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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-06-01 · Heft 6 (1.6.1888) · p. Seite 144

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 6 (1.6.1888)
Date
1888-06-01
Page
Seite 144 (sequence 24)
Language
German
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144 in Stil und Anlage ähnlichen, in Tragweite und Stoffmenge aber etwas umfassenderen Unternehmen hervorzutreten. Diesmal, handelt es sich um eine Auswahl der volkstümlicheren und bekannteren Essays des bewährten Schriftstellers, um Arbeiten, welche seine Muße seit einer Reihe von Jahren beschäftigt haben und von denen viele in die weitesten Kreise der deutschen uub englischen Lesewelt gedrungen sind. Unter dem anspruchslosen Namen von Essays sollen hier nämlich populärwissenschaftliche Aufsätze, Kulturszenen,Biographieen,Litteraturportraits, novellistische Schilderungen veröffentlicht werden, von denen zwar jedes für sich ein in engem Rahmen abgeschlossenes Ganze bildet, aber doch zum Hauptgedanken des Buches in sehr naher Beziehung steht. Als diesen Hauptgedanken bezeichnen wir die Tendenz, wissenschaftliche Ergebnisse in möglichst ansprechender Form und mit Abstreifung gelehrter Trockenheit mitzuteilen, zum bessern Verständnis des Orients und Altertums eine Art Brücke zu schlagen, vor allem aber einer heiter-milden, den Religionsfrieden fördernden, fortschrittlichen Weltanschauung Ausdruck zu geben. Mehrere dieser Studien haben sich als die sogenannten „Deborah-Essays" in weitern Kreisen Eingang verschafft; andere hatten die Aufgabe, in präciser Form über wichtige Erkenntnißgebiete Aufschluß zu geben; bei vielen hat sich das Bedürfnis herausgestellt, sie in Buchform zu besitzen und es sind an den Verfasser mancherlei dahin zielende, ganz spezielle Wünsche gelangt. Kein Aufsatz wird aber ausgenommen, ohne vorher einer sorgfältigen Umarbeitung unterzogen zu sein. Wir werden bei Erscheinen dieses Werkes, das einen deutschen und einen englischen Teil enthalten soll, noch ausführlich auf dasselbe zu sprechen kommen. — Im Verlage von CH. D. Lippe in Wien ist erschienen: Das vierzigste Passahfest unter der Regierung Sr. Majestät Franz Josef I. Rede am 1. Tage des Passahfestes im israelitischen Tempel der inner» Stadt Wien gehalten von Di-. Ad. Jellinek. Der gefeierte Kanzelredner benutzte den Anlaß, daß diesmal das vierzigste Mal das Fest der Befreiung unter der Regierung des Kaisers Franz Josef begangen wurde, zu einer schwuiigvolleu Schilderung der Verdienste des erhabenen Monarchen um die Juden in Österreich. Am Schluffe der gehaltvollen Rede ruft der Redner aus: Tief bekümmert blickt das Auge des treuen Bekenners des Judentums auf die religiösen Zustände in unserer Zeit. Die Jugend ist eine Beute des Unglaubens geworden, ihr Herz ist leer und öde, ohne Pietät vor dem Erbe der heiligen Väter, ihr Geist verschlossen den erhabenen Ideen des Judentums, dem öffentlichen Kultus bleiben sie fern, der alten ehrwürdigen Sitte steht sie fremd gegenüber. Machtlos und wirkungslos bleiben alle Schulordnungen, Schulprogramme und Schullehrer um den religiösen Verfall zu hindern. Familientempel brauchen wir, jedes jüdische Haus muß ein Gotteshaus werden, nicht im gothischen, sondern im altjüdischen Baustil her- und eingerichtet wo es einen Platz für die „Thora", Raum für die „Tefilla" gibt. Mögen diese herrlichen Worte weit hinaustönen und nicht leer verhallen! Inhalt: Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund und sein Wirken. Vortrag, gehalten im Mendelssohn Verein in Frankfurt a. M. am 17. April 1888 von Di-. Ad. Brüll. — Moses im Bilde. Von R.-A. — Flavius Josephus und die heilige Schrift. Bon Di'. Bogelstein in Stettin. (Fortsetzung.) — Die Sprüche der Väter und ihre historischen Beziehungen. Von Rabbiner Dr. S. Friedmann in Lublinitz. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. — Beilage. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aussarth; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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