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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-08-01 · Heft 8 (1.8.1888) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 8 (1.8.1888)
Date
1888-08-01
Page
Seite 183 (sequence 15)
Language
German
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183 da ja der Verfasser Zeitgenosse des R- Chanina b. Theradjon war?) 7 a. „Rabbi Elasar ans Barthosa (in Ober-Galiläa) sagt: Gieb Ihm von dem Seinigen, denn Du und was Dir gehört, ist Sein, und so heißt es bei David (1. Chron. 29, 14): Denn von Dir ist alles und von Deiner Hand haben wir Dir gegeben". Als in Folge der Bedrückungen und Gewaltinaßregeln fast im ganzen römischen Reiche eine Empörilng der Juden ausbrach, als unter Barkochba Hoffnungen auf Wiederherstellung eines selbständigen Reiches lebendig wurden, da galt es vor Allem, ein Heer zu beschaffen und dasselbe auszurttsten. Diese Angelegenheit wurde natürlich als eine Angelegenheit Gottes betrachtet und angesehen, und darum wohl erließ R. Elasar, ein jüngerer Zeitgenosse des R. Akiba, mit diesem seinem Spruche gewissermaßen die Aufforderung zu allgemeiner Beteiligung an den Kosten des Aufstandes. 7 b. „Rabbi Jakob (Simon?) sagt: Wer des Weges zieht, lernt und sei» Studium (der mündlichen Lehre) unterbricht, indem er spricht: Wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieser Neubruch! — dem rechnet es die Schrift an, als wenn er sich an seiner Seele versündigte". In dem halben Jahrhundert nach der Zerstörung des zweiten Tempels, wo sich das Judentum ohne nationale Existenz zu erhalten suchte, das Heidentum aber durch das Christentum eine teilweise Verwandlung und Berührung mit dem Judentume erfuhr, da gab es eine Unmenge von Sekten, welche mit den verschiedensten Ideen aus dem Systeme der jüdisch-alexandrinischen und der griechischen Philosophie auftraten. Die Gnostiker indeß, welche _ im Besitze der höheren Erkenntnis zu sein glaubten, wurden bald als der jüdischen Lehre gefährlich, ihre Gnosis als von verderblicher und zerstörender Wirkung für das Judentum erkannt. Ein eklatantes Beispiel für diese üble Wirkung lieferte ja die Art und Weise, wie durch die Beschäftigung niit der Gnosis der bedeutende Lehrer des R. Meir, Elischa ben Abuja (Acher) denr Judentume entfremdet wurde. Man hielt es so für nötig, dem verderblichen Einflüsse dadurch entgegenzutreten, daß man jede Beschäftigung mit, sowie das Gefallenfinden an der Gnosis verbot und als eine Sünde erklärte. Und zu denjenigen Gesetzeslehrern, welche dieses thaten, gehört auch der Verfasser unseres in mystischbildlicher Sprache gethanen Spruches, welcher zu den Schülern des R. Akiba gehörte. Ist doch gerade bei den Talmudisten, wie bei Philo, Clemens und auch im neuen Testamente, das Paradies (Pardes), der Garten des Königs, ein Bild für die Gnosis (s. Grätz. Gesch. d. I. 4, 117. Joel, Blicke in die ') Die Beweisstellen sind freilich nicht durchwegs klar. Zutreffend ist die, die Zahl Zehn betreffende Stelle, >veil ja zur Gemeinde Zehn gehören, vgl. Num. 14, 27, Megilla 23 b. Ebenso zutreffend ist die für Zwei und Einen. Nichts weniger aber als klar ist die, die Zahl Fünf beweisende Stelle, und es scheint darum wohl richtiger, sich an die Lesart Naschi's zu halten, nach welcher die Beweisstellen für „Fünf" und „Drei" vertauscht werden müssen: Drei Richter und zwei Parteien ergeben die Zahl Fünf, in deren Mitte Gott richtet; und das Wort „Agudda“ bezeichnet auch ein Bündel von drei Dingen (M. B. Mez. I, 8. Ag. scliel sclietaroth „Stangen Kilcliin", s. Para 11, 9). Danach mußte es im Texte also heißen: „Und woher selbst Fünf? weil es heißt (Ps. 82, 1): Inmitten der Obrigkeiten richtet Er (Gott), sc. die Parteien. Und woher selbst Drei? weil es heißt (Amos 9, 6): Und der (sein Gewölbe) seinen Bund über der Erde gegründet hat".

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