Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-07-01 · Heft 7 (1.7.1888) · p. Seite 159

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 7 (1.7.1888)
Date
1888-07-01
Page
Seite 159 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2969669-2969754-2969762--2314-2972492
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

159 Es liegt eine wahrhafte Poesie in diesem heroischen Kampfe zwischen Armut, Anstrengung und Entmntignng und einer entfernten Aussicht eines zu erreichenden Zieles. Armut und Ideal! Entmutigung und beharrliche nnverdrossene Arbeit — das sind Gegensätze, welche, ans Licht gebracht, hinreichend sind, einen Manu berühmt zu machen. Wir wünschen uns Glück, diesen Alten, an Gefühl jünger als viele junge Leute, in unserer Mitte zu haben, und wir, die wir zu einem Vereine zusammengetreten, um das von ihm begonnene Werk fortzusetzen und zu vollenden, haben den Beschluß gefaßt, ihm öffentlich unsere Anerkennung zu bezeigen und seine Verdienste mit Nachdruck hervorzuheben; um aber seinen Nameil mehr zu popularisieren und das Beispiel eines aufopferungsvollen Lebens aufzustellen, hat das Komitö beschlossen, in dem ersten Jahresbericht des Vereins seine Biographie zu veröffentlichen. Er verdient ohne Zweifel diese moralische Belohnung und freudig würden wir ihn der Entbehrungen, an denen er noch jetzt in seinem Alter leidet, überheben, wenn das uns möglich wäre; von seinen edlen Gefühlen durchglüht, steht er dem Verein zur Verfügung und erweiset ihm viele Dienste, ohne dafür etwas zu empfangen oder empfangen zu wollen. Der alte Psautier hat zwei Bände in jüdischer Mundart nacheinander publiziert, die eine Fülle kostbarer Faeteu und Angaben, die Resultate der Durchsuchungen der Friedhöfe, Erforschungen geschriebener Quellen und mündlicher Überlieferungen enthalten. Ein schöner Anfang in der That, aber auch nur ein Anfang, und wir hätten, dabei stehen bleibend, noch immer auf diesem Boden schwanken müssen. Der so teilweise urbar gemachte Boden mußte, seiner ganzen Ausdehnung nach, gepflügt und angebaut werden, sollte er nils reichlichere Früchte geben. Bald hierauf erscheint ein anderer, in der Kultivierung dieses Feldes eifriger Mann, es ist Dr. E> Schwarzfeld. Als er 1874 die Herausgabe einer litterarischen Wochenschrift unternahm, schrieb er im Programm seiner Zeitung folgendes: „Wir werden hrisove (Aktenstücke), Gerichtssentenzen und andere auf die Stellung der Juden unter den vergangenen Herrschern Bezug habende Akten, deren uns viele zur Verfügung stehen, zu veröffentlichen suchen, um so denen, die es vorziehen würden, sich mit Studien über die Juden in Rumänien zu befassen, (worüber wir selbst, wie wir glauben, mit der Zeit manches mitteilen werden), ihre Arbeit zu erleichtern"?) Nach einem Sprung von einigen Jahren sehen wir Herrn De. Schwarzfeld auf diese Materie wieder zurückkommen. Das Resultat seiner Bemühungen kann nach der vortrefflichen Kollektion von Akten und Dokumenten geschätzt werden, die er mit Emsigkeit aus verschiedenen Dokumentensammlungen, historischen Werken und Reisebeschreibungen zusammengetragen hat; sämtlich in der Zeitschrift „Fraternitate“ in den Jahren 1882-1885 (IV—VII) publiziert. Dabei wurde er von unserm vortrefflichen Vizepräsidenten, Herrn L. Scheiueanu und von dem unermüdlichen Litteraten, Dr. M. Gaster, unserm aktiven Mitgliede in London, wie auch von andern eifrigen Männern auf würdige Weise unterstützt. *) Revista israelita Jassy 31. Mai 1874, S. 3.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.