Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1888)
- Date
- 1888-09-01
- Page
- Seite 214 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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214 trägt 900 Mk. und wird auf Lebenszeit gewährt. — Nach dem Berichte der vereinigten Barmh-Auerbalh'schen Waisen-Erziehungsanstalten in Berlin beherbergten dieselben im abgelaufenen Jahre 77 Zöglinge und zwar 51 Knaben und 26 Mädchen. Das Knaben-Waisenhaus besitzt ein Vermögen von Mk. 706,772.40, das Mädchen-Waisenhaus ein solches von Mk. 335,946.64. — Man schreibt uns: Am 20. und 21. Mai wurde in Wlstldorf die Konferenz israelitischer Lehrer Westfalens und der Rheinprovinz abgehalten. Der langjährige Vorsitzende, Herr Blumenau-Bieleskld, eröffnete dieselbe und gab seiner Freude Ausdruck, eine so zahlreiche Versammlung begrüßen zu können.' Hierauf teilte er mit, daß der Deutsch-isr. Gemeindebund den Konferenzbesuchern einen Reisezuschuß von 125 Mk. bewilligt habe. Herr Rabb. I)r. Wedel! begrüßte sodann die Versammlung mit herzlichen Worten und machte die Mitteilung, daß der Synagogenvorstand der Gemeinde Düsseldorf beschlossen habe, der Unterstützungskasse des Vereins den Betrag von 300 Mk. als Geschenk zu überweisen, wofür der Vorsitzende herzlich dankte. Ans dem Jahresberichte ging hervor, daß das Vermögen der Kasse sich jetzt auf über 60,000 Mk. beläuft und am Schlüsse dieses Jahres annähernd 70,000 Mk. betragen wird. Unterstützt wurden 11 Familien mit zusammen 2613 Mk. Am 1. Versammlungstage hielt Herr Blumenau-Bielefeld einen Vortrag über den Lehrstoff und das Lehrziel für den jüd. Religionsunterricht an den Gymnasien und höheren Lehranstalten überhaupt. Der gediegene Vortrag fand allseitigen Beifall. Am zweiten Versammlungstage sprach Herr Eoblen;-Kikgkn in zweistündiger, vortrefflicher Rede über die berufliche und soziale Stellung des jüd. Lehrers. Der Vortrag wird gedruckt werden. Die nächste Jahresversammlung findet in Dortmund statt. — Man schreibt uns aus Kosia: Herr Dr. Dankowih. bisher in Arakonih (Böhmen), wurde durch die behufs Errichtung eines Grand-Rabbiuats und Konsistoriums eingesetzte und aus Delegierten sämtlicher jüdischer Gemeinden beider Bulgarien bestehende Organisations- Kommission (Commission pour l’organisation du Grand-Rabbinat de Bulgarie) zum Grand-Rabbin und Präsidenten des zu bildenden Konsistoriums (Graud- Conseil administrativ einstimmig gewählt. — Der Privat-Dozent Herr Dr. War Freiherr von Wnldberg wurde zum ordentlichen Professor für neuere deutsche Sprache und Litteratur an der Universität in Cheriiowjh ernannt. Herr Professor Waldberg ist der Sohn des Baron Woses Waldberg in Wien, der sich in der talmudischen Litteratur einen Ruf erworben. — Dem Lembcrger Spezialisten für Augenkrankheiten, Herrn De. Sigmund Lindner, ist der Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen worden. — In Brody wurde eine Straße „Zuckerstraße" genannt zur Erinnerung an de» verdienten verstorbenen Landtagsabgeordneten Herrn Philipp Imker. — Aus Sattonya schreibt uns Herr Oberlehrer Ignah Spihrr: „Der uug. Kultus- und Unterrichtsminister hat unter Präs. Z. 1191 ddo. 21. Juni 1888 betreffend die Regelung der isr. Kultusgemeindeu und ihres Verhältnisses zur Matrikelnngelegenheit an sämtliche Jurisdiktionen des Landes eine Zirkularverordnung heransgegeben; diese Verordnung regelt das Verhältnis der Mutter- resp. Kultusgemeinden zu den Filialen oder Betgenossenschaften. Ferner ist der Gemeinde macherei unserer Hyperorthodoxen ein Damm gesetzt worden, da fernerhin in einer Gemeinde blos eine isr. Kultusgemeinde existiere» darf und nicht wie bis allher Orthodoxe, Kongreß- oder statusquo ante Partheien. Als Kultusgemeinde wird blos diejenige betrachtet, in deren Mitte sich ein mit Matrikelamt versehenes Rabbinat befindet. Diejenigen Gemeinden, welche kein Matrikelführungsrecht besitzen, sind als Neben- resp. Filial-