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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1889-02-01 · Heft 2 (1.2.1889) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
9 (1889)
Issue
Heft 2 (1.2.1889)
Date
1889-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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40 Schlangenbiß sterben werde- Wenn er ein Verehrer Gottes ist, erwiderte Samuel, wird er wohl mit Gottes Hilfe wiederkommen- Sv geschah es auch. Da nahm der Astrolog sein Bündel, warf es auseinander und fand darin eine Schlange, welche in zwei Stücke zerschnitten darin lag, ohne daß es der Träger wußte. Samuel fragte den Mann nach seinen Erlebnissen an diesem Tage und er erzählte: Täglich hat jeder unserer Gesellschaft sein Brod hergegeben und wir verzehrten es dann gemeinschaftlich. Heute bemerkte ich, daß einer von uns keines habe. Um ihn nun nicht zu beschämen, erbot ich mich heute, das Brot zu sammeln, und als die Reihe an jenen kam, that ich, als hätte ich es schon genommen und gab ihm von dem Meinigen seinen Teil. Damit, sprach Samuel, hast du eine Wohlthat gethan. Diesen Anlaß benutze er, um daran in öffentlicher Belehrung zu zeigen die Wahrheit des Wortes: Wohlthütigkeit rettet vom Tode. Der Tochter R- Akiba's sagte ein Chaldäer (Astrolog), daß sie eines Tages im Garten von einer Schlange werde gebissen werden und sterben. Darob war sie sehr bekümmert. Eines Tages nahm sie ab die Kleiderspange und steckte sie in die Wand und spießte damit eine Schlange durch das Auge. Als sie des Morgens die Spange wieder nehmen wollte, da zog sie damit die Schlange hervor. Ihr Vater fragte sie nun, ob sie irgend welche verdienstvolle That gethan? Sie erzählte: Des Abends war ein Bettler gekommen und bat an der Thüre um einen Almosen. Alle Welt war mit dem Mahle beschäftigt und niemand achtete seiner. Da nahm ich einen Teil, den du mir gabst und schenkte ihn dem Armen. Eine gute That übtest du, sprach Akiba, und er predigte in Folge dessen; Wohlthütigkeit rettet vom Tode. ‘) Ein wegen seiner Wohlthütigkeit bekannter Mann machte einst eine Seereise. Plötzlich erhob sich ein mächtiger Sturm, das Schiff scheiterte und versank im Meere. R. Akiba war Augenzeuge. Er wollte sogar vor Gericht der Frau jenes Mannes dessen Tod bezeugen, damit die Frau einen anderen heiraten könnte. Ehe es aber noch dazu gekommen war, stand der Mann selbst schon da. Sankst du nicht in's Meer? fragte R. Akiba. So war's, sprach er. Wer hat dich aus den Wellen gerettet? fragte R. Akiba weiter. Die Wohlthütigkeit, die ich im Leben geübt, antwortete jener. Woher weißt du das? Als ich in die Tiefe sank, hörte ich einen gewaltigen wüsten Lärm, aus dem sich ungefähr Stimmen vernehmen ließen: Rasch, retten wir diesen Mann, der sehr wohlthätig ist. Da begann R. Akiba: Gepriesen sei, der die Thora und die Worte der Weisen erwählt, denn so heißt es: „Wirf hin dein Brot über die Wasser, denn ans die Länge der Zeit wirst du es wiederfinden" (Prediger 11, 1).2) Wona 1 sschau. Am 9. Dezember starb in Frankfurt a. M. der emeritierte Bezirksrabbiner von Sad-Ems Herr Dr. Denjamin Hochstiidter. Er nahm an den Reformbewegungen im Judentum lebendigen Anteil. Der Mendelssohn-Verein, dem der Heimgegangene seit dessen Gründung als Mitglied angehörte, verlor in ihm einen begeisterten Anhänger. Seine in demselben gehaltene Vortrüge „Zur L) Sabbath 156. *) Koh. Jalk. z. St.

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