welche erst aus Liebe zu einem Wachtmeister zur russischen Kirche übergetreten itttb später reuevoll zu dem Väterglauben zurückkehrte, wurden nach anderthalbjähriger Einkerkerung in letzter Instanz gänzlich freigesprochen. — Stuf seiner Reise im Kaukasus stellte sich dem Kaiser auch eine jüdische Deputation vor, die ihm eine kleine, schöngeschriebene und prachtvoll ausgestattete Thorarolle als Geschenk überreichte. Der Czar, dem das Geschenk wohl gefiel, fragte, was denn diese Gabe für ihn bedeuten solle. „Majestät", antwortete die jüdische Deputation, „diese Thorarolle, welche das heilige Gesetz Gottes in der heiligen Originalsprache enthält, wird der Schutzgeist Eurer Majestät sein und alle Gefahren von derselben abwenden." Diese kleine Thorarolle soll nun wirklich während der Eisenbahnkatastrophe von Dort» im kaiserlichen Waggon sich befunden haben und unversehrt geblieben sein. Der Kaiser, so wird erzählt, soll beim Anblick dieser Thora mächtig ergriffen worden sein und sich der Worte der jüdischen Deputation, daß diese Nolle ihm Retter und Schutzengel sein werde, lebhaft erinnert haben. Es bricht sich nun die Meinung immer mehr Bahn, daß Kaiser Alexander seitdem seine Gesinnungen gegen die Juden im milderen Sinne geändert habe. — In Uew-Uork wurde das Montefiore- Heim für unheilbare Kranke eingeweiht. Herr Rabbiner Henry G. Iarobs sprach das Weihgebet, Herr I. Gppiugcr, der Vorsitzende des Baukomite's überreichte den goldenen Schlüssel zur Anstalt, mit passender Ansprache, Herr Jacob H. Schiff gab dem Danke gegen Gott für das Gelingen des schönen Werkes in beredten Worten Ausdruck. Hierauf sprach Herr Earl Schur;, der im Laufe seiner Rede den Antisemitismus als „aus dummen Vorurteilen und verblendeten Leidenschaften entspringend" bezeichnete. Der Major der Stadt sagte unter Anderem: „Man höre öfters die Klage, daß die Inden nur auf den Gelderwerb bedacht seien, aber er wisse auch, daß Niemand besseren Gebrauch mache von seinem Reichtum als der Jude". Mit dem „Jigdal-Liede" schloß die erhebende Feier. — Der republikanische Club in Uew-Nork hat den Herrn Benjamin Peirotto, früher amerikanischen Generalkonsul in Rumänien, nicht als Mitglied ausgenommen, weil er Jude ist. — In Philadelphia wurde Herr Arnold Katz zum österreichischen Konsul ernannt. — In Nem-Uork hat sich ein „Jüdischer Kulturverein" gebildet. Nach den Statuten findet an jedem Freitag Abend eine Versammlung statt, in welcher Besprechungen über die jüdische Litteratur gehalten werden. — Der Vorstand der israelitischen Gemeinde in Adelaide hat einen Aufruf wegen Abhaltung einer Synode an die Schwestergenieinden in „Australien" gerichtet, durch welche der überhand nehmenden religiösen Gleichgültigkeit entgegengearbeitet werden soll. Es sei, so heißt es in diesem Schreiben, jetzt endlich Zeit, eine durchgehende Umgestaltung des Gottesdienstes in seiner Form und in dem Inhalt der Liturgie vorzunehmen. — In Kimberley wurde Herr A. I. Karnato, ein Jude, mit großer Majorität in die gesetzgebende Versammlung gewühlt. — Herr Isaiah §. Williamson in Philadelphia hat mit einem Kapital von 2,250,000 D. in Wertpapieren eine großartige Freischnle, welche allen Konfessionen zugänglich gemacht ist und deren Zöglinge dem Handwerk zugeführt werden sollen, gestiftet. — In Duryrns (Ohio), wurde auf Anregung einer im vergangenen Jahre ans Europa eingewanderten Frau Kabelte Uußbaum zum ersten Male an den hohen Festen ein jüdischer Gottesdienst abgehalten. — Die Türkische Regierung hat das Verbot

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