Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1888)
- Date
- 1888-06-01
- Page
- Seite 143 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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143 Es waren hervorragende Männer, die ihre Bedeutung und ihre Stellung in den Dienst ihrer Glaubensbriider stellten. Die Teilnahme über den Verlust dieser Männer ist in ganz Rußland unter den Juden eine große. An den Leichenbegängnissen beteiligten sich die Spitzeil der Behörden. — In Zt. Petersburg starb Herr M. M. Veudetsloh», ein hervorrageilder hebräischer Schriftsteller. — Der jüngst verstorbene Herr 3 Aeichmann in Marsch«« hat 100,000 Rubel letztwillig für Wohlthätigkeitsanstalten bestimmt. — Dratiano, der Judenfeind, gehört nicht mehr zu den Ministern in Rumänien. Die neuen Minister Carob und Majoresco sind wegen ihrer Judenfreundlichkeit bekannt. — Im großen Saale „Barascheum" fand am 27. Februar in Bukarest die zweite Generalversammlung des historischen Vereins „Julius Barasch" statt. Herr HI. Ichrvarzfeld brachte einen höchst interessanten Jahresbericht zur Verlesung, in welchem er Streiflichter auf die Geschichte der Juden in Rumänien warf. — Auch in New-ParK fängt der Antisemitismus an um Anhänger zu werben. -Die jüngst daselbst ausgegebene anonyme Schrift „Der lvahre Jakob" steht hinter unseren Schandpamphleten nicht zurück. — Die Anzahl der Israeliten in Uew-Uorlr betrug im vergangenen Jahre 120,000 Seelen. — Am 4. März feierte die jüdische Gemeinde in Philadelphia das fünfzigjährige Bestehen einer Lehranstalt, in welcher die Jugend die Kenntnis des Judentums zu Teil wurde. Herr Dr. Iastrow leitete die Feier mit einem Gebete ein. Herr Di. Maris hielt die eigentliche Festrede. Herr Dr. Zolls-Cohn entwarf ein Bild der Geschichte der Anstalt. Herr M. Zalcherger hob die Wichtigkeit einer solchen Anstalt, die Hand in Hand mit ähnlichen anderer Glaubengenossenschafteu au der Aufrechthaltung der Moral und Ordnung arbeite, hervor. Herr Zahn Wanaiveiker, ein Christ, feierte in einer Rede das jüdische Volk, die Träger der Lehre und die Anstalt, die gleich den christlichen den Glauben befestigen will. Herr Prof. Henry Hahn füllte die Pausen zwischen den einzelnen Reden durch herrliche Gesänge, ausgeführt von einem unter seiner Leitung stehenden Chore, aus. Herr Prediger Dr. Krauslropf, hervorgegangen aus dem Rabbiner-Seminar in Cincinatti, schloß die erhebende Feier mit einem Gebete. Die eigentliche Begründerin der Anstalt war Ueliecka Griih, eine durch Anmut und Bildung gleich ausgezeichnete Dame, welche im Vereine mit anderen Gnossinnen das schöne Werk ausfiihrte. Rebecka Grätz, geboren 4. März 1781, starb 1864, soll in Walter Scotts „Jvanhoe" gezeichnet sein. Auch die „Hebrew Literature Society“ in Philadelphia feierte am 16. Februar ihr dreijähriges Stiftungsfest. — In Köchelter lebt ein Jude, Namens Samuel Mannes, 104 Jahre alt. Er legt am Sabbath noch einen großen Weg zurück, um nach der entlegenen Synagoge zu gelangen. — Den griechischen Juden, die zur Ausübung von Religionshandlungen sich nach Palästina begaben, ist durch eine Mitteilung der türkischen Regierung an das griechische Ministerium die Frist des Aufenthaltes von einem auf drei Monate ausgedehnt worden. Hieferale und Witteitungeri. Die günstige Aufnahme, welche das Buch: „Jost und seine Ireunde" bei einem gebildeten Leserkreise gefunden und welche eben jetzt in dem Erscheinen einer zweiten Auflage ihren Ausdruck erhält, veranlaßt den Verfasser Herr» Dr. Heinrich Zirndorf, Professor am Hebrew-Union-College in Cincinatti mit einem