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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-02-01 · Heft 2 (1.2.1889) · p. Seite 41

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 2 (1.2.1889)
Date
1889-02-01
Page
Seite 41 (sequence 17)
Language
German
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41 Versöhnung der positiven Religionen und ihrer Bekenner." „Das biblische und talmudische Frauenlob." „Das Judentum als Mutterreligion der Humanität" sind im Drucke erschienen. Der Verstorbene war über ein halbes Jahrhundert schriftstellerisch thätig und sind seine Schriften „Ueber die offenen und eingeschlossenen Stücke im Urtexte der heiligen Schriften" und „Ueber den dreijährigen Cyklus dersabbatlichen Thoravorlesungen" von bleibendem Werte. Bei seinem Begräbnisse am 12. Dezember schilderte Herr Rabbiner Dr. N. Brüll in ergreifenden Worten die edlen Eigenschaften des Herzens und Geistes, die den Heimgegangenen als Menschen und Gelehrten auszeichneten. Wir werden dem Heimgegangenen Freunde stets ein ehrendes Andenken bewahren! — Am 29. November starb auf einer Reise nach Rußland in Kiew der durch seine talmudischen Textstudien und durch seine buchhändlerische Thütigkeit weithin bekannte Gelehrte K. ft. Dabbinowih, geboren 1834 in Neu-Sagarren in Rußland', der in München seinen festen Wohnsitz hatte. — Am 3. Dezember starb Herr Rabbiner Ui-. Louis Soth in Komh. — Am 31. Dezember starb in Frankfurt a. M. Herr Rabbiner ft. Kirsch. Am 1. Januar wurde er unter großer Beteiligung seiner Gemeinde und seiner Gesiilnungsgenossen auf dem Friedhofe der israelitischen Religionsgesellschaft beerdigt. Die Neuorthodoxie hat in Hirsch ihren Begründer und konsequentesten Vertreter verloren. — In Leipzig wurde ain 11. Dezember der dortige Schauspiel-Regisseur Herr Mar Door, ein hervorragender Künstler, zur letzten Ruhe geleitet. — Dem Rassen- und Glaubenshaß ist ein hoffnungsvolles Leben zum Opfer gefallen. Herr Cund. med. Hugo Dünn in Derli», am 15. Januar 1866 in Thorn geboren, wurde in einem Duell mit dem Gand, hist. Dichter von demselben niedergeschossen. Er ist ein Opfer der in der Studentenschaft herrschenden antisemitischen Bewegung geworden, die er, bezugnehmend auf ein Flugblatt des Vereins deutscher Studenten, als eine „Schmach für die deutschen Studenten" bezeichnete. Herr Rabbiner Dr. Maybanm schloß seine ergreifende Rede bei dem unter großer Beteiligung und unter großen Ehren stattgefundenen Leichenbegängnisse mit den Worten' „Dem Bruderhaß ist dieses junge Leben zum Opfer gefallen, denn Brüder sind wir Alle, ob wir dem alten oder dem neuen Glauben angehören, Brüder sind wir als des gleichen Vaterlands Söhne, kraft der gleichen Sprache und Gesittung, kraft der gleichen Liebe zur deutschen Wissenschaft und Kunst, und soll dann gleichwohl der Bruderhaß die Kinder einer und derselben Mutter trennen? Nimmerinehr! Auf Euch sind die Augen Jung-Deutschlands gerichtet, o möchtet Ihr an der Bahre Eures trauten Genossen einen Liebesbund schließen, dann wäre der Feind dauernd überwunden in unserer Mitte. Dann würde aus der blutigen Saat eine glückverheißende Ernte keimen, es wäre dies das letzte Opfer gewesen und in den Dienst des Guten und Edlen daun auch die Bosheit bezwungen. Mit dieser Hoffnung im Herzen wollen wir Abschied nehmen von unserem lieben Genossen." — Ueber den jüngst in Amsterdam verstorbenen und in Frankfurt a. M. begrabenen Herrn Elias Fuld hat der Bürgermeister ersterer Stadt in Rathaussitzungen mehrmals geäußert, daß er stolz darauf sei, Herrn Fuld einen Amsterdamer Bürger nennen zu dürfen. — Herrn Marcus Jordan in Hielefeld, der das 109. Lebensjahr vollendet hat, wurde durch den Bürgermeister im Aufträge des Kaisers eine goldene Medaille nebst Glückwunschschreiben überreicht. — Man schreibt uns: Am 8. Dezember wurde in Ulm Herr Rabbiner Dr. Fried, früher in Uatibor, in sein Amt durch den Kirchenrat Dr. von Wassermann im Aufträge der Königs, israel. Oberkirchenbehörde eingesetzt. Ulm, bis jetzt dem Bezirks-

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