Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1888)
- Date
- 1888-12-01
- Page
- Seite 286 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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286 solche Auszeichnung zu Teil wurde. — Am 4. Oktober beging die „Chewra Kadischah", Heilige Bruderschaft, in Ztolkholm ihr IM jähriges Stiftungsfest. — Se. Majestät König Kunibert hat zu einer jüdischen Deputation in Cesenna Folgendes gesprochen: Mein berühmter Vater hatte für einen jüdischen Unterthanen eine besondere Achtung und Zuneigung. Diese verdienen sie auch, denn in dem goldenen Buche unseres Kampfes um die Befreiung unseres Vaterlandes begegnen wir Hunderten von jüdischen Namen, deren Träger Gut und Blut unserer Äache zum Opfer brachten. — In Livorno wurde im Rabbinerseminar auch die deutsche Sprache als Unterrichtsgegenstnnd anfgenommen. Es ist dies eine Notwendigkeit, da die besten bahnbrechenden Werke der neueren jüdischen Litteratur in deutscher Sprache geschrieben sind. — Herr Baron Kronchetti ist mit der Ausarbeitung einer neuen Oper „Zoroaster" beschäftigt. — Der in Marcello jüngst verstorbene Baron Levi bestimmte für die Arnien der Stadt ohne Unterschied der Konfession eine jährliche Rente von 5M Livre. — Der Herzog von Aosta, JJrinj Amadro, der sich mit der ihm verwandten Prinzessin Laetitia in Turin vermählte, empfing auch eine jüdische Deputation unter Führung des Herrn Prof. Ottolenghi.. Er sagte unter Anderem, daß Spanien sich selber die Adern unterbunden habe, als es die Juden, seine betriebsamsten und fleißigsten Bürger ans fanatischem Religionshasse gewaltsam auswies. Mit den Juden verschwanden auch Handel und Wandel; seitdem datiert der materielle und politische Verfall des Landes. — Herr Zeemana auf der Insel Corfu wurde vom König von Griechenland durch Verleihung des „Erlöser-Ordens" ausgezeichnet. — Wie uns berichtet wird, wurde die Herausgabe der in Warschau erscheinenden Zeitschrift „Hazephira" von Seiten des Ministers des Inneren für die Dauer von 4 Monaten untersagt. Die „Hazephira", ein ausgezeichnet redigiertes Blatt, wird vom 15. Januar ab wieder regelmäßig erscheinen. — Der Universitätssenat von Moskau hat Herrn $1. A. Zmolenski zum Professor der Hygienie präsentiert und, wie man hört, ist die Präsentation von der Regierung bestätigt worden. — In der Nähe von Klitschem wurde am 18. September der dortige Rabbiner im Walde ermordet. — In Dünaburg starb der Rabbiner Herr Samuel Gerschoni. — In Kiew starb am 11. Oktober der durch seinen Reichtum und seine Wohlthätigkeit bekannte Herr Israel Marlroivitsch Brodsln. — Nach der „Nov. Wremja" ist unser Glaubensgenosse Herr Aschik zum Generalinspektor aller Staatseisenbahnen in der Provinz Polen ernannt worden. — Nach dem „Woßchod" ist der berühmte Bildhauer AntoKotsKi) beauftragt worden, eine Statue der Kaiserin Katharina II. für das Denkmal, welches derselben in Moskau errichtet werden soll, zu verfertigen. — Herr Baruch Kerbel ans Berditschriv hat es fertig gebracht, für Geld viermal die Taufe an sich vornehmen zu lassen. Die Kirche bekömmt doch durch solche Leute einen sehr zweifelhaften Zuwachs und zeigt, wie wenig wühlerisch sie in Bezug auf den Charakter ihrer Neophiten sei. — In Libau wurden auf dem jüdischen Friedhofe Gräber geschändet. — Ein russischer Fürst hat der jüdischen Gemeinde in dem Städtchen Dcabow ein großes Stück Feld zur Anlegung eines Friedhofes und zum Bau eines Beth Hamidrasch unentgeltlich überlassen. Es giebt immer noch edle Menschen, selbst — in Rußland! — Bei einem Feste, veranstaltet zu Gunsten der Erhaltung des jüdischen Hospitals in Äajsg nahmen viele angesehene Christen regen Anteil. Es wurden über 10000 Francs eingenomnien. Aus Rumänien wirkt diese Nachricht wohlthuend. — Dein russischen Heere gehören in Friedenszeiten 54M0 jüdische Soldaten an. In Kriegszeiten können 135000 einberufen werden. — In St. Petersburg hat ein sechszehnjähriger Knabe Namens