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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-07-01 · Heft 7 (1.7.1888) · p. Seite 158

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 7 (1.7.1888)
Date
1888-07-01
Page
Seite 158 (sequence 14)
Language
German
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158 Lehre von sich abwirft, auf den wird das Joch der Herrschaft und das Joch der weltlichen Sorgen gelegt." Mit diesem Spruch bietet der Zeitgenosse der fünf Schüler des R. Jochanan b Sackai und auch des R. Akiba Trost den Unglücklichen, welche nach der Zerstörung des nationalen Staates die Beschwerlichkeiten und Qualen empfinden mußte», mit welchen die römische Herrschaft und die Existenz in der Fremde notwendig verbunden waren. Es gibt Etwas — so meint der Verfasser — was ihre Bitterkeit überwinden läßt, und das ist das Joch der g. Lehre. — Heistiges Leben unter den Inden in Mumänien. Mitgeteilt von M. Braunstein. III. Nach dem traditionellen kommt die Reihe an dasjenige Material, welches wir unter dem allgemeinen Namen der Folklore kennen. Die Folklore oder Volkslitteratur, welche Lazarus durch den Ausdruck der Volkspsychologie in so geeigneter Weise bezeichnet, gibt zu dem Charakter desjenigen Volkes, dessen Erbgut sie ist, in allgemeinen aber sehr exakten Ausdrücken den Schlüssel, macht uns mit seinen Anschauungen vertraut und läßt uns die Fülle der Ideen und Leidenschaften empfinden, welche es bewegten und gegenwärtig noch bewegen. Die von einem erprobten Psychologen ilntersuchte und ergründete, und von allen Gesichtspunkten studierte Folklore wird ein sehr kostbares Material zum Lösen und Erklären vieler historischen Thatsachen und Fragen und vieler sozialen und kulturellen Wahrnehmungen. Sie verdient daher sowohl als besondere, für sich bestehende, wie auch als Hilfswissenschaft der kritischen Geschichte, daß wir ihr die größte Aufmerksamkeit entgegenbringen. Gegenwärtig haben wir eine Sammlung von mehr als 7000 jüdischrumänischen Sprichwörtern, wie auch Rätseln, Liedern, Anekdoten und Märchen, die ich im Laufe eines Jahrzehnts gesammelt, zur Disposition der Forscher. Selbstverständlich ist es nun an uns, geehrte Mitglieder, im Sammeln dieses mannigfaltigen und reichhaltigen Materials fortzufahren und es im Interesse des Zweckes, welchen wir verfolgen, möglichst zu vervollständigen. Die Geschichte der Judeil in den ruinünischen Fürstentümern ist kein ganz unkultivierter Boden. Schon vor der Gründung des Vereins sind mehrere niit Fleiß gesammelte Akten und Dokumente, wie auch einige interessante und wertvolle Skizzen und Studien veröffentlicht worden. Den Anfang haben wir dem unermüdlichen und eifrigen alten Jacob Psantier, unserem aktiven Mitgliede, zu verdanken. Von einer edlen Begeisterung erfüllt, von dem lebhaften Wunsche unaufhörlich getrieben, zu beweisen, daß die Nachkommen des jüdischen Stammes in Rumänien keine heimatlose Vagabundenhorde, sondern vielmehr von Geschlecht zu Geschlecht hier ansässig sind, durchstreifte er das ganze Land kreuz und quer und trotzte mit einer in unserer Zeit selten anzutreffenden Selbstverleugnung allen Beschwerlichkeiten des Mangels und der Armut, allen ihm von bösen und unwissenden Leuten bereiteten Hindernissen, glücklich genug, irgend einen kleinen Beweis in die Hände zu bekommen und hie und da Einem zu begegnen, der die Tragweite seiner übernommenen Mission begreift und sie fördern hilft.

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