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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-10-01 · Heft 10 (1.10.1888) · p. Seite 228

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 10 (1.10.1888)
Date
1888-10-01
Page
Seite 228 (sequence 12)
Language
German
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228 mein Körper an diesen Steinen zerschmettert werden, als er ein Opfer deiner Roheit wird." Ihr Mut besänftigt die tierische Gier des Templers und besiegt kniet die Bestie vor der heroischen Jungfrau und bittet uni Verzeihung. — Rebekka wird befreit und trifft bald mit ihrem ebenfalls freigelassenen Vater wieder zusammen. Die Samariterin Rebekka führte den verwundeten Jvanhoe — wie wir schon erfahren — trotz der Abratungen ihres Vaters in ihr Haus. Mit den Worten: „Redet nicht so, teuerer Vater, freilich dürfen wir uns nicht mit ihnen vermischen bei Fest- und Fröhlichkeit, doch in Wunden und Elend wird der Jude des Heiden Bruder," weiß sie den Widerwillen ihres Vaters zu besiegen und die Waffe völlig den Händen ihres Erzeugers zu entwinden. — Jvanhoe will sich für die erhaltenen Wohlthaten bei seiner Pflegerin bedanken, doch jede Belohnung ablehnend, erwidert Rebekka: „Nun, so bitte ich dich, von nun an zu glauben, daß ein Jude einem Christen wohl einen Dienst zu leisten vermag, ohne einen andern Lohn zu erwarten als das Wohlgefallen des großen Vaters, der beide, Jude und Nichtjude, erschuf." — Am Schlüsse des Buches verabschiedet sich Rebekka von der oben genannten sächsischen Prinzessin, der Braut Jvanhoe's und indem Rebekka ihre Juwelen und sonstigen Kostbarkeiten der hohen Dame als Geschenk überreicht, entspinnt sich zwischen beiden folgendes Gespräch: „O, Rebekka, bleibt bei uns! Der Rat heiliger Männer wird euch von euerem unglücklichen Gesetze befreien, und ich will euere Schwester sein." „Nein Lady," entgegnete Rebekka mit derselben sanften Schwermut in ihrem schönen Gesichte und in ihrer milden Stimme, „das kann nicht geschehen. Ich kann denGlauben meinerVäter nicht wechseln wie einKleid.das nicht für das Klima paßt, unter dem ich wohnen will, und unglücklich werde ich nicht sein. Er, dem ich mein künftiges Leben weihe, wird mein Tröster sein, wenn ich seinen Willen thue." „Habt ihr denn Klöster, in deren eines ihr euch zu begeben gedenkt?" „Nein Mylady, aber unter unserm Volke hat es seit Abrahams Zeiten Frauen gegeben, welche ihre Gedanken dem Himmel weihten und ihre Handlungen der Menschenliebe. Sie pflegten den Kranken, speisten den Hungrigen und trösteten den Elenden. Unter diese soll Rebekka gezählt werden." O, Rebekka! Sonne unter den Sternen der Jungfrauen Israels! Wer dir doch gliche! Pie fociate Irage im Judentum. Von vr. Adolf Kur rein, Rabbiner und Prediger in Teplitz. (Fortsetzung.) Für eine Schuld konnte niemand zum Sklaven verkauft wer.den. Verkaufte sich der Arme aber selbst, so mußte er einer milden menschenwürdigen Behandlung sich erfreuen. „Laß ihn nicht Sklavendienste verrichten. Wie ein Mietling, wie ein Beisaß sei er bei dir, bis zum Jobeljahr diene er bei dir. Und dann gehe er von dir, er und seine Söhne mit ihm. und kehre zurück zu seinem Geschlechte und zu der Besitzung seiner Väter kehre er zurück. Denn meine Knechte sind sie, die ich sie geführt aus dem Lande Mizrajim; sie dürfen

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