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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-12-01 · Heft 12 (1.12.1888) · p. Seite 281

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 12 (1.12.1888)
Date
1888-12-01
Page
Seite 281 (sequence 17)
Language
German
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281 Talmud". Herr Lehrer Apt-Mcppe» sprach über „Der systematische Religionsunterricht in der israelitischen Elementarschule." — Am 23. September fand in Kießt» die zweite Couferenz der israel. Lehrer Oberhessens für das Jahr 1888 statt. Herr Lehrer Iiröhlich-Weilburg sprach über „Die katechetische Neligionslehre in Verbindung mit der biblischen Geschichte". Herr WUnfch-Alfenheim sprach über „Die praktische Verwertung des Midrasch und der Agada". — In Gleiwih fand am 23. September eine Versammlung von Vertretern oberschlesischer Gemeinden zum Zwecke der Gründung eines „Verbandes der jüdischen Gemeinden des Regierungsbezirkes Oppeln" statt. Die Gründung eines jüdischen Waisenhauses in und für Oberschlesien wurde beschlossen. — Am 30. September fand in Bartenstei» die achte ordentliche Generalversammlung des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens statt. — Der Neubau der Altersversorgungsanstalt der jüdischen Gemeinde in Berlin wurde am 1. Oktober seiner Bestimmung übergeben. Die Gattin des Stifters, Herrn Commerzienrat Mannheimer, durch dessen Hochherzigkeit der Bau erweitert wurde, waltet mit edlem Sinne als Ehrendanie in diesen Räumen. — Das israelitische Waisenhaus in Dinslaken versendet den Rechenschaftsbericht für 1888/89. Die Einnahmen mit Mk. 5,871.31 wurden verausgabt. — Herr S>. Kallrar in Hamburg hat der Talmud-Thora- Schule daselbst Mk. 100,000 zugewiesen. — Der jüngst in Main? verstorbene Herr Michael Kleemami hat in einem Testamente ca. eine Million Mark für wohlthätige und gemeinnützige Zwecke hinterlassen. — Der Verein zur Unterstützung von Witwen und Waisen armer israelitischer Lehrer und Vorsänger in Württemberg ist in sein zweites Vierteljahrhundert eingetreten. Der Rechenfchaftsbericht pro 1887/88 beweist, daß die Leitung in guten Händen ist. Sieben Witwen mit Kindern, zwei elternlose Waisen und ein kranker Lehrer sind im ganzen mit 1425 Mark unterstützt worden, auch wurde noch ein Beitrag an den allgemeinen Lehrerunterstützungsverein verabreicht. J.J. M.M. der König und die Königin haben dem Verein ihre fortgesetzte Huld und Unterstützung angedeihen lassen. In den Grundstock wurden 690 M. gestiftet. Infolge Rücktritts des Vorstandes L. Liebmnnn hat Bankier Sonthrimcr in Stuttgart die Agentur für den Platz übernommen und seiner Thätigkeit verdankt der Verein besondere Förderung. Das Vereinsvermögen ist auf 32,817 Mark angewachsen; aber mit dem Vermögenszuwachs sind auch die gerechten Ansprüche an den Verein gestiegen. — Im „Berliner Tageblatt" vom 13. September spricht sich Herr Karl Emil Kranzos, der Verfasser des Buches „Aus der großen Ebene", in Bezug auf die Tendenz desselben, die von Herrn Otto Ueumann Hofer nicht richtig aufgefaßt wurde dahin aus, daß er mit seinem Buch den Beweis erbringen wollte, daß der starre orthodoxe Talmudismus, welcher den Entnationalisirungsprozeß hindert, lediglich eine der Formen des jüdischen Glaubens ist, welcher durch die Arbeit von Moses Mendelssohn, Abraham Geiger u. A. eine neue und geläuterte Form erlangt hat, die den Entnationalisirungsprozeß nicht behindert, sondern befördert. — In Kujsach wurden Ueberreste einer Synagoge aus dem 13. Jahrhundert aufgefunden. Herr Profesfor Cnting ans Straßburg hat in einer Sitzung der Elsüssischen Gesellschaft für Erhaltung der historischen Denkmäler die dabei Vorgefundene Inschrift mitgeteilt. „Die Steine der Pforten des Gotteshauses hat gekauft David, der Sohn des Rabbi Israel." — In Ober-Kamstadt wurd- Herr Meyer Wartensleben zu fünf Tagen Gefängnis wegen Störung des Gottese dienstes verurteilt. Herr Landrabbiner I)r. Landsberger aus Darmstadt, als Zeuge vernommen sagte, daß es in den ländlichen Gemeinden in den Synagogen oft 24

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