Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1888)
- Date
- 1888-10-01
- Page
- Seite 232 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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232 jätete, grub und ackerte und säte, bat er dieses Land als das verheißene zu erhalten. ') Der Segen, den Gott dein Volke Israel gab, ist auf Arbeit gegründet. Gesegnet wirst du sein bei deinem Eintritt, gesegnet bei deinem Austritt, immer aber nur in Begleitung deiner Arbeit' und Thätigkeit.a) Der Patriarch Jsak erkannte, daß nur in der Arbeit der wahre Segen ruhe, und begann darum dem Ackerbau sich zuzuwenden und alsbald wird auch von ihm uns berichtet: Jsak säte aus in diesem Lande und fand in diesem Jahre das Hundertfache, so segnete ihn Gott. (Gen. c. 26, 12). 3) Wonalsfchait. Herr Dr. Eckstein, früher in Leipzig, wurde zum Rabbiner in Bamberg gewählt. — Zur Feier des Centenariums Ludwig I. fand in der Synagoge zu München ein Festgottesdienst statt. Herr Rabbiner Di-, perles legte früher in Begleitung zweier Mitglieder der Gemeindeverwaltung in der Bonifazius-Kirche einen Kranz am Katafalk König Ludwig I. nieder. — Bei der Feier des Geburtstages König Friedrich Wilhelm III., des Stifters der Universität in Berlin, am 3. August erhielten die Studenten der Rechte Herr Äulian Zakobsoh» und Herr Hermann Fürstenau den ersten und zweiten städtischen Preis. — Bei der Einweihung des dem verewigten Rabbiner Dr. Frankl von der Gemeinde Berlin errichteten Denkmals auf dem jüdischen Friedhofe in Weihensce am 10. August führte Herr Rabbiner Dr. Ungerleider den zahlreich erschienenen Mitgliedern der Gemeinde ein Bild des Verklärten, der ein Mann vielfacher Treue und vielfachen Segens gewesen, vor die Seele. — In Hamburg starb am 19. August Herr Dr. Meyer Äsler, eine in der Gelehrtenwelt und auch in weiteren Kreisen wohlbekannte Persönlichkeit, im hohen Alter von 81 Jahren. Herr Dr. Jsler war ein geborener Hamburger, besuchte daselbst das Johanneum und studierte von 1827 bis 1830 in Bonn und Berlin. Im Jahre 1832 wurde er zum Registrator an der hamburgischen Stadtbibliothek ernannt, im Jahre 1851 zum Sekretär. Seine große Gelehrsamkeit namentlich in der klassischen Philologie machten ihn zu einer höchst schätzenswerten Kraft für die Bibliothek, was auch allgemein anerkannt wurde. Nach dem Tode des Herrn Prof. Dr. Petersen wurde er zum Direktor der Stadtbibliothek ernannt und wirkte als solcher lange Zeit, bis er vor einigen Jahren uin seine Pensionierung einkam. Der Verstorbene erfreute sich in weiten Kreisen, namentlich auch in israelitischen, hoher Achtung und Verehrung. Davon legte auch die große Beteiligung bei der am 22. August stattgefundenen Beerdigung Zeugnis ab. Im Trauerhause (Scholvien's Passage) hielt Herr Prediger Dr. Leimdörfer die Leichenrede mit Zugrundelegung des Psalmwortes: „Deine Herrlichkeit war: Kämpfen für das Wort der Wahrheit in Bescheidenheit und Tugend. Redner entwarf ein Bild des bedeutenden Gelehrten als Pädagogen, Forscher und Schriftsteller, sowie als Direktor der Hamburger Stadtbibliothek, die für die Welt der Geister fast Das bedeute, was für die Kaufmannschaft die Börse. Auf das Wirken in Familie und Gemeinde eingehend, hob der Redner Ihervor, daß Jsler einer der Ersten gewesen, welche vor 51 Jahren die Begründung israelitischer Rabbinerseminare angeregt hat und daß er den großen Rechtsanwalt *) M. Gen. r. c. 39. Midr. Deuteron, r. c. 7. 3) Tasifta Berach. c. 7.