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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-09-01 · Heft 9 (1.9.1888) · p. Seite 211

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 9 (1.9.1888)
Date
1888-09-01
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
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211 höchsten Fragen, die die Religion für uns enthält, und dann wird man auch Steinheim's sich wieder erinnern und inne werden seiner Bedeutung. Dann wird auch ans den Werken Steinheim's der bleibende Kern hervorgesucht werden, und wie sehr ihn auch die Kritik zersplittert habe, es wird von ihm dasselbe gelten, was Steinheim in dem schönen „Israel" betitelten Gedichte singt: „Die Splitter werden zu Staube, Zu feinem Staube von der Gewalt: Aber dennoch blieb jeglich Stäubchen, Unzerstörbar, ein Heller Spiegel Deines Lichtes, Gott der Götter, Widerstrahlend den Strahl Sinai's, Und ihr Klang war, unter den Schlägen, Tochterstimme des ewigen Wortes!" Monalsschau. Herr Landrabbiner Dr. Goldschinidt in Birlrenfeld wurde als Rabbiner nach Beuthen berufen. — Das Rabbinat Gailingen wurde Herrn Rabbiner Dr. Spitz» bisher in Haigerloch, übertragen. — Die Gemeinde „B'ne-Brith" in Berlin hat Herrn Dr. ph. Kran er, bisher in Brandenburg, zu ihrem Rabbiner erwählt und die Gemeinde Bojanowo Herrn Dr. Theodor, früher in Berent. — Man berichtet uns: Die israelitische Gemeinde in Witten feierte am 23. Juni das Jubiläum ihres Lehrers und Predigers, des Herrn Ostwald, der auf eine 25jährige Amtsthätigkeit zurückblickt, die ihm wohl Mühe und Arbeit in reichem Maße gebracht hat, die ihm andererseits aber auch manche Freude und die Genugthuung vielfacher Erfolge gewährte. Herr Ostwald erfreut sich in seiner Gemeinde der allgemeinsten Verehrung und sein Wirken findet bei arm und reich aufrichtige Anerkennung. Es wurden ihm bei diesem Anlasse zahlreiche Beweise der Liebe und Anhänglichkeit zu teil. — In Colberg wurde am 22. Juli das fünf und zwanzigjährige Jubiläum des dortigen Rabbiners Herrn Dr. Goldschmidt in feierlicher Weise begangen. — In Geringen starb Herr David Gideon. Ein schlichter Metzger, nahm er an den Bewegungen im Jahre 1848 wirksamen Anteil. Er improvisierte zu dieser Zeit vom Pferde Reden in gebundener Form. Er hat sich bis ans Ende seines Lebens auch idealen Sinn bewahrt. — Am 18. Juni starb in Kuuow bei Oderberg im Alter von über 100 Jahren Herr Ephraim poltak, ein Veteran aus den Befreiungskriegen. — Der Redakteur und Verleger der Zeitschrift „Daheim", Herr Otto Klastng, einer der fanatischen Antisemiten, ist gestorben. — In Breslau starb Herr Stadtrat Dr. jur. Siegfried Mark, geboren daselbst am 28. März 1832, der neben anderen Ehrenstellen auch die eines Kurators des jüdisch-theologischen Seminars bekleidete. Herr Rabbiner Dr. Äoel widmete ihm beim Begräbnis am 25. Juni warme Worte des Nachrufes. — Am 17. Juni starb in Güstrow der Rechtsanwalt Herr Alexander Weil. Derselbe betheiligte sich im Jahre 1849 als Student in Heidelberg an dem Kampf für die Reichsverfassung in Baden und wurde dabei gefangen genomnien und zum Tode verurteilt, jedoch auf Antrag der diesseitigen Landesregierung ausgeliefert, und vom großherzoglichen Kriminalkollegium zur Untersuchung gezogen, freigesprochen. — Herr eancl. med. Mar perleg in München, Sohn . 18*

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