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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-02-01 · Heft 2 (1.2.1889) · p. Seite 42

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 2 (1.2.1889)
Date
1889-02-01
Page
Seite 42 (sequence 18)
Language
German
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42 rabbinate Laupheim zugeteilt, hat nun ein eigenes Rabbinat gegründet. Die Gemeinde zählt über 600 Israeliten und hat seit 1873 eine eigene neue Synagoge mit Stuttgarter Gebetritus. Im Mittelalter war Ulm eine berühmte israelitische Gemeinde. Die Inden wurden zweimal, 1480 zuletzt dort ausgewiesen. Als die Reichsstadt (1866) württembergisch wurde, sind wieder zwei israelitische Familien dort eingezogen, die nun auf 150 angewachsen sind. Die Feier der Amtseinsetznng des neuen Rabbiners war eine würdige, an der sich Vertreter der Regiernngs- und Stadtbehörde beteiligten. — Herrn Hofkapellmeister Hermann Levi in München wurde am 13. Dezember bei seiner Rückkehr nach längerer aus Gesundheitsrücksichten notwendig gewesenen Fernbleibung bei Gelegenheit der Aufführung von Glucks „Iphigenie auf Aulis" zahlreiche Ovationen ».zu Teil. — Zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden verdienten Lehrers und Predigers Herrn Slumenau in Sielefeld wurde Herr Felir Koblenz erwählt. — In Kerent hat Herr Dr. Ifak Münz sein Amt als Rabbiner angetreten und in Srandenburg Herr Di'. I. Kosenberg. — Am 28. November wurde in Mannheim die neue Klans-Synagoge eingeweiht. Die Herren Rabbinen De. Appel und Di-. Fürst hielten die Festreden. — In Herlin wurde das neue Gotteshaus der „Adaß-Jeschurun-Gemeinde" durch Herrn Dr. Landsberger eingeweiht. — In Eharlottenburg wurde der Ban einer neuen Synagoge beschlossen. — Herr Konsul AdolfDaer-Goldschmidt in Frankfurt a.M. hat für die Hanptsynagoge der israelitischen Gemeinde daselbst, in welcher er seit einer Reihe von Jahren das Amt eines Vorsitzenden der Synagogeninspektion bekleidet, eine wertvolle silberne Opferbüchse gestiftet. — In Hünfeld wurde die neuerbaute Synagoge eingeweiht, die Gemeinde zählt zu den 800 in Deutschland, die keinen Lehrer haben. — Am 5. Oktober wurde in Speyer der seit 60 Jahren benutzte israelitische Friedhof in feierlicher Weise geschlossen. Am selben Tage fand auf dem neuen Friedhofe die erste Beerdigung statt. — In Gasfel wurde eine Bnei-Brith-Loge installirt. —■ Am 27. November kam in Darmstadt „Lanzelot" von Gtto Koquette zur ersten Aufführung. In diesem Stücke spielt ein Jude die Hauptrolle. — In der „Allgemeinen konservativen Monatsschrift für das christliche Deutschland" befindet sich ein Aufsatz von Herrn Diakonus Romanus, über die soziale Weisheit des alten Testamentes. Der Verfasser preist die Gesetze der heiligen Schrift als musterhafte. Man kann de» Hetzrednern gegenüber nicht genug hervorheben, wie jüdische Arbeitgeber ihre Arbeiter behandeln, wie ihnen Fürsorge für dieselben und Freundlichkeit gegen sie religiöse Pflicht ist.—Im „Sonntagsschutzverein in Stuttgart hielt Herr Diakonus Stahlecker einen Vortrag über „Sonntag und Sabbath." Er kam zu dem Schlüsse, daß der Sabbath eigentlich auch von den Christen gefeiert werden müsse, da der Sonntag, wie die Christen ihn feiern, nicht die Weihe und den Rechtstitel einer unmittelbaren Ordnung Gottes für sich in Anspruch nehmen kann. — Herr Onnck. mecl. Richard Stern aus Frankfurt a. W. hat in Heidelberg einen Preis errungen für die Bearbeitung einer auf dem Gebiete der medizinischen Wissenschaft gestellten Aufgabe.—Im zwölften Bande der „Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde" finden sich in einem Aufsatze von Herrn Pfarrer Iunghans in Hanau „Versuch einer Geschichte der freien Reichsstadt Gelnhausen" auch interessante Mittheilungen zur Geschichte der Inden daselbst. - Die äußerst wertvolle Handschrift des Herrn Buchhändlers Fischrl, über die Herr Rabbiner De. U. Drüll in dem neuesten Bande seiner Jahrbücher ausführlich berichtet hat, ist in den Besitz des gelehrten Herrn L. Drins in Frankfurt a. M. übergegangen Dieselbe enthält

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