Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 9 (1889)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 eine geborene Jüdin. Sie war die Tochter des Banquiers Friedrich Kappel. Um ihre Hand hielt auch der Dichter Alerandcr Prtiisi an. — Der am 9. November in Wien verstorbene Hofrat Professor Samberger, eine hervorragende Größe auf dem Gebiete der medizinischen Wissenschaft, 'stammte von jüdischen Eltern aus Ivanarka, woselbst er im Jahre 1822 geboren wurde. Mütterlicherseits war er ein Enkel des gelehrten Rabbiners Koppel Dormiher in Kaimnitz. Sein Großvater hieß Wolf Bamberger, sein Vater Jakob war ein hervorragender Pomologe. — Aus Krag berichtet man von dem Tode des Herrn M. A. Wahle, der durch sein humanes und gemeinnütziges Wirken itt weitesten Kreisen gekannt und geliebt war. Die Herren Oberrabbiner M. Hirsch, Reg.-Rat Prof. Dr. Kaempf und Vorsteher David Lieben schilderten die Verdienste des Heimgegangenen in warmen Worten. — In Krakau starb Herr Dr. Jonathan Warschauer. Er trat mit Eifer und Erfolg stets für die Rechte der Inden ein. Herr Baron Konofka hob in einem Nachrufe die Verdienste und den Patriotismus des Heimgegangenen hervor. Der Verstorbene bestimmte 30000 fl. ö. W für wohlthätige Stiftungen. — In Drößnitz starb der Kultusvorsteher und gewesene Bürgermeister Herr Salomon Singer. Derselbe hat 100000 fl. ö. W. für wohlthätige Zwecke letztwillig bestimmt, wovon 10000 zu dem Bau einer neuen Synagoge verwendet werden sollen. — Der Rabbi von Sadagora wurde von der Finanz-Bezirksdirektion, weil seine Thätigkeit nicht als religiöse, sondern als eine auf Erwerb gerichtete angesehen wird, mit 220 fl. ö. W. in Steuer genommen. Der Wunderrabbi legte Beschwerde ein, da Gebete und Segenssprüche nicht als Geschäft betrachtet werden können. Er wurde aber, weil er sich ein kolossales Vermögen erworben und ferner weil er seinem Bruder Isak Friedmann eine Abfindungssumme von 25000 ö. W. gegeben, damit letzterer Sadagora verlasse und sich einen andern Ort für seine Wirksamkeit suche, mit seiner Beschwerde zurückgewiesen. — Am 18. November fand in Wien eine Wählerversammlnng der israelitischen Knltusgemeinde statt. Das zahlreiche Erscheinen gab Zeugnis von dem lebhaften Interesse, welches in vielen Kreisen für die Vorgänge in der Gemeinde vorhanden ist. Viele Redner verlangten sogar, daß der Vorstand zur antisemitischen Bewegung Stellung nehme. Aus dem an diesem Abend durch Herrn Vorsteher Mar Fleischer erstatteten Rechenschaftsberichte der „Wiener Israelitischen Kultusgemeinde" heben wir den Punkt, die Gemeinde-Bibliothek betreffend, hervor: Die unter der trefflichen Leitung des Herrn Prof. Hammerschlag stehende Gemeinde-Bibliothek hat sehr wertvolle Bereicherungen teils durch Ankäufe, teils durch Schenkungen wissenschaftlicher Werke erhalten. Die Bibliothek erfreut sich auch eines lebhaften Besuches an den für deren Benutzung festgesetzten Tagen. Auch werden nicht selten zum Zwecke wissenschaftlicher Arbeiten einschlägige Werke aus ihr entlehnt. — Herr Dr. Jellinek schreibt in der „Neuzeit" gelegentlich der Erwähnung, daß der neuernannte Oberrabbiner von Alerandrien K. Elia Hazan zum Khedive nach Kairo beschieden worden, und daß ihm zu Ehren der Premierminister ein Galadiner gegeben, „da sind wir doch in dem hochkultivirten Europa weiter fortgeschritten. Da ist nicht der Mann des Geistes, der Wissenschaft, des Wortes, der ununterbrochenen Beschäftigung mit der religiösen Lehre und Litteratur, der Repräsentant des Judentums, sondern die Vorstände. Sie sind die Leiter, die Führer, die Häupter, die Herren, die Vertreter des Judentuins, besonders nach Außen hin." Es würde um das Judentum wahrlich viel besser stehen, wenn diese Uebelstände nicht vorhanden wären. — Am 27. Oktober wurde Herr Rabbiner Dr. David in Dreßburg von dem Fürstprimas von Ungarn, der daselbst bei 2*