Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-03-01 · Heft 3 (1.3.1889) · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 3 (1.3.1889)
Date
1889-03-01
Page
Seite 67 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969768-2969772--2527-2972713
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

67 bandes. — Am 4. Dezember überreichten zwei Dominikanermönche aus Mosul Ginive), Papst Leo XIII. in Kam, die in ihrem Kloster angefertigte alchaeische Bibelübersetzung, „Peschito" genannt. — In 18 der Schweiz leben nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezemberz 88, 8386 jüdische Seelen. — In Stockholm hat Herr J. Seligmann eine Skiz über die Entstehung der jüdischen Gemeinde daselbst veröffentlicht. Aron Jsast ein Graveur ans Deutschland soll der erste Jude gewesen sein, welcher nach Schweden kam und von König Gustav III. bei dem er in Gunst stand, im Jahre 1774 die Erlaubnis erhielt mit Familie und Dienerschaft in Stockholm wohnen zu dürfen. Der erste in Stockholm 1784 geborene Jude hieß Aron Kahn. — Am 3. Januar trat der vom Fürsten von Bulgarien bestätigte Großrabbiner Dr. Danlrowih seine Stelle in Sophia an. Seine Antrittsrede hielt er in spanischer Sprache. — Nach den neuesten statistischen Aufnahmen leben in Bulgarien 23,400 Juden. — König Milan von Serbien empfing eine Deputation der jüdischen Gemeinde in Helgrad, die ihm den Dank für die in der neuen Verfassung ausgesprochene vollständige Gleichberechtigung der Inden überbrachte. — In Serajeivo starb am 5. Januar Herr Leon Finst, Oberrabbiner der sephardischen Gemeinde daselbst. — Bei den Wahlen für die Kammer in Rumänien sind die Antisemiten unterlegen Eine Wendung zum Besseren ist zu erhoffen. Jetzt ist es mit Aussicht auf Erfolg möglich, dort mit aller Energie auf eine völlige Emancipation der Inden hinzuarbeiten. Ein liberales Ministerium und eine liberale Kammer kann den Juden die GleiHstellung mit den andern Bürgern nicht versagen. Es ist jetzt nicht an der Zeit, für Auswanderung der Inden ans, sondern für Gleichstellung der Juden in Rumänien zu arbeiten — Am Lyceum zu Plojesti wurde Herr Markus Farchy zum Professor der Philosophie ernannt. — In Hotnschani starb Herr Rabbiner S. Taubes. — Am 20. Dezember waren es 25 Jahre, seit in Petersburg der „Verein für Volksaufklärung unter den Juden in Rußland" ins Leben trat. — Die Russische Regierung hat die Theatervorstellungen im jüdischen Jargon im ganzen Reiche verboten. — Die englischen Missionare, welche im Gouvernement Wilna Inden und Katholiken zum Protestantismus zu bekehren suchten, wurden ausgewiesen. — Die russischen Großfürsten Sergius und Paul wurden bei ihrem Aufenthalte in Palästina in der heiligen Stadt, auch durch eine jüdische Deputation, feierlich begrüßt. — In Gdessa starb am 7. August ein Jude, Namens Griinebaum, im Alter von 109 Jahren. Einen Tag später starb daselbst eine Jüdin im Alter von 111 Jahren. — In Jalta verstarb vor Kurzem der Kapellmeister des Wilnaer Stadttheaters, Wassili) Jljith Gbauin, von jüdischen Eltern im Jahre 1834 in Kowno geboren. Im Sommer leitete er die Knrkapelle in Drnsgenira. — In Warschau starb das angesehene Mitglied der Gemeinde, Herr Jakob Eger, Urenkel des berühmten R- Akiba Eger. — Am 29. Januar starb in Petersburg Herr Hirsch Uabinowitsch, durch seine litterarische Thütigkeit weithin rühmlich bekannt. Er war Redacteur des „Ruszky Jewrei“. Der Minister der Volksanfklärnng, Herr Graf Deljanofs, drückte der trauernden Familie persönlich sein Beileid ans. — Der Begründer der jüdisch-christlichen Sekte Herr I. Kabbinowitsch in Kischenem ist durch seine Bestrebungen zum reichen Manne geworden, da ihm von den verschiedenen Missiynsgesellschaften große Unterstützungen zu Teil wurden. Die Armut, die sonst mit dem Apostelamt verbunden ist, kann man an ihm gerade nicht wahrnehmen. — Der Gouverneur von Ghotin hat den durch den Brand geschädigten jüdischen Familien in Uovosel;» 500 Rubel aus Privatmitteln gespendet. Aus Rußland verdient dies 6*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.