Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-08-01 · Heft 8 (1.8.1888) · p. Seite 182

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 8 (1.8.1888)
Date
1888-08-01
Page
Seite 182 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2969669-2969754-2969763--2338-2972517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

um aber kann sich ihr die Menschheit, der ihre Kunde geworden, trotz allen Sträubens nicht mehr entziehen, sie muß sich ihr als einer Wirklichkeit gefangen geben. — Ferner. Alles über die Entstehung der Welt unabhängig von der Bibel geschehene Nachdenken ist zn dem Ergebnisse gelangt, die Materie sei von ewig dagewesen. Die Mythologien und Philosophien aller Völker setzen die Ewigkeit der Materie voraus. Nur die Bibel lehrt: Gott hat die Welt ans Nichts erschaffen. Es ist aber klar — sagt Steinheim — daß jene Ansicht durchaus dem natürlichen Gange des Denkens entspricht. Denn „aus Nichts wird Nichts" lautet eine der Kategorien der Vernunft. Nun vernehnien wir auf einmal: Die Welt ist nicht von jeher dagewesen, sondern ist das Werk einer freien Schöpfungsthat- Kann diese Idee unserem eingebornen Denken entsprungen sein? Nein! Denn diesem gemäß kann sie nicht ein freies Werk sein, sondern nur ein Werk der Notwendigkeit, denn das Grundgesetz unseres Denkens: „aus Nichts wird Nichts" ist unerbittlich, unserem natürlichen Denken geinäß m u ß die Welt von jeher unabhängig von irgend einem Willen bestanden haben. Allein was folgt hieraus? Etwa dies, daß wir die Schöpfnngsidee als ein Phantasma verwerfen? Gewiß nicht. Denn sie enthält für sich selbst nichts Unlogisches, sie enthält nur etwas unser natürliches Denken Uebe r rasch ende s, unserem Kalkül Znwiderlaufendes, aber gerade dadurch drängt sich uns ja das Wirkliche als solches auf, daß es uns überrascht, gewissermaßen vor den Kopf stößt. Ja, noch mehr! Nachdem wir einmal von dieser unerhörten Idee Kunde erhalten, fühlt sich unsere Vernunft genötigt, sich ihr gefangen zu geben, weil sie auf einmal inne wird, daß sie mit ihrer anfangslosen Materie doch nicht gut auskommt. Denn wie soll sie eine ins Endlose gehende Kette von Ursachen für die Welt begreifen? Aus diesem Dilemma einerseits des Axioms: aus Nichts wird Nichts, und anderseits der Unverständlichkeit endloser Ursachen befreit uns die biblische Schöpfungsidee, die wie ein Wirkliches plötzlich vor uns anftancht, uns offenbarend den wahren Sachverhalt, wie ein wirkliches zwar zufällig, aber dennoch unausweichlich für unsere Vernunft. (Schluß folgt.) Aie Sprüche der Mater und ihre historischen Beziehungen. Von Rabbiner Di'. S. Friedman n in Liiblinitz. (Fortsetzung.) 6. „Rabbi Chalaftha, Sohn des Dossa, ans Kephar-Chananja (in Galiläa) sagt: „So Zehn beisammen sitzen und sich mit der Lehre beschäftigen, da wohnt die göttliche Herrlichkeit unter ihnen, denn es heißt (Ps. 82, 1): Gott stehet in der Gemeinde Gottes". Und woher (weiß ich, daß es der Fall ist) selbst (bei) Fünf? weil es heißt (Ainos 9, 6>: „Und der sein Gewölbe über der Erde gegründet hat". Und woher selbst Drei: weil es heißt (Ps. 82,1): „Inmitten der Obrigkeit richtet Er". Und woher selbst Zwei? weil es heißt (Mal. 3, 16): „Dann bereden sich auch die Gottesfürchtigen mit einander (Einer mit dem Anderen), und aufmerkt der Eivige und höret." Und tvoher selbst Einer? weil es heißt (Exod. 20, 21): „An jedem Orte, wo ich meinen Namen gedenken lasse, werde ich zu dir kommen und dich segnen " Die historische Beziehung dieses Spruches ist dieselbe, wie oben (3, 2 b,)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.