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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-03-01 · Heft 3 (1.3.1889) · p. Seite 63

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 3 (1.3.1889)
Date
1889-03-01
Page
Seite 63 (sequence 15)
Language
German
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63 jüdische Friedhof in Fordon arg verwüstet. — In der Luxemburgischen Kammer wurden unter elf Nnturalisationsgesiicheu sechs von Juden eingebrachte zurückgewiesen. — Ueber den Abschied des Justizministers von Frirdberg freuen sich die Antisemiten, welche ihn noch zu den Juden zahlen. — In Kerlin wurde am 16. Januar der hundertste Geburtstag August Ueanders, des berühmten Kirchenhistorikers, an den die Wiedergeburt der protestantischen Kirche geknüpft ist und mit dem in der deutschen Theologie eine völlig neue Epoche begann, gefeiert. Er stammt aus Göttiugeu und hieß vor der Taufe David Mendel. — Im Verein zur Pflege der Wissenschaft des Judeutunis in Prag hielt Herr Ih. Gotthold Deutsch, Rabbiner aus Brüx einen Vortrag „Ueber die Entwicklungsgeschichte der jüdischen Predigt." — Der Verein „Oesterreichischisraelitische Union" in Wien hielt am 19. Januar seine Genalversaiuuiluug ab. Zum Präsidenten wurde Herr vn. Grünfeld gewählt. — In Wien erscheint unter Redaktion der Herrn A. S. Weißmann eine „Monatsschrift für Litteratur und Wissenschaft des Judentums." - Herr 1h. Ignaz Uenberger in Kndapest ist zum Richter an der königlichen Kurie, der höchsten Gerichtsstelle Ungarns, und Herr Gamil Knrauda in Wien ist zum Ministerial-Secretär im Handelsministerium ernannt worden. — In Kis-Zell wurde Herr Ludwig Kosenberg einstimmig zum Bürgermeister gewählt. — Nach Keichenberg wurde Herr 1h-. Adolf Poznanski als Rabbiner berufen. — Man schreibt unsIn Kndapest wurde vom 29. Dez. das 25jährige Jubiläum des Kantors und Professors Jakob Suschny gefeiert. Dem Jubilar wurden mehrfache Ovationen dargebracht. Die Beamten der Pester israelitischen Religionsgemeinde erschienen unter Führung des Rabbiners 0n. Saniuel Kohn, der israelitische Kultusbeamten-Verein unter Führung des Oberkantors Professor Friedmann; außerdem erschienen noch der Professorenkörper der israelitischen Landes-Präparandie, eine Deputation des israelitischen Frauenvereins und noch andere Korporationen. — Aus Gesterreich-Ungarn sind uns viele Berichte über die aus Anlaß des am 30. Januar in Weyerling erfolgten plötzlichen Hiuscheidens des Kronprinzen Rudolf abgehaltenen Trauerfeierlichkeiten zugegangen. Er war ein mit edlen Eigenschaften des Herzens und Geistes ausgerüsteter Fürst, der Stolz und die Hoffnung Oesterreichs. Die Teilnahme über seinen frühen Tot war in den weitesten Kreisen eine tief schmerzliche. Möge das erlauchte österreichische Kaiserhaus, dem sein Volk in Liebe anhängt und in Freud und Leid treu zur Seite steht, darin Trost finden und das unabwendbare Schicksal mit Ergebung tragen! — Am 10. Januar wurde in Wien Herr 1h. Leopold Wittelshöser, der Gründer und Herausgeber der „Wiener medieinischen Wochenschrift", zur letzten Ruhe geleitet. — In Florisdorf starb der Rabbiuatsverwefer Herr Salomo» Hahn. — In Szegedin starb Frau Johanna Kohn, die Gründerin des dortigen Frauenvereins, dem sie über ein halbes Jahrhundert als Präsidentin Vorstand. — Nach dem verstorbenen Rabbiner I. Ungar in Paksch erscheinen demnächst dessen nachgelassene Response». - Am 1. Januar erschien eine Deputation der israelitischen Knltnsgemeinde in Wien beim Bürgermeister Uhl, um ihn zum neuen Jahr zu beglückwünschen, und bat ihn, in seinem Wirkungskreise die Inden vor Ausschreitungen und Jnvektiven in Schutz zu nehmen, da die Juden gleiche Pflichten und gleiche Rechte wie die übrigen Staatsbürger hätten. — Aus Zatlouga schreibt uns Herr Oberlehrer Ignaz Spitzer: Die österreichisch-ring.» israel. Gemeinde in Jerusalem sandte an Se. Majestät Kaiser-König Franz Josef I. ans Anlaß seines 40jährigen Regierungsjubiläums eine Beglückwünschungsadresse. Se. Majestät ließ durch den österr.-nng. Konsul in Jerusalem der genannten

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