Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-12-01 · Heft 12 (1.12.1888) · p. Seite 283

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 12 (1.12.1888)
Date
1888-12-01
Page
Seite 283 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2969669-2969754-2969767--2443-2972626
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

283 Bonijhad starb der dortige Rabbiner Herr Woses Pollak im Alter von 45 Jahren. — Am 30. September starb in ffshilih Herr Dr. med. Inlomon Adler, der auch auf theologischem Gebiete sich gediegenes Wissen erworben. Bei seinem Begräbnisse am 2. Oktober beteiligte sich die katholische Schuljugend mit den Lehrern, die katholische Geistlichkeit, die Stadtvertretung und der größte Teil der katholischen Bevölkerung. Am Grabe sprachen die Herrn Rabbiner Weiß, Bezirksarzt Di-. Wollenstem und Lehrer Nadel Worte ehrenden Nachrufes. Im Jahre 1867 erhielt der Verstorbene aus der Kabinetkauzlei des spätern Kaisers Wilhelm I. ein auszeichnendes Anerkennungsschreiben nebst einem ansehnlichen Ehrengeschenke für sein unermüdliches aufopferndes Wirken zur Zeit der Cholera im Kriegsjahre 1866. — Am 2. Oktober starb in Laibach Herr Adolf Deer, k. k. Oberst und Kommandant des 13. Korps-Artillerie-Regimentes, im 54. Jahre seines Lebens. Er blieb dem Judentume treu und ließ sich durch noch so glänzende Anssichten demselben nicht abwendig machen. Das Leichenbegängnis fand unter militärischem Gepränge zum Südbahnhofe in Leibach statt. Den Kondukt kommandirte der k. k. Oberst Deiroiusluj des 17. Infanterie-Regiments. Am Leichenbegängnisse beteiligten sich die angesehensten Kreise der Landeshauptstadt. Oberst Beer, welcher erst vor anderthalb Jahren nach Leibach zum 13. Korps-Artillerie- Regiment versetzt wurde, hatte sich, wie die „Laibacher Zeitung" schreibt, durch sein konziliantes Wesen rasch die Sympathieen der dortigen Gesellschaftskreise erworben. Die Bestattung des verblichenen Obersten erfolgte auf der israelitischen Abteilung des Wiener Central-Friedhofes. Eine Deputation des 13. Artillerie- Regiments, bestehend aus Stabs- und Oberoffizieren, sowie viele Kameraden erwiesen ihm die letzte Ehre. Man bemerkte ferner sämmtliche Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde unter den Leidtragenden. Herr Prediger Dr. Jellinek hielt die Grabrede. — Am 20. Oktober starb in Wien Frau Henriette o. Wcrtheimer geborene Nllman», die Witwe nach dem unvergeßlichen Äostf Ritter v. Wertheimer, dessen edle Mitarbeiterin sie auf dem Felde der Bethätigung echter Menschenliebe war. — Am 22. Oktober wurde in Wag Herr Sanitäts-Rat Dr. Gabriel porges zu Grabe getragen. Er erfreute sich als homöopathischer Kurarzt in Karlsbad eines großen Rufes. Er schrieb ein großes Werk über die Karlsbader Thermen und populär gehaltene Schriften für Kurbedürftige. Herr Regierungsrat Professor Dr. Kaempf hielt ihm einen ehrenden Nachruf. — Der berüchtigte Polizist Andreas Necsky, einer der Hauptverursacher des Prozesses von Cispi-Esstar, hat sich erhängt. — Große Entrüstung erregte in Troppau die Handlungsweise des dortigen katholischen Kaplans, der beim Leichenbegängnisse des Herrn Eduard Herzog am 3. Oktober, welcher wegen seiner Verheiratung mit einer Jüdin sich für konfessionslos erklärte und am Sterbelager zur katholischen Kirche zurückkehrte, in einer Grabrede Aeußerungen gegen Juden gethan, die die vom Schmerz aufgelöste Witwe und zahlreiche jüdische Trauergäste veranlaßte, noch während der Grabrede sich zu entfernen. — In Z.-A. Jljljdij wurde am 30. August eine Synagoge eingeweiht. — Die israelitische Gemeinde in Kralrnu läßt aus ihren Mitteln dem Polenkönig Kastmir ein Denkmal setzen. Mit der Ausführung desselben wurde der Künstler Herr Lewaudowslrij betraut. — Am 21. Oktober beging Herr Direktor Dr. Herzel in Arodij das fünfundzwanzigjührige Jubiläum seiner Thütigkeit. Es wurden ihm aus diesem Anlasse viele Zeichen verdienter Anerkennung zu Teil. — In Wie» wurde das neue Hofburgtheater, ein Meisterwerk der Baukunst, eröffnet. Herr Direktor Adolf von Konnenthal hielt die zur Eröffnung verfaßte Festrede. Grillparzer's 24*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.