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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-11-01 · Heft 11 (1.11.1888) · p. Seite 261

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 11 (1.11.1888)
Date
1888-11-01
Page
Seite 261 (sequence 21)
Language
German
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261 Dortmund wurden die Fenster der Synagoge mit Steinen eingeworfen. — Herr Rabb. Dr. Wäger in Zweibriickkn hat einen Bußbrief an die Gemeinden seines Bezirkes verschickt, der auf Sünden, die wir begangen durch Essen und Trinken, hinweist. Durch solche Schriftstücke wird das Judentum der Lächerlichkeit preisgegeben. Giebt es nicht ernstere Dinge, die man in einem Bußbriefe betonen könnte? Die Propheten hat sich wohl Herr Dr. Mayer bei diesem Bußbriefe nicht zum Muster genommen. — Am 31- Angust wurde in Wie» (Rembrandstraße 32) das vom Bethaus-Berein errichtete Bethaus „Achad Israel" in weihevoller Weise eröffnet. — In Znaim wurde am 2. September eine Synagoge eingeweiht. Die Festrede hielt Herr Dr. PollaK, Rabbiner in Trebitsch. — In Lundenburg wurde am 4. September die Einweihung der neu hergerichteten Synagoge in feierlicher Weise begangen. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Graß. — Die neu hergestellte Synagoge in Eperies wurde am 6. September ihrer Bestimmung übergeben. — In Währing wurde der Bau eines neuen Tempels aus Anlaß des vierzigjährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef beschlossen. — In S. A. Ujhely wurde am 30. September eine Synagoge eingeweiht. — In injn fand am 2. September für den verdienten verstorbenen ungarischen Kultusminister Trefort, der durch die Begründung des Landes-Rabbiner-Seminars und durch Organisation der Kultusgemeinden sich um das ungarische Judentum unverwelkliche Verdienste erworben, eine Gedächtnisfeier im Tempel statt. — Am 2. September wurde der Kultusvorstand mit dem Herrn Rabbiner Dr. Kriedländer an der Spitze in Pifek von Sr. Majestät dem Kaiser Franz Josef empfangen. Herr Dr. Friedländer sprach in hebräischer und deutscher Sprache den Segen über den Monarchen, der ihm hiefür seinen Dank aussprach. — Herr Dr. Moritz Krunner wurde zum Direktor des allgemeinen österreichischen isr. Taubstummen-Jnstituts in Wien ernannt. — Die nachgelassenen Schriften des im Jahre 1884 verstorbenen Oberrabbiners Herrn Hirsch B. Kassel sollen durch seinen Sohn Herrn Sigmund Kassel herausgegeben werden. — Herr Rabbiner Spitzer in Uür-Palota sammelt die Grab-Inschriften der in Ungarn begrabenen Rabbinen. — Herr Dr. Zosef iänöqij hat eine Geschichte des ersten Jahrzehntes des Rabbiner-Seminars in Budapest veröffentlicht. Die Zahl der Zöglinge ist mit jedem Jahre in Zunahme begriffen. Eröffnet wurde die Anstalt mit einer Zahl von 31 Zöglingen, die jetzt auf 115 angewachsen ist. Die Bibliothek hat es auf 10000 Bände gebracht. Es wäre Pflicht aller ungarischen Gemeinden die Pflanzstätte theologischer Bildung durch jährliche Subventionen zu unterstützen. — Die Kongreßgemeinde in Klausenburg hat Herrn Dr. Jacob Klein als Rabbiner gewählt. — Herr Dr. Georg Pick wurde zum Professor der Mathematik an der Gramer Universität ernannt und Herr Dr. Emil Zuckerbandl zum ordentlichen Professor an der Universität in Wien. — Die Redaktion der um die Bildung der Inden in Galizien verdienten Zeitschrift „Jbri Anochi" in Brody feierte; ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. — Am 13. September wurde in Kra? auf dem israelitischen Friedhofe der Musikschriftsteller Herr Dr. Mar Schütz zur letzten Ruhe geleitet. An seinem Sarge sprachen Herr Rabbiner Dr. WUhsam, Professor Albert Sturm und Leopold Iriedmann. — In Wien wurde am 16. September Herr Samuel Kitter v. Frankfurter, der auf tragische Weise durch Selbstmord sein Leben beschlossen, zu Grabe getragen. — Der neu ernannte Bischof Hornig in Uetzprim sprach zu der jüdischen Deputation, die ihn am 7. September begrüßte: „Ich bekenne unverholen, daß die christliche Lehre in dem Judentum den Grundstein zu ehren habe, auf welchem sich der mächtige

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