Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1888)
- Date
- 1888-07-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 Ha! daß der Väter Schandfleck Sich schämt der Ehrwürdigen In ihren Gräbern!" Jndeß, von welch' großer Wirkung auch diese Verse voll markiger Wahrheit und Kraft des Ausdrucks auf die Gemüter gewesen sein mögen — Steinheim fühlte es, die Zeit erheischte mehr, sie müsse nicht nur aufgerüttelt, sondern auch eines Besseren belehrt werden; „gieb" — so betet er deshalb — „ . . - gieb, daß meine Zunge werde Schwert hier und dort Pflugschaar, Hier zu zerschmettern; dort Furchen zu ziehen Einem neuen Acker." (Schluß folgt.) Ikavius Iofephus und die heilige Schrift. Von vr. Vogelstein in Stettin. (Schluß.) Als Sieger kehrte er nach Egypten zurück, aber der Neid der Egypter, die den König zu bewegen suchen, Moses umbringen zu lassen, nötigt ihn zur Flucht; und da die Straßen durch ausgestellte Wachen ihm versperrt waren, floh er durch die Wüste und auf Wegen, auf welchen nicht zil befürchten war, daß er seinen Feinden in die Hände fiel. „Zwar litt er Mangel an Lebensmitteln, diesen aber schlug er in seiner starken Gesinnung nicht an. Endlich gelangte er in die Nähe der Stadt Midjan, die am Ufer des roten Meeres lag und nach einem der Söhne Abrahams und der Ketura den Namen trug." — Eine ganz ähnliche Legende erzählt uns die jüdische Tradition im Midrasch, nur daß dort Moses schon vor dem äthiopischen Kriege zur Flucht aus Egypten gezwungen >vird und an die Spitze der Aethiopier tritt; natürlich sind da auch die Aethiopier die Sieger. Die heilige Schrift teilt uns mit, daß der Prophet Gad dem König David verkündet habe, Gott werde dem Lande eine schwere Heimsuchung senden, er solle wählen zwischen einer Hungersnot, einem unglücklichen Kriege und einer Pest. David giebt zur Antwort: „Laß uns doch fallen in Gottes Hand, denn groß ist sein Erbarmen, doch in des Menschen Hand möchte ich nicht fallen"; und Gott sendet die Pest. Josephus aber teilt mit, David habe ausdrücklich, da er nun einmal unter drei Uebeln wählen mußte, sich für die Pest entschieden; denn er dachte, wenn er Hungersnot wähle, könnte ihm diese Wahl so ausgelegt werden, als ob er sie zum Nachteile der Anderen getroffen, denn er selbst besaß Getreide genug, um keinen Hunger leiden zu müssen; bei einer Kriegsbedrängnis würde es wieder heißen, er habe sich von dem Gedanken beeinflussen lassen, daß er als König im Kreise der tapfersten Helden und im Besitze fester Städte für seine Person nichts zu fürchten haben werde. Deshalb zog er das Uebel vor, von den, die Oberen sowohl als die Untergebenen betroffen werden, und vor welchem sich Alle in gleicher Weise fürchten müssen.