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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1888-06-01 · Heft 6 (1.6.1888) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 6 (1.6.1888)
Date
1888-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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141 nicht geben, aber, wenn sie will, erhalten, erbitten kann vom auferstandenen Friedensfürsten, de» himmlischen herrlichen Osterfrieden. Amen!" Wahrlich, wenn man mit diesen Ermahnungen eines treuen Dieners der Religion der Liebe die von Haß und Verfolgungssucht triefenden Leitartikel eines „Vaterland" zusammenhält, dann fühlt wohl jeder Mensch, der guten Willens ist, daß der echte Priester der katholischen Religion jener ist, der vor dem Kaiser und den Großen des Reiches gesprochen, und alle die andern, die in sogenannten katholisch-politischen Redactionsstuben sitzen oder die in Wirtshäusern ihr Ariertum ausspielen, Fälscher der Moral sind. — Nach der Einweihungsceremonie in der Synagoge von Harasfli, die jüngst stattgefunden, fand ein Banket statt, bei dem sowohl der katholische Geistliche, als auch der aus Altofen berufene Oberrabbiner Dr. Klein Toaste sprachen. Der Trinkspruch des katholischen Pfarrers lautete, wie „Egyenlösög" berichtet, wie folgt: „Ich gestehe, daß mich nur die Neugierde dazu bewog, heute das jüdische Gotteshaus zu besuchen. Ich wollte erfahren, in welchem Tone die Seelsorger des alten Testaments sprechen, welche Lehre sie verkünden. Jetzt, da ich die Einweihung ihres Tempels mitangesehen, freue ich mich aufrichtig, dies gethan zu haben und ich erkläre hier feierlich, daß ich von nun ab meine Gemeinde lehren werde, daß sie die Juden als Brüder betrachten mögen, die zu lieben es heilige Pflicht ist. Ich habe mich heute überzeugt, daß ihre Religion und die meinige von einem und demselben Geiste durchweht ist, von dem der Nächstenliebe. Ich erkläre nochmals, daß ich von nun ab bestrebt sein werde, die Eintracht zwischen ihrer und meiner Gemeinde aufs wärmste zu pflegen." — Die christliche Lehrerschaft des Bezirkes Mgrrndorf hat in einer Resolution gegen den Antisemitismus Stellung genommen. — Der Oberst I« in Brüssel wurde zum Generalmajor befördert. — Am 12. Mai feierte Herr vr. I. Kl. Kabbinowih in Paris, Verfasser vieler wertvoller Schriften auf dem Gebiete der jüdischen Litteratur, seinen siebzigsten Geburtstag. — Herr Raphael Zischossshen» in Paris erhielt von der Akademie der Wissenschaften für seine Verdienste um die Astronomie die große goldene Medaille. — Der jüngst verstorbene Vater des Präsidenten von Frankreich Herr Hippolit Carnot, war ein intimer Freund Heinrich Heines. Herr Carnot wurde durch einen Brief Heines vom 3. Juli 1840 bei Varnhagen in Berlin eingeftthrt. — Das Preisrichterkollegium für die Dekoration des Festsaales der Mairie des 6. Arrondissements in Paris hat unserm Glaubensgenossen Herrn Henry Fevy den Preis zuerkannt und ihn mit der Ausführung seines Projekts betraut. — Herr A. K. Oppenheim in Paris hat letztwillig 100,000 Frs. zu wvhlthätigen Zwecken bestimmt. — Der Unterstaatssekretär Herr Baron Henry de Worms in London ist nicht zur anglicanischen Kirche ttbergetreten. — Domherr Terrar, einer der bekanntesten katholischen Kanzelredner Englands, sagte in einer Predigt gehalten in London am 11. März: „Die Geschichte in allen Phasen hat unwiderleglich bewiesen, daß die Juden eine Race bilden, die nicht nur mit ungemein ausgeprägter physischer Vitalität, sondern auch mit glänzenden intellectuellen Eigenschaften ausgeftattel ist. Die Zahl der Berühmtheiten aller Herren Länder, in deren Adern jüdisches Blut rann, ist im Verhältnis zu anderen Confessionen sehr groß. Niemand kann den Juden die unendlichen Verdienste absprechen, welche sie als Rasse der Humanität geleistet haben. Ihr Gott duldet keinen Rivalen. Der Cultus desselben resumirt sich in der unbedingten Reinheit des Herzens und den» Gebote, die Gerechtigkeit zu suchen, die Bedrückten aufzurichten, die Waisen zu verteitigen und die Witwen zu trösten. Das heißt bei ihnen Gott dienen. Ob der

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