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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-08-01 · Heft 8 (1.8.1888) · p. Seite 172

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 8 (1.8.1888)
Date
1888-08-01
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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172 auch auf feinen geliebten kaiserlichen Sohn, unseren neuen König und Landesherrn, den erhabenen Träger der Krone! In diesen Tagen schmerzensreicher Prüfung erflehen wir von Gott, bei dem alle Macht, Größe und Herrlichkeit ist, der da ist und bleibt unsere Hoffnung und Zuversicht, des Himniels milden Trost für die tiefgebeugte schwergeprüfte kaiserliche Wittwe, die dem verewigten hohen Gemahl mit solch' aufopfernd hingebender Teilnahme zur Seite stand, Trost und Stärkung für die greise Kaiserin Mutter, der der Tod den einzigen herrlichen Sohn so frühzeitig entrissen hat. Möge der Herr mit seinem väterlichen Schutze und Rate den kaiserlichen Söhnen und Töchtern beistehen, die den Verlust des trefflichen Vaters beklagen. Wir erflehen Gottes Segen für das erhabene Kaiserpaar, Seine Majestät den Kaiser und König Wilhelm II. und höchstseine Gemahlin, Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Auguste Victoria, Gottes Schutz und Beistand für alle Angehörigen des erhabenen Kaiserhauses. Mögen Ihnen allen und dem schwer heimgesuchten Vaterlande nach der doppelten Trauer, die dasselbe betroffen, im Lichte der göttlichen Gnade wiederum die Segnungen und Beglückungen einer freundlichen Zukunft erblühen. Frankfurt a. M., am 18. Juni 1888. Denkmal eines Arüstvollendelen. Wenn wir die Sammlung von Predigten und Reden, welche jüngst aus dem Nachlasse des im vorigen Jahre im blühenden Mannesalter von hinnen gegangenen Berliner Rabbiners I)r. P. F. Frankl herausgegeben wurde,*) als ein Denkmal desselben bezeichnen, so geschieht das zunächst im Sinne jenes talmudischen Satzes: „Den Gerechten errichtet man keine Denkmäler, weil ihre Worte (Werke) ihre eigentlichen Denkmäler sind." Aber auch noch in einem andern, wir möchten sagen, mehr modernen Sinne scheint uns diese Bezeichnung an ihrem Orte. Haben doch Denkmäler dem Bedürfnis modern gearteten Empfindens entsprechend auch die Aufgabe, das individuelle Gepräge uns teurer, verehrringswürdiger Züge für die innere und äußere Anschauung festzuhalten und aufzubewahren. Und solches ist durch die vorliegende Veröffentlichung aus dem Nachlasse Frankls geschehen: zwar nicht in Stein und Erz, sondern nur in dem flüchtigen Stoffe des Wortes und des Gedankens, aber gerade darum aere perennius. Gälte es blos, den Namen P. F. Frankls'der jüdischen Nachwelt zu überliefern, wahrlich es bedürfte nicht erst der Veröffentlichung seiner nachgelassenen Kanzelreden. War er ja, um blos von dem Hauptzweig feiner wissenschaftlichen Forschung zu reden, nicht blos einer der gelehrtesten und namhaftesten, sondern im letzten Jahrzehnt fast auch der einzige Vertreter der karäischeu Studien, so daß dieses ganze Forschungsgebiet der jüdischen Theologie und Neligionsphilosophie nach seinem Heimgange geradezu als verwaist anzusehen ist. Aber wissenfchastliche Leistungen tragen und bewahren eben nur die Namen ihrer Urheber. Was in ihnen als Züge idealen Wahrheitsstrebens, edler Selbstlosigkeit und Wahrhaftigkeit, als Erkenntnisfähigkeit und Meisterschaft *) Fest- und Gelegenheits-Predigten von Dr. P. F. Frankl, Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 1877—1887. Aus dessen schriftlichem Nachlasse heransgegeben. Berlin 1&-8. Druck und Verlag von Leonhard Eimion VI, 291 S 8".

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